Metallischer Geschmack im Mund – was tun?

Die menschliche Zunge ist imstande, mit ihrem mehr als 10.000 Geschmacksknospen eine Vielzahl von Aromen voneinander zu unterscheiden. Allerdings können Erkrankungen und andere Einflüsse den Geschmackssinn verändern oder gar zerstören. Die Medizin bezeichnet metallischen Geschmack im Mund als Dysgeusie. Der veränderte Geschmack tritt spontan auf und kann unbehandelt chronisch werden.

Stellt man ihn bei sich fest, sollte man besser einen Arzt konsultieren. Kommen noch Symptome wie Atemnot, Schluckbeschwerden, erschwertes Kauen, Schluckbeschwerden, Gesichtslähmung oder angeschwollene Lippen und Zunge hinzu, besteht sogar Lebensgefahr. In den meisten Fällen ist komischer Geschmack im Mund jedoch harmloserer Ursache.

Metallischer Geschmack im Mund – die Ursachen

Bitterer Geschmack im Mund kann krankheitsbedingt sein oder eine andere Ursache haben. Meist ist jedoch die metallischer Geschmack im Mund Ursache eine epitheliale Geschmacksknospen-Beeinträchtigung. Dazu kommt es beispielsweise infolge von Strahlentherapie, Infektionen, schlechter Mundhygiene und bestimmten Medikamenten.

Weniger häufig kommt die zentralnervöse oder nervale Geschmacksveränderung vor. Sie ist Symptom von Vergiftungen und Erkrankungen wie zum Beispiel Epilepsie oder Alzheimer. Sind die Hirnnerven geschädigt, verursachen bestimmte Verletzungen, Tumore und Nervenentzündungen den komischen metallischen Geschmack im Mund.

Alter

Mit zunehmendem Lebensalter verringert sich die Anzahl der Geschmacksknospen, sodass die GeschmacksrichtungenBitter, Sauer, Süß und Salzig vom Gehirn anders verarbeitet werden. Bitteres zeigt sich dann als metallischer Geschmack.

metallischer Geschmack im Mund kann unangenehm sein

metallischer Geschmack im Mund kann unangenehm sein

Umwelteinflüsse

Kupfer, Blei und Selen-Vergiftungen, das versehentliche Einatmen von Insektiziden und eine Benzol-Exposition können ebenfalls zum Auftreten des bitteren Geschmacks führen.

Lebensgewohnheiten

Auch das Rauchen kann die abweichende Geschmacksempfindung hervorrufen. Wer mit geöffnetem Mund atmet oder so schläft, riskiert Mundtrockenheit. Sie kann ebenfalls metallischen Geschmack im Mund-Rachenraum bewirken.

Lebensmittel und Vergiftungen

Bitter schmeckende Nahrungsmittel wie beispielsweise Pinienkerne können beim Kauen ebenfalls für metallischen Geschmack sorgen. Plankton fressende Fische (Sardine, Hering etc.) können die lebensbedrohliche Clupeotoxin Vergiftung hervorrufen, die mit metallischem Geschmack einhergeht. Dasselbe gilt für Fliegenpilz-Vergiftungen. Manche Lebensmittel können in Verbindung mit bestimmten Zahnfüllungen oder Kronen-Materialien für die unangenehme Geschmacksempfindung sorgen.

Medikamente

Wer bestimmte Medikamente einnehmen muss, hat manchmal auch den bitteren Geschmack im Mund. Dazu gehören beispielsweise

  • Antibiotika wie Clarithromycin
  • manche ACE-Hemmer gegen Alzheimer
  • bestimmte Medikamente gegen Parkinson
  • Rifampicin (gegen Tuberkulose)
  • Chemotherapie-Mittel
  • Diabetes-Mittel mit Metformin
  • Antidepressiva (Lithium)
  • metallische Geschmack im Mund Schilddrüse Medikamente wie Propylthiouracil
  • Osteoporose-Mittel (Vitamin D Präparate)
  • Herz-Blutdruck-Medikamente (Propafenon)

Verletzungen

Auch sie können die unangenehme geschmackliche Empfindung verursachen. Dazu gehören Bissverletzungen (Auf-die-Zunge-Beißen) mit austretendem Blut und Zungenbrennen, das mitunter nach zu heißem Essen vorkommt.

Krankheiten

Viele Infektionskrankheiten (Speicheldrüsenentzündungen, Zahnfleischentzündungen, Abszesse im Mundraum,Pilzinfektionen) sind ebenfalls Verursacher des metallischen Geschmacks. Dasselbe gilt für manche Autoimmunkrankheiten (Sjögren-Syndrom), Husten mit Blutbeimengungen – das durch den Druck freigesetzte Eisen der zerfallenden Erythrozyten wird von den Geschmacksknospen als metallischer Geschmack interpretiert -, Krebs in fortgeschrittenem Stadium, neurologische Erkrankungen (Bell-Lähmung) und Tumore, die die Nervenzellen schädigen.

Metallischer Geschmack im Mund Leber Erkrankungen sind Gelbsucht und Leber-Insuffizienz. Reflux sorgt ebenfalls für den schlechten Geschmack: In die Speiseröhre zurückfließende Magensäure schmeckt oft metallartig.

Schwangerschaft

Metallener Geschmack im Mund schwanger kommt durch Hormonschwankungen zustande und zeigt sich oft vor dem Brechreiz. Er verschwindet meist nach wenigen Tagen von allein, ohne dass er einer Behandlung bedarf.

Nährstoffmangel

Vor allem Mangel an Zink und Vitamin B12 kann den komischen Geschmack verursachen.

Der Konsum von bestimmten Medikamenten kann zu einem metallischen Geschmack im Mund führen

Der Konsum von bestimmten Medikamenten kann zu einem metallischen Geschmack im Mund führen

Was kann man gegen metallischen Geschmack im Mund tun?

Zuerst sollte man einen Arzt aufsuchen. Nach der gründlichen Untersuchung des Mund-Rachenraums macht er mit dem Patienten verschiedene Geschmacktests, um die metallischer Geschmack im Mund Ursache zu finden. Da es viele Gründe dafür gibt, kann man kein allgemein wirkendes Medikament verabreichen. Die Behandlung erfolgt entsprechend der Grunderkrankung.

Manchmal reicht es schon aus, das den Geschmack verändernde Arzneimittel durch ein anderes zu ersetzen. Kann eine Erkrankung ausgeschlossen werden, sind Umwelteinflüsse oder andere Ursachen Schuld. Ein Besuch beim Zahnarzt kann helfen herauszufinden, ob eine Zahnfüllung, ein Zahn-Implantat oder eine Überkronung Verursacher ist.

Mitunter ist auch ein schlechter Zahn metallischer Geschmack im Mund Ursache. Eitrige rechtsseitige Entzündungen im Mund-Rachenraum behandelt die metallische Geschmack im Mund Homöopathie mit Mercurius solubilis. Der Patient kann außerdem noch mit einer Salzwasser-Lösung zum Gurgeln und Mund-Spülen den komischen Geschmack beseitigen. Sie hat zudem antibakterielle Wirkung. Wer Salz nicht mag, kaut einfach ganze Nelken.

Ein bewährtes Hausmittel zum Bekämpfen des komischen Geschmacks im Mund ist das 3-mal tägliche Putzen von Zähnen, Zahnfleisch und Zunge mit einer Mischung aus Natron (Natriumbikarbonat) und Tafelsalz. Sie entfernt bakteriellen Zahnbelag und hilft bei Zahn-Infektionen. Trocknen Mund kann man gut mit die Speichelproduktion anregenden Nahrungsmitteln wie Tomaten, Zitrusfrüchten und Joghurt und dem Trinken von viel Mineralwasser und Fruchtsäften behandeln.

Bei Nährstoff-Mangel helfen Nahrungsergänzungsmittel mit Zink und Vitamin B12. Die wichtigen den bitteren Geschmack im Mund entfernenden Vital-Stoffe kann man sich auch über den Verzehr von Kürbiskernen, Erdnüssen und gerösteten Weizenkeimen zuführen. Schwangeren hilft das Lutschen von Zitronen und Pfefferminzbonbons.

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