Bereits in der Vergangenheit berichteten wir über das Zusammenspiel zwischen Zähnen und Erkrankungen des gesamten Organismus. Dabei stellten wir fest, dass die Zähne in einer Beziehung zu bestimmten Organen stehen. Insbesondere über die Ursache von säuerlichen Zähnen aufgrund von Magenprobleme haben wir Sie hier aufgeklärt. Heute wollen wir das Thema weiter beleuchten und Sie aufklären, zu welchen gefährlichen Krankheiten eine schlechte Mundhygiene führen kann.

Das Mantra über die Wichtigkeit einer guten Zahnhygiene bekommen wir in der Regel schon im Kindergartenalter eingeflößt. Wie verehrend eine mangelnde Zahnpflege tatsächlich für den Rest des Körpers ist, ist erst seit wenigen Jahren bekannt. Moderne Zahnzentren wie der Dentalpark leisten seit längerem diesbezüglich Aufklärungsarbeit bei ihren Patienten.

Kranke Zähne schwächen den Körper

Karies, Zahnfleischentzündungen, Wurzelerkrankungen ─ das Vernachlässigen der Zahnpflege wird hart bestraft. Die nach sich ziehenden Symptome sind im Grunde schon schmerzhaft genug, aber sie reichen weit darüber hinaus. Zahnerkrankungen können zu Herz-Kreislauf-Problemen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Bei Frauen steigt sogar das Risiko für Früh- oder Fehlgeburten deutlich.

Auswirkungen im Mundraum

Hinter den gefährlichen Krankheiten stecken Bakterien, die sich über den Mundraum hinaus im Körper vermehren. Über die Blutgefäße gelangen die Krankheitserreger überall hin. Im Mund siedeln über 800 Bakterienarten, überwiegend sind sie harmlos oder stärken sogar das Immunsystem des Körpers, indem sie gefährliche Krankheitserreger abwehren und die Mundschleimhaut vor Infektionen schützen.

Wer ist besonders betroffen?

Durch eine schlechte Zahnhygiene gerät das empfindliche Gleichgewicht der Mundflora allerdings auseinander und die schädlichen Bakterien vermehren sich rasend schnell im Mundbereich. Das führt zur Bildung von Säure, die wiederum den Zahnschmelz angreift oder direkt das Gewebe angreift. Als Schutzmechanismus reagiert das angeschlagene Immunsystem mit Entzündungen, wie etwa bei einer Parodontitis. Ist der Körper sowieso geschwächt, beispielsweise durch eine Erkrankung oder altersbedingt, können sich Bakterien leicht im Körper ausbreiten.

Neben älteren Menschen und Säuglingen sind auch Diabetiker besonders gefährdet. Neueste Forschungen ergaben Hinweise, dass Diabetes in einer Wechselbeziehung zu Parodontitis fördernden Bakterien stehen könnte. Aufgrund des durch die Krankheit Diabetes gestörten Stoffwechsels tritt Parodontitis häufiger auf; umgekehrt kann die Zahnfleischerkrankung den Blutzuckerspiegel ins Wanken bringen. Das Risiko in der Schwangerschaft für eine Frühgeburt erhöht sich dadurch, dass entzündliche Botenstoffe, wenn sie den Muttermund erreichen, geburtseinleitende Vorgänge anregen können.

Auch ein gesunder Körper ist gefährdet

Aber auch ein gesunder Körper kann ganz unbemerkt betroffen sein. Denn ob ein Zahn vital ist, kann man nicht immer sehen oder an Schmerzen ablesen. Ein betroffener Zahn kann tatsächlich auch im Stillen verfallen. Dabei sterben die im Zahn enthaltenen Nerven und Gefäße langsam ab. Bei diesem Zersetzungsprozess werden, wie bei jeder Verwesung, Gifte frei, die sich daraufhin im Körper ausbreiten. Der Körper versucht die Freisetzung der Giftstoffe zu verhindern, indem er ein Granulom im Kiefer rund um den absterbenden Zahn bildet. Dabei werden allerdings nicht alle giftigen Zerfallsprodukte daran gehindert, in die Blutkreislaufbahn zu gelangen. Auf diese Vergiftung wiederum reagiert das Immunsystem und arbeitet dagegen an. Da aber ein kaputter Zahn pausenlos Giftstoffe in den Kreislauf absondert, ist auch das Immunsystem permanent aktiv. Über einen längeren Zeitraum werden die Abwehrkräfte massiv geschwächt.


Frauen sind besonders betroffen

Außerdem erkannte die Forschung, dass obwohl Frauen generell gesünder leben und ihre Zähne sorgfältiger putzen, sie häufiger mit Zahnproblemen zu kämpfen haben als Männer. Dahinter steckt auch nicht der häufig vorbildlichere Lebenswandel, sondern die weibliche Biologie. Bereits im Teenie-Alter haben Mädchen deutlich häufiger Karies, im Erwachsenenalter wird der Unterschied sogar noch größer. Grund sehen die Forscher vor allem im Hormonhaushalt. Die Zähne der heranwachsenden Frauen reifen schneller, der Durchbruch der Backenzähne erfolgt früher als bei Jungen. Die hormonellen Schwankungen während der Wechseljahre ziehen ebenfalls die Zahn- und Mundgesundheit in Mitleidenschaft. Häufigstes Symptom sind Zahnfleischentzündungen. Nach der Menopause führt wiederum der Östrogenmangel zu Zahnproblemen, hier können Hormonersatztherapien helfen.

Wenn die Hormone aussetzen, werden die Schleimhäute trockener. Frauen bilden ohnehin weniger Speichel als Männer, dabei ist dieser essenziell für eine gesunde Mundhygiene. Hormonbedingt kann auch ein Knochenabbau stattfinden, der sich auf den Kiefer auswirkt, dadurch droht Zahnverlust, der nicht selten bei Frauen im höheren Alter auftritt. Die beim Mann auftretenden Zahnerkrankungen sind häufig auf eine reine Vernachlässigung der Pflege zurückzuführen. Männer haben deshalb in der Regel mehr Plaque auf ihren Zähnen und damit verbunden ein vermehrtes Leiden an entzündlichen Zahnfleischerkrankungen.

Wie erkennt man einen erkrankten Zahn vorzeitig?

Geschlechtsunabhängig ist es bei gesunden Menschen in der Regel so, dass man einen erkrankten Zahn erst bemerkt, wenn er braune Stellen aufweist oder schmerzt. Alles davor kann häufig nur auf einem Röntgenbild erkannt werden. Indikatoren für einen unbemerkt betroffenen Zahn sind unter anderem häufige Müdigkeit, Schwächephasen und eine verminderte Leistungsfähigkeit. Sollte bei Ihnen eines dieser Symptome seit längerem auftreten, sollten Sie Ihre Zähne untersuchen lassen, möglicherweise liegt dort die Ursache.

Die größte Gefahr

Kommen wir jetzt zu den wohl empfindlichsten Bereich, in denen kranke Zähne vordringen können: dem Herzen. Im Bereich der Zahnwurzeln kann es zu massiven Ansammlungen von den bereits erwähnten Bakterien kommen. Über die beschädigten Stellen können diese leicht in die Blutbahn geschwemmt werden. Dort können sie leicht die Herzklappen erreichen und sich dort festsetzen. Die Funktion der Herzklappen kann so eingeschränkt werden. Die Folgen können fatal sein: Rheuma, Herzinfarkt oder ein Schlaganfall. Es muss jedoch nicht erst der absolute Ernstfall eintreten, auch zahlreiche andere Gesundheitsprobleme können entstehen. Wir nennen hier kurz die gängigen: Rückenschmerzen, Ohrenprobleme, Allergien und Hautkrankheiten konnten nachweislich mit Zahnprobleme in Verbindung gebracht werden.

Regelmäßige Pflege und Kontrolle sind unabdingbar

Auch ansonsten kerngesunde Zähne können Probleme machen. Liegen eine Fehlstellung des Kiefers oder schiefe Zähne vor, arbeitet das Gebiss permanent gegen diese Schieflage an. Folge ist eine Verspannung der Kaumuskeln, die wiederum zu Kopf-, Ohren-, Nacken- und Rückenschmerzen führen kann. Unser Exkurs in die neusten Erkenntnisse der Zahnmedizin soll deutlich machen, wie immens wichtig eine gute Zahnpflege ist. Auch der regelmäßige Gang zum Zahnarzt ist unabdingbar, denn die Zähne sind maßgeblich am körperlichen Wohlbefinden beteiligt.

 

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