Unter dem medizinischen Begriff Commotio cerebri bezeichnet der Mediziner eine Gehirnerschütterung. Oftmals wird unter Commotio cerebri auch das leichte Schädel-Hirn-Trauma bezeichnet. Die Gehirnerschütterung entsteht durch einen Schlag direkt auf den Kopf. Dabei erleiden die Nervenzellen des Gehirns eine Prellung. Diese Prellung sorgt für eine vorübergehende Störung der Nervenzellenfunktion. Bei einer Gehirnerschütterung bleiben keine anhaltenden Schäden zurück; die Symptome sind im Regelfall zeitlich begrenzt und verschwinden, nach einer körperlichen Schonung, nach einigen Tagen.

Die klassischen Symptome einer Gehirnerschütterung

Schwindel und Übelkeit sind klassische Symptome einer Gehirnerschütterung (Bildquelle: BigStock-ID-48629786-by-9nong)

Schwindel und Übelkeit sind klassische Symptome einer Gehirnerschütterung (Bildquelle: BigStock-ID 48629786 by 9nong)

Der Patient erleidet, direkt nach der Einwirkung auf den Kopf, eine kurzfristige, jedoch oftmals mehrere Sekunden andauernde, Bewusstlosigkeit. Weitere Symptome sind Übelkeit, starke Kopfschmerzen sowie ein kurzzeitiger Gedächtnisverlust. Viele Personen klagen des Weiteren über Schwindel und Erbrechen. Ebenfalls kann eine kurzfristige Orientierungsstörung auftreten. War der Patient bewusstlos, sollte er umgehend einen Arzt aufsuchen. Vor allem dann, wenn die Bewusstlosigkeit mehrere Minuten angedauert hat bzw. der Patient, nach dem er wieder bei Bewusstsein ist, kurzer Hand später wieder über Müdigkeit klagt und wieder einschläft. Des Weiteren ist ein Arzt zu kontaktieren, wenn der Patient nicht kontaktaufnahmefähig ist oder über starke Übelkeit – infolge mit Erbrechen – klagt. Ein Arztbesuch ist ebenfalls unerlässlich, wenn der Patient über einen längeren Zeitraum hinweg verwirrt oder desorientiert ist. Treten die Symptome einer Gehirnerschütterung erst nach einigen Stunden auf, ist ebenfalls ein Arztbesuch erforderlich. Vorwiegend können die oben bezeichneten Symptome auch erst nach sechs oder acht Stunden auftreten. Vor allem Kinder leiden unter den zeitverzögerten Symptomen, wobei eine Gehirnerschütterung bei einem Kind bei einem Arzt abgeklärt werden sollte.

Diagnose und Verlauf

Der Mediziner entscheidet, je nach Symptom, ob der Patient in das Krankenhaus eingeliefert wird oder eine Behandlung zu Hause erfolgen kann. Schlussendlich müssen oftmals Untersuchungen durchgeführt werden, damit eine etwaige schwere Verletzung ausgeschlossen wird. Tritt eine Bewusstlosigkeit, die länger als 15 Minuten anhält, auf, ist eine Aufnahme in das Krankenhaus unerlässlich. Auch bei einer sehr langen Orientierungslosigkeit oder Bewusstseinstrübung ist es notwendig, dass der Patient in das Krankenhaus eingeliefert wird. Bei derartigen Symptomen kann eine schwerwiegende Verletzung, etwa eine Gehirnblutung oder Gehirnquetschung, möglich sein. In den meisten Fällen ordnet der behandelnde Mediziner auch eine Röntgenaufnahme des Schädels an. Das Röntgenbild soll eine Fraktur ausschließlich. Klagt der Patient über Schmerzen im Nackenbereich, wird eine Röntgenaufnahme der Halswirbelsäule angeordnet. Hat der Mediziner den Verdacht, dass der Patient unter einer Gehirnblutung leidet, ordnet dieser auch eine Computertomographie – kurz: CT – an. Hier erhält der Arzt einen Überblick, ob eine etwaige Gehirnblutung – und somit eine schwerwiegende Verletzung – vorliegt.

24 Stunden unter Beobachtung

Eine Beobachtung, nach der Einwirkung auf den Schädel, ist äußerst wichtig. Der Patient sollte daher, rund 24 Stunden nach dem Unfall, unter Beobachtung stehen. Dies muss jedoch nicht durch einen Arzt erfolgen. Auch Angehörige können hier eine Beobachtung des Patienten vornehmen. Bemerkt der Angehörige eine Veränderung des Bewusstseins, ist es erforderlich, sofort einen Mediziner zu kontaktieren. Klassische Überprüfungen, ob eine Bewusstseinsstörung vorliegt, ist etwa die Frage nach dem Namen, dem Geburtsdatum oder dem aktuellen Tagesdatum. Auch bei einer – nach einigen Stunden auftretenden – Übelkeit ist es wichtig, dass der Angehöriger, der den Patienten beobachtet, dieser ihm Kontrollfragen beantworten lässt.

Eine Gehirnerschütterung bleibt ohne Folgen

Bei einer leichten Gehirnerschütterung verschwinden die auftretenden Symptome – nach einigen Tagen – von selbst. Der Patient sollte sich schonen, eine etwaige Bettruhe einhalten und sich nicht körperlich überanstrengen. Direkt nach der Gehirnerschütterung ist es ratsam, das Fernsehen zu vermeiden. Nach einer leichten Gehirnerschütterung muss der Patient keine Bedenken haben, dass etwaige Folgeschäden auftreten. Sehr wohl kann der Betroffene aber mit Spätfolgen zu kämpfen haben, die erst nach einigen Wochen oder Monaten vergehen. Das sind unter anderem Müdigkeit, Lärmempfindlichkeit oder auch eine fehlende Konzentration sowie Irritationen. Der Patient erleidet, durch die Gehirnerschütterung, keine direkte Hirnschädigung. Bei einem höhergradigen Schädel-Hirn-Trauma aber auch bei einer Gehirnblutung trägt das Gehirn jedoch sehr wohl eine Schädigung davon. Je nach Ausmaß der Schwere, sind hier bleibende Schäden – in der Form von Lähmungen oder auch Epilepsie – möglich.

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