Eine bipolare Störung ist ein Krankheitsbild aus dem Bereich der Affektstörungen. Bipolare Störungen werden auch als bipolare Psychosen bezeichnet. Charakteristisch für eine bipolare Störung sind die unterschiedlichen Episoden wie Depression und Manie, die der Betroffene nacheinander durchlebt. Das äußert sich in extrem ausgeprägten Stimmungen wie Euphorie bis hin zu Verzweiflung. Diese Erkrankung ist auch unter der Bezeichnung manisch-depressive Erkrankung bekannt. Die bipolare Störung kann unter anderem genetische und psychosoziale Ursachen haben. Typisch für diese Erkrankung ist die mangelnde Krankheitseinsicht der Betroffenen. Bei der medikamentösen Behandlung werden unter anderem Neuroleptika, Antiepileptika und Antidepressiva verwendet. 

Ursachen einer bipolaren Störung

    Eine bipolare Störung ist ein Krankheitsbild aus dem Bereich der Affektstörungen. (© Andrzej Wilusz - Fotolia.com)

Eine bipolare Störung ist ein Krankheitsbild aus dem Bereich der Affektstörungen. (© Andrzej Wilusz – Fotolia.com)

Von Einzelfall zu Einzelfall werden verschiedene Ursachen diskutiert. Neben der genetischen Disposition spielen biologische und psychosoziale Faktoren sowie Sozialisierungsfaktoren eine Rolle.
Die bipolare Störung ist zwar keine typische Erbkrankheit, dennoch können bestimmte Gene zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko beitragen. Als biologischer Faktor gilt das biochemische Ungleichgewicht bei den Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin. Zu den psychosozialen Faktoren zählen beispielsweise psychosozialer Stress, Traumatisierungen oder gar Mobbing. Die Sozialisierungsfaktoren, die für eine bipolare Störung verantwortlich sein können, sind unter anderem Stress, der das Selbstwertgefühl schwächt, aber auch Schichtarbeit, Überarbeitung, Alkohol, Drogen, u. a.

Bipolar I und Bipolar II

In der Fachliteratur werden bipolare Störungen auch differenziert in Bipolar I und Bipolar II. Unter der Bipolar-I-Störung versteht man die klassische manisch-depressive Erkrankung. Bei der Bipolar-II-Störung hingegen wirken die manischen Phasen weniger stark.

Frühwarnzeichen rechtzeitig erkennen

Man kann eine bipolare Psychose frühzeitig erkennen, denn sie hat bestimmte Anzeichen und Frühwarnzeichen. Die genaue Diagnose kann nur durch einen entsprechend geschulten Arzt bzw. Psychiater erfolgen. Wenn die Frühwarnzeichen richtig gedeutet werden, lässt sich der Krankheitsverlauf günstig beeinflussen, indem adäquat interveniert wird. Zu den Frühwarnzeichen zählen das Schwanken zwischen den Polen Manie und Depression, ständiger Rededrang, Gereiztheit, Streitsucht, Verlust sozialer Hemmungen, Gedankenrasen, u. a. 

Die Heilungschancen einer bipolaren Störung

Die bipolare Störung hat unter bestimmten Umständen gute Heilungschancen. Sie sind abhängig von der Schwere der Erkrankung und der Rechtzeitigkeit des Erkennens. Bei einer entsprechenden medikamentösen und einer geeigneten psychotherapeutischen Behandlung des Patienten kann der Betroffene ein ganz normales Leben führen. Die bipolare Störung wäre damit im Idealfall durch therapeutische Maßnahmen und durch den Einsatz von Medikamenten geheilt. In der Regel erfährt ein therapierter Mensch mit dieser Erkrankung keine Nachteile im sozialen und beruflichen Bereich. Dennoch kann es in Einzelfällen zu Ausgrenzungen im Freundes- und Bekanntenkreis sowie im beruflichen Leben kommen.