Der Zahnarzt hat es nicht immer leicht, zählt seine Berufsgruppe doch zu den unbeliebtesten Branchen auf dem Markt. Dies jedenfalls geht aus verschiedenen Studien namhafter Umfragedienstleister hervor. Zu erklären ist dieses Phänomen der Antisympathie vor allem mit der persönlichen Angst, den Zahnarzt in seiner Praxis zu besuchen.

Welche Gründe für die Angst vor dem Zahnarzt ausschlaggebend sein können

Dentalphobie: Die große Angst vor dem Zahnarzt

Dentalphobie: Die große Angst vor dem Zahnarzt
(© Igor Mojzes – Fotolia.com)

Studien belegen, dass etwa jeder zehnte Bundesbürger den Zahnarzt sogar dann meidet, wenn ihn eigentlich starke Zahnschmerzen quälen. Stattdessen wird bevorzugt auf Schmerzmedikamente zurückgegriffen, um das Schmerzbewusstsein zu unterdrücken. In der Fachsprache wird die Angst als Dentalphobie umschrieben. Eine häufige Ursache scheint zu sein, dass Betroffene in ihrer eigenen Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wenn die Negativerlebnisse nunmehr im Freundes- und Familien weitergetragen werden, werden auch andere Menschen von der Angst vor dem Zahnarzt ergriffen. Andere Angstpatienten machen derweil einen großen Bogen um jede Zahnarztpraxis, weil der Mundbereich besonders sensibel ist. Werden bei der Behandlung Bohrer oder spitze Zangen eingesetzt, erleiden sensible Menschen Schmerzen. Daraus kann sich mitunter ebenfalls eine Dentalphobie entwickeln.

Wie sich die Angst vor dem Zahnarzt äußern kann

Wenn ein Mensch mit Dentalphobie einen Zahnarzt aufsucht, kann die Angst in vielen Fällen sogar optisch wahrgenommen werden. Die Patienten bekommen Schweißausbrüche, erleiden Schwindel und Übelkeit, müssen Zitteranfälle über sich ergehen lassen oder bekommen Herzrasen. Schon Tage vorher entwickelt sich das Leben zu einer regelrechten Belastungsprobe. Die Angst vor dem Zahnarzt verleitet viele Menschen dazu, gar keine Untersuchungen wahrzunehmen. Wenn allerdings schwerwiegende Probleme vorliegen, wie zum Beispiel eine Karieserkrankung, kann sich diese ausweiten, insofern sie nicht behandelt wird. Die Folge ist, dass der Zahnraum praktisch verfault. In schlimmen Fällen isolieren sich die Menschen von ihrer Umwelt, da sie sich für ihre Erscheinung schämen. Die Angst hat ihnen ein Stück Selbstwertgefühl genommen. Experten und Zahnärzte vertreten demgegenüber die Auffassung, dass sich niemand für seine Ängste schämen sollte. Dentalphobie ist kein Phänomen einer einzigen Gesellschaftsschicht. Auch Spitzensportler, Politiker oder Führungskräfte vermeiden bewusst den Besuch beim Zahnarzt.

Welche Behandlungsmethoden Zahnärzte bei Angstpatienten anwenden

Dem Zahnarzt werden die Probleme des Patienten regelmäßig auffallen. Es kann hingegen auch ratsam sein, offen über die Sorgen und Ängste zu sprechen. Dentalmediziner verfolgen im Regelfall die Absicht, dem Patienten zu helfen. Um Angstpatienten erfolgreich zu behandeln, sind mittlerweile eine Vielzahl von Möglichkeiten anerkannt. In erster Linie wird der Zahnarzt versuchen, beruhigend auf den Leidgeplagten einzuwirken.

Es hat sich gezeigt, dass Patienten, die vom Zahnarzt viel Zuwendung erfahren, während der Behandlung zur Entspannung finden. Ein Heilmittel sui generis stellt diese emotionale Einwirkung jedoch nicht dar. Stattdessen werden bei schweren Angstzuständen Entspannungsübungen, Hypnosetherapien oder auch Beruhigungs- sowie Narkosemittel eingesetzt. Ein speziell ausgebildeter Zahnarzt greift anstelle von Narkosemitteln auf Lachgas zurück. Durch das Gemisch, das aus Sauerstoff und Lachgas besteht, nehmen die Patienten keinerlei Schmerz wahr. Dennoch sind sie bei vollem Bewusstsein. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass die Dosis individuell angepasst werden kann.

Was Betroffene gegen ihre Angst tun können

Es klingt nahezu banal und simpel, allerdings sollten sich Betroffene ihrer Phobie stellen. Eine zentrale Anlaufstelle für Angstpatienten ist neben dem Zahnarzt auch die Deutsche Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie e. V. Der Verein möchte den Menschen sowohl bei ihren Problemen zur Seite stehen. Andererseits suchen die Mitarbeiter mit dem Hilfesuchenden Wege, um die Angst endgültig zu besiegen. Ferner sollten sich Leidtragende vorab bei ihrer Krankenkasse informieren, welche Kosten durch die Behandlung auf sie zukommen können. Zwar handelt es sich bei der Dentalphobie um eine anerkannte Krankheit. Jedoch werden die Kosten für Hypnose, Narkose oder Lachgas-Therapien nicht ersetzt. Und für das Material sowie den Arbeitsaufwand möchte der Zahnarzt ebenfalls vergütet werden.

Schon aus finanzieller Sicht ist es daher ratsam, sich möglichst frühzeitig mit der Angst auseinanderzusetzen. Je länger Betroffene letztendlich warten, desto größer kann einerseits der Eingriff ausfallen, so dass andererseits hohe Kosten entstehen können.