Ein Virus ist ein Mikroorganismus, der Krankheiten auslösen kann. Normalerweise werden Viren von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion (vor allem beim Husten oder Niesen) übertragen. Auch Schmierinfektionen durch direkten Hautkontakt sind möglich. Es kommt aber keineswegs durch jeden Kontakt mit Erregern gleich zur Erkrankung. Ein starkes und intaktes Immunsystem wehrt diese ab, bevor sie Schaden anrichten können.

Der Ablauf einer Infektion

Viren sind anpassungsfähige Überlebenskünstler, die eine Wirtszelle brauchen, um sich zu vermehren. Sobald sie mit dem Körper (meist über die Schleimhaut der Atemwege) in Berührung kommen, dringen sie über die Blutbahn in eine Körperzelle ein und besetzen diese. Das menschliche Immunsystem registriert den Eindringling und setzt sofort allgemeine Abwehrmaßnahmen in Gang. Spezielle weiße Blutkörperchen, die immer in der Blutbahn patrouillieren, greifen den Virus an, finden diesen aber nicht mehr, sobald er in eine menschliche Zelle eingedrungen ist. Wenn es den Blutkörperchen gelingt, alle Viren sofort zu beseitigen, während sie noch in der Blutbahn schwimmen, kommt es nicht zum Krankheitsausbruch. Gleichzeitig beginnen noch andere, nur auf Abwehr spezialisierte Blutkörperchen mit der Bildung von exakt auf den Virus zugeschnittenen Antikörpern. Mit diesen Antikörpern können noch im Körper verbliebene Viren ganz gezielt bekämpft werden.
Der Mensch bemerkt die Ansteckung meist kaum, er hat höchstens ein schnell vorübergehendes Krankheitsgefühl, eventuell mit leichtem Fieber. Nach einige Stunden oder einem Tag ist er wieder beschwerdefrei, aber keineswegs gesund. Die Viren haben bereits begonnen, sich schleunigst in der Wirtszelle zu vermehren, bis diese wegen Überbesiedlung platzt und ihren Inhalt in die Blutbahn entleert. Das passiert durchschnittlich drei Wochen nach der Ansteckung. Jetzt wird der Körper mit unzähligen Viren überschwemmt – die Krankheit ist ausgebrochen. Das Immunsystem ist aber darauf vorbereitet und greift die Viren mit den mittlerweile gebildeten Antikörpern an. Der Kampf kann ein bis zwei Wochen dauern, bis der letzte Virus beseitigt ist.

Behandlung von Virusinfektionen

Es gibt verschreibungspflichtige Medikamente, die wegen ihrer starken Nebenwirkungen nur bei sehr schwer verlaufenden Virusinfektionen eingesetzt werden. Antibiotika helfen nur gegen bakterielle Erreger, gegen Viren sind sie wirkungslos. Um den Körper bei seinem anstrengenden Abwehrkampf zu unterstützen, ist es unbedingt notwendig, Bettruhe einzuhalten. Naturheilmittel können helfen, den Krankheitsverlauf abzukürzen.