Dass Deutschland inzwischen ein Volk von Senioren ist, daran besteht kein Zweifel. Während die Nachwuchsrate in Betrieben immer mehr schrumpft, sind Alten- und Pflegeeinrichtungen heillos überfüllt und drohen an ihrem Personalmangel zu verzweifeln. Zwar verspricht das neue Zuwanderungsgesetz für Fachkräfte in beiden Fällen für etwas Entlastung zu sorgen, das Problem der personengerechten Versorgung von Pflegebedürftigen ist damit aber noch lange nicht aus der Welt geschafft. Glaubt man einer Studie des British Medical Journals, bleibt einem Großteil an Pflegekräften in Altersheimen oft nicht einmal genügend Zeit, um ihre routinemäßigen Tätigkeiten auszuführen, bevor sie zum nächsten Patienten hetzen müssen. Gut 86 Prozent aller Pfleger klagen über eine unverhältnismäßige Aufgaben- und Zeitverteilung, weshalb tiefgreifendere Bedürfnisse der Senioren oftmals gänzlich auf der Strecke bleiben.
Quelle: http://www.altenpflege-online.net

Der ambulante Pflegedienst als Retter in der Not

Bei all dem Wirbel um die Zustände in Alten- und Pflegeheimen kommt die Bedeutung des ambulanten Pflegedienstes deutlich zu kurz. Dabei dienen mobile Pflegekräfte schon jetzt als unerlässliches Bindeglied zwischen Vollzeitbetreuung in den eigenen vier Wänden und stationärer Pflege. Vor allem in Bezug auf den anhaltenden Platzmangel in den Heimen wäre der Pflegesektor noch mehr in Bedrängnis als ohnehin schon, gäbe es für Angehörige nicht die Option, sich dank des Betreuungsangebots auf Abruf etwas mehr Freiraum und Verschnaufpausen zu verschaffen. Selbst in sogenannten Senioren WGs bildet die ambulante Pflege die Basis einer selbstständigeren Wohnsituation für ältere Menschen. Politiker wie die nordrhein-westfälische Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens drängen daher zu Recht zu einer Reform der ambulanten Alterspflege. Eine bessere Nutzbarkeit und individuellere Kombinationsmöglichkeiten für Angehörige stehen bei Steffens Forderung klar im Vordergrund, denn wenn ein Pflegemodul Heimeinrichtungen und Familienmitglieder vor dem totalen Zusammenbruch retten kann, dann ist es die ambulante Intensivpflege. Nähere Infos finden Sie auf http://www.pgs-heimbeatmung.de/intensivpflege.

Pflegeheim, ambulanter Dienst oder vielleicht sogar eine Senioren WG? – So finden Sie die richtige Pflegeform

Entscheidend für den möglichen Einsatz der ambulanten Pflege oder den Einzug in eine Senioren WG anstelle einer Unterbringung im Heim ist neben den Beteiligungsmöglichkeiten der Angehörigen am Pflegeaufwand in erster Linie das Krankheitsbild des Patienten. Während manche altersbedingten Erkrankungen durchaus eine hohe Selbstständigkeit erlauben, binden andere gesundheitliche Beeinträchtigungen Betroffene oft gänzlich ans Bett. Manchmal ist aber auch die falsche Pflegeform für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes verantwortlich:

allgemeine Altersschwäche:

In vielen Fällen von Pflegebedürftigkeit im Alter kommt es auf die Schwere und Ausprägung der körperlichen Symptome an. Gerade was Gedächtnisstörungen anbelangt, muss ein Altersheim nicht immer die einzige Option bleiben, denn so lange die Senilität sich in Grenzen hält, kann durchaus auch eine Wohngemeinschaft mit anderen Senioren in Frage kommen. Allerdings sollten diese dazu in der Lage bzw. bereit dazu sein, ein Auge auf den geistig etwas nachlassenden Mitbewohner zu werfen.

Lähmungen:

Hat der Patient bereits einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten und weist deshalb körperliche Lähmungen auf, ist eine Vollzeitbetreuung meist unabdingbar. Diese kann entweder durch einen Angehörigen oder ein Pflegeheim erfolgen, wobei Familienmitgliedern die Nutzung ambulanter Betreuungsangebote dringend angeraten wird, um sich gelegentlich selbst entlasten zu können.

Osteoporose:

Ein besonders gutes Beispiel dafür, wie die Wahl der Pflegeform sich auf den Krankheitsverlauf auswirkt, ist der altersbedingte Knochenschwund. Wird er nicht rechtzeitig erkannt oder richtig behandelt, gilt er oft als Karriere in die Hilflosigkeit. Damit Betroffene also nicht in eine Komplettabhängigkeit verfallen, ist es wichtig, ihre Eigenständigkeit so lange wie möglich zu bewahren. Eine durch den mobilen Pflegedienst betreute Wohngemeinschaft oder eine ambulante Intensivpflege im eigenen Heim ist hier sehr zu empfehlen.

seelische Aspekte:

Der Lebensabend ist zwangsläufig mit der seelischen und mentalen Vorbereitung auf den Tod verbunden. Somit sollte die Umgebung, in der ältere Personen diese letzte Phase ihres Lebens verbringen eine angenehme sein. Eine häusliche Pflege ist in diesem Zusammenhang nur dann sinnvoll, sofern es keine familiären Spannungen gibt. Die Unterbringung in einem Pflegeheim oder einer WG wiederum sollte nur dann erfolgen, wenn der oder die Betroffene damit einverstanden ist bzw. sich in der neuen Wohnsituation wohl fühlt.

Lebenssituation der pflegenden Angehörigen:

Kinder, Ehepartner und Verwandte, die sich dazu entschließen, ihre Liebsten im Alter selbst zu pflegen, unterliegen oftmals einer enormen nervlichen Belastung. Kommen dann noch die eigene Berufstätigkeit, die Erziehung der eigenen Kinder oder gar eigene gesundheitliche Beschwerden dazu, ist dringend über eine Kombination der häuslichen Pflege mit einer zeitweisen Unterbringung im Heim oder mobilen Pflegekräften nachzudenken.