Mobilität zu erhalten ist eine der wichtigsten Präventionsaufgaben in der zweiten Lebenshälfte. Wesentliche Voraussetzung für ein selbstständiges Leben ist die Möglichkeit, sich in der eigenen vier Wänden oder außerhalb fortbewegen zu können. Darüber hinaus hat der Mensch ein natürliches Grundbedürfnis zur körperlichen Bewegung.

 Ohne Mobilitätserhalt ist die normale Lebensführung kaum möglich. Damit können wir Entfernungen und Hindernisse überwinden und Personen oder Orte aufsuchen. Mobilität ist unerlässlich, um am Leben teilnehmen zu können. Doch mit zunehmendem Alter wird die Gefahr zurückgehender Mobilität immer größer. Wenn die erwachsenen Kinder aus dem Haus gehen und berufliche Kontakte durch das Rentendasein fehlen, droht Vereinsamung, wenn man das Haus nicht mehr verlassen kann. Gesellschaftliche Teilhabe ist nur mit ausreichender Mobilität möglich.

 

Wie kann man Mobilität im Alter erhalten oder steigern?

Je früher sich ältere Menschen mit neuen Technologien auseinandersetzen, desto leichter fällt ihnen die gesellschaftliche Teilhabe. Kommunikation und soziale Kontakte bedeuten Integration. Je stärker die physischen Einschränkungen werden, desto wichtiger wird die Erreichbarkeit von medizinischer Versorgung, Dienstleistungseinrichtungen und Geschäften.
Mit Nachlassen der Kräfte brauchen viele Menschen Transporthilfsmittel, mit denen sie die Kluft zwischen den Anforderungen der Umwelt überbrücken können. Zahlreiche Möglichkeiten stehen hier zur Verfügung.

  • Rollstühle
  • Elektromobile
  • Treppenlifte
  • Treppenhebebühnen
  • Gehstöcke

sind auf die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkung zugeschnitten. Viele immobile Menschen verlassen auch aus Angst vor weiten Wegen nur selten die Wohnung. Aus einer Immobilität kann schnell Bettlägrigkeit entstehen. Es drohen Vereinsamung und Depressionen. Umso wichtiger ist es, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

 

Hilfreiche Mittel zur Steigerung der Mobilität

Um eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, setzt die gezielte Mobilisation auf Bewegungsübungen und unterstützende Hilfsmittel. Gehhilfen und Rollstühle sollten so individuell wie möglich auf den Nutzer zugeschnitten sein. Nur so sind Sicherheit und gute Bedienbarkeit gewährleistet. Die Finanzierung der meisten Hilfsmittel übernimmt die Kranken- bzw. Pflegekasse.

Mobilitätserhalt im Alter gewinnt zunehmend an Bedeutung

Mobilitätserhalt im Alter gewinnt zunehmend an Bedeutung

Gehstöcke – ideal für ängstliche Menschen

Gehstöcke sind die einfachste Form der Unterstützung und in allen erdenklichen Ausführungen erhältlich. Es gibt in vielen Farben und mit ergonomisch geformten Handgriffen für Rechts- und Linkshänder. Ob mit Achselstützen oder als Vierfußgehhilfe, zahlreiche Varianten unterstützen den sicheren Gang und steigern damit die Mobilität.

Rollstühle – Klassiker zum Mobilitätserhalt

Rollstühle gibt es in vielen Varianten, abhängig vom Grad der Einschränkung. Wird ein Rollstuhl hauptsächlich in Innenräumen benutzt, ist er mit kleineren Vorderrädern aus Gummi ausgestattet. Sie sind hart und widerstandsfähig, haltbar und erzeugten weniger Schall. Rollstühle für den Außenbereich besitzen luftgefederte Räder, die besser abfedern und Hindernisse leichter überwinden können. Ihr Nachteil: Sie lassen sich schwerer lenken. Durch zusätzliche Ausstattungen kann ein Rollstuhl komfortabler gestaltet werden. Das reicht von Sitzkissen über Sicherheitsgurte bis hin zur Beleuchtung.

Mobilitätserhalt mit Rollatoren und Gehhilfen

Gehilfen fördern den sicheren Gang und unterstützen die Beweglichkeit in der Wohnung und außerhalb. Es gibt Gehilfen mit zwei oder drei Rädern. Rollatoren haben vier Räder und sind meist mit einem zusätzlichen Einkaufskorb ausgestattet. Auch ein Sitz für die Pause kann dazugehören. Sie sind sehr beweglich und geben dem Nutzer Sicherheit.

Elektromobile und Scooter

Auch elektrische Fortbewegungsmittel können auf den Bedürftigen genau zugeschnitten werden. Die vierrädrigen Modelle gibt es passend für jedes Terrain, sodass sich immobile Menschen im Haus und auf Feldwegen fortbewegen können. Die leistungsstarken Elektromotoren sind leise und umweltfreundlich. Ein aufgeladenes Modell hat eine Reichweite von 55 km. Elektromobile uns Scooter sind leicht zu bedienen und gefedert.

Treppensteighilfen, Treppenlifte und Treppenhebebühnen

Treppen bedeuten für Rollstuhlfahrer oft unüberwindbare Hindernisse. Abhilfe schaffen Treppensteighilfen, Treppenlifte und Hebebühnen. Nachdem die Krankenkassen viele Jahre lang diese Form der Unterstützung ablehnten, entschied das Bundessozialgericht 2014, dass die Pflegekasse eine Treppensteighilfen bezahlen muss, wenn durch sie eine selbstständige Lebensweise im im Wohnumfeld möglich wird. Elektrische Treppensteighilfen ermöglichen Rollstuhlfahrern das Überwinden einer Treppe mitsamt Rollstuhl. Eine mobile Treppensteighilfe sorgt für sicheren Halt bei geringem Kraftaufwand. Sie kann Stufen bis zu 20 cm Höhe bewältigen und für den Transport zerlegt werden. Die Steiggeschwindigkeit lässt sich ebenfalls elektrische regulieren. Treppensteighilfen können an jede Treppe und das Gewicht des Rollstuhlfahrers angepasst werden. Treppenlifte erhöhen die Unabhängigkeit und Lebensqualität ebenfalls. Der Betreffende setzt sich wie in einen Stuhl und erreicht so die nächste Etage. Treppenlift gibt es für breite, enge, kurvige und gerade Treppenverläufe. Treppenhebebühnen dagegen sind Plattformen, auf die der Rollstuhl gefahren wird. Sie werden auch als Plattformlifte bezeichnet. Auch die KFW fördert die Anschaffung von Treppenliften zum Mobilitätserhalt.

Weitere Hilfsmittel und Dienstleistungen

Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Hilfsmittel zum Mobilitätserhalt, die den Alltag erleichtern und Bewegungsfreiheit bieten. Badewannenlifte, Badewannensitze, Stützgriffe fürs WC oder Kippspiegel für Rollstuhlbenutzer stehen zur Verfügung. Welche Kosten die Krankenkasse übernimmt, ist ausführlich im Hilfsmittelkatalog beschrieben. Ergänzende Dienstleistungen, zum Beispiel der barrierefreie Gepäckdienst, sorgen ebenfalls für eine bessere Mobilität. Immer wichtiger werden personalisierte, elektronische Assistenzsysteme, also Alltagshilfen, die beispielsweise über das Smartphone gesteuert werden können. Auf diese Weise kann sich der immobile Mensch leicht mit aktuellen Informationen versorgen und gegebenenfalls rechtzeitig ein persönliches Hilfsmittel zur Beförderung anfordern.

Bildquelle: bigstock-ID-93085031-by-Kasia_Bialasiewicz