Wenn der Verdacht „Unsere Tochter hat Bulimie“ besteht, sind sich Eltern häufig unsicher, wie sie sich am besten verhalten sollen. Obwohl die Essstörung von den Betroffenen typischerweise so gut wie möglich verborgen gehalten wird, um nach außen hin weiterhin ein makelloses Bild abzugeben, ist eine Konfrontation damit nicht zu umgehen, um zu helfen und gesundheitliche Auswirkungen zu vermeiden.

Anzeichen nachgehen und Klarheit schaffen

Wenn im Familienalltag Anzeichen für Bulimie auftreten, die den Eltern Sorge bereiten, sollten sie diese ernst nehmen, damit Klarheit geschaffen werden kann. Wichtig zu wissen ist, dass nicht jedes Mädchen, das auf seine Figur achtet, gleich von Bulimie betroffen ist. Falls sich der Verdacht jedoch bestätigt, so sind frühzeitige Hilfen umso wichtiger. Wenn das gemeinsame Essen immer kontrollierter wird und gleichzeitig auffällt, dass Lebensmittel für heimliche Essattacken gehortet werden, sollten Eltern hellhörig werden und das Gespräch suchen. Dabei sollten Vorwürfe und Strenge vermieden und stattdessen Fakten offen auf den Tisch gelegt werden. Den Fund von Appetitzüglern, Abführmitteln oder Anzeichen für Erbrechen, ohne dass Krankheitszeichen vorliegen, dürfen Eltern nicht ignorieren oder banalisieren. Viel Geduld, Akzeptanz und das Schaffen einer Vertrauensbasis sind für Angehörige am wichtigsten, um gemeinsam einen Weg aus der Krankheit zu finden. Übermäßiges Kontrollverhalten sollten Eltern jedoch vermeiden, genauso wie Äußerungen, die den Wunsch nach einem „perfekten“ Kind nahelegen.

Tochter hat Bulimie – Beratung und Hilfe

Wenn sich Eltern immer klarer werden, dass bei ihrer Tochter Bulimie vorliegt, ist eine gründliche Information über die Essstörung unerlässlich. In vielen Orten gibt es bereits Beratungseinrichtungen, die zum Thema „Essstörungen“ bzw. „Tochter hat Bulimie“ informieren und Eltern gute Tipps geben können. Selbsthilfegruppen, in denen sich Eltern mit dem Problem „Meine Tochter hat Bulimie“ austauschen können, helfen dabei, mit den familiären Problemen umzugehen und den richtigen Weg zu finden. Wenn auch die Tochter selbst behutsam über die Krankheit aufgeklärt wird, wird sie sich langsam selbst darin wiederfinden und Hilfsangebote annehmen können. Sofern die Gesundheit immer mehr leidet und Depressionen hinzukommen, sollte ärztliche Hilfe gesucht werden. Wenn feststeht, die Tochter hat Bulimie, ist der Kinderarzt der erste Ansprechpartner, der ggf. weitere Schritte einleiten wird. Eine diagnostische Untersuchung ist genauso wichtig wie eine psychologische Begleitung, so dass Eltern auf beides drängen sollten.

Hinweis der Redaktion

Weiter Begriffe zum Thema Bulimie finden Sie in unserem Bulimie-Glossar.

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