Gute-Laune-Tee“ verspricht Vitalität und Lebensfreude, „Magenfein-Tee“ macht schwere Speisen bekömmlicher und lindert Verdauungsbeschwerden, „Einschlaf-Tee“ lässt gestresste Menschen abends leichter zur Ruhe kommen. Viele bekannte Tee-Hersteller bieten ihren Kunden neben den üblichen Teesorten und jahreszeittypischen Mischungen (z.B. Weihnachtstee) Teezusammenstellungen an, deren Genuss bestimmte wohltuende oder gar heilende Wirkungen hervorbringen soll. Was ist dran an diesen Versprechungen, was in drin in diesen Tees?

Echt Wirkung vs. Placebo

Womöglich führt bereits das Ritual zum gewünschten Effekt: Man bereite sich eine Tasse „Momente der Ruhe“ Tee zu, ziehe die Vorhänge zu und lehne sich beim Genuss des heißen Getränks einige Minuten zum Abschalten zurück. Mit Werbeversprechungen gehen immer positive Erwartungen des Konsumenten einher, die nachweislich Erstaunliches bewirken können. Neue Erkenntnisse aus der Placebo-Forschung untermauern immer mehr, wie wichtig positive Erwartungen für den tatsächlichen Wirkungseintritt einer Substanz sind, auch wenn es sich dabei um ein Placebo handelt. Handelt es sich bei dem großen Angebot an Tee für alle Lebenslagen auch um Placebos, oder enthalten diese tatsächlich wirksame Inhaltsstoffe?

Was beinhalten Gesundheits- und Wellness-Tees?

Tatsächlich scheinen viele der Tee-Hersteller nicht nur leere Versprechungen zu machen, sondern greifen auf teils jahrhundertealtes, überliefertes Heilwissen zurück. In Zeiten vor der modernen Pharmaindustrie stand den Medizin-Gelehrten eine Vielzahl an Kräutern und heilenden Pflanzen zur Verfügung. Oft wurden aus diesen Pflanzen wässrige Auszüge – also Tee – gewonnen, mit denen Kranke behandelt wurden. Neue Ansätze einer ganzheitlichen Medizin greifen zunehmend wieder auf altes Heilwissen zurück. Die Behandlung mit pflanzlichen Wirkstoffen (Phytotherapie) erlebte in den letzten Jahrzehnten eine regelrechte Renaissance und mit ihr rückten auch verschiedenste Teezubereitungen zur Besserung des Befindens in den Fokus. Magen- und Verdauungstees enthalten beispielsweise meist altbewährte Zutaten wie zum Beispiel:

  • Kümmel
  • Fenchel
  • Anis

Diese Inhaltsstoffe bewirken erwiesenermaßen eine Harmonisierung des Verdauungstraktes. Ein Tee, der Entspannung und Erleichterung des Einschlafens verspricht, basiert wiederum oft auf Mischungen aus Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblumenkraut. Hierbei handelt es sich um Kräuter, deren Wirksamkeit ebenfalls in einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien bestätigt werden konnte.

Wie beliebt sind Teezubereitungen?

Etwa 25000 Tassen Tee werden durchschnittlich pro Sekunde weltweit getrunken – das sind 3,9 Millionen Tonnen im Jahr. Erwartungsgemäß weist Großbritannien im internationalen Vergelich den höchsten pro-Kopf Verbrauch auf: 2,2 kg pro Jahr. Deutschland liegt mit etwa 0,7 kg pro Einwohner zwar eher im Mittelfeld, aber auch hierzulande steigt der Tee-Konsum, besonders von Gesundheits- und Wellnesstees. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass immer mehr Menschen „sanfte“ Behandlungsmethoden schätzen lernen und auf pflanzliche Mittel zurückgreifen. Sei es zur milden, nebenwirkungsarmen Selbsttherapie leichterer gesundheitlicher Beschwerden oder einfach um sich etwas Gutes zu tun – rezeptfreie pflanzliche Mittel und insbesondere auch Tees stehen hoch im Kurs. Es gibt sie nicht nur in Apotheken, sondern auch in:

  • Supermärkten
  • Onlineshops
  • Reformhäusern
  • Drogerien

Die Auswahl ist groß und auf alle Lebenslagen und Bedürfnisse zugeschnitten: Von entspannenden, beruhigenden Tees über Stimmungsaufheller bis hin zu leistungs- und konzentrationsfördernden Zubereitungen. Auch für Wellness und Beauty- Interessierte scheinen Kräuter gewachsen zu sein: Entschlackungs-, Entwässerungs- und Figurtees sollen das Aussehen verschönern, das Bindegewebe stärken und die Fettverbrennung verbessern.

Sind Tees für Kinder empfehlenswert?

Insbesondere bei Kindern muss auf eine milde Behandlung von gesundheitlichen Beschwerden geachtet werden, da Nebenwirkungen von Medikamenten hier viel schneller und ausgeprägter zum Tragen kommen. Insbesondere bei Kleinkindern oder Säuglingen gibt es oft nur eine geringe Bandbreite an Medikamenten, die überhaupt bedenkenlos eingesetzt werden können. Hier kann eine passende Teemischung eine sehr gute Behandlungsoption von leichten Beschwerden sein. Kinder leiden beispielsweise häufig an Bauchschmerzen und können von äußerst bekömmlichen Magentees mit Kümmel und Fenchel profitieren. Mit Honig leicht gesüßt, werden die wohlschmeckenden Tees oft auch bereitwilliger angenommen als bittere Magentropfen.

Wie steht es um die Standart-Teesorten?

Selbst häufig konsumierte Teesorten, die nicht explizit mit bestimmten Wirkungsversprechen beworben werden, haben teils ausgeprägte Wirkungen auf Körper und Geist. Pfefferminztee werden beruhigende, krampflösende und schmerzstillende Eigenschaften nachgesagt, weswegen er beispielsweise bei Menstruationsbeschwerden sehr gut eingesetzt werden kann. Kamillentee ist bekannt für seine antibakterielle Wirkung bei Magen-Darm-Infekten oder Erkrankungen der Atemwege. Schwarzer Tee als bekömmlichere Alternative zu Kaffee, die durch das enthaltene Koffein ebenfalls einen vitalisierenden Effekt hat, ist nicht nur in Großbritannien weit verbreitet. In den letzten Jahren zunehmend ins Gespräch gekommen ist insbesondere der Grüntee als Allroundmittel für Gesundheit und Aussehen. Er soll die Fettverbrennung ankurbeln und beim Abnehmen behilflich sein, das Hautbild verbessern, das Immunsystem unterstützen und sogar durch enthaltene Antioxidantien freie Radikale im Körper eindämmen und auf diese Weise eine krebsvorbeugende Wirkung entfalten. Grünteezubereitungen sind auch in pulverisierter Form erhältlich: Eine Alternative ist zum Beispiel matcha-tee24.de. Dieses Getränk eignet sich auch zur Zubereitung als Eistee an wärmeren Tagen.

Birgt der Genuss von Tee auch Risiken?

Die weit verbreitete Meinung, was pflanzlich ist, kann nicht schädlich sein, ist auch in Bezug auf Teemischungen ein Irrglaube. Vielmehr gilt auch hier: keine Wirkung ohne Nebenwirkung – die Dosis macht das Gift! Wer kannenweise schwarzen Tee konsumiert dürfte sich deutlich unwohl fühlen und belastet Herz und Kreislauf. Wer sich übermäßig viel Entwässerungstee zuführt, riskiert unter Umständen bedrohliche Dehydrierungszustände und Mineralienverlust. Hält man sich hingegen an Dosierungsempfehlungen, die üblicherweise auf Verpackungen der Teemischungen nachzulesen sind, wird man von milden, wohltuenden Wirkungen profitieren und keine Nebenwirkungen erwarten müssen. Neben der Dosierung sollte allerdings auch auf hochwertige Qualität des Tees geachtet werden, da billige Ware oft mit Schadstoffen belastet ist.

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