Beim Mobilfunk funktioniert die Datenübertragung mit Hilfe von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern. Bei der Nutzung von Handys werden Teile dieser Feldenergien bei üblicher Nutzung in den Kopf des Nutzers gelangen. Wenn das Handy sich in der Hosentasche befindet, wird die Feldenergie dementsprechend vom Gesäß aufgenommen. Damit das nicht in rauhen Mengen geschieht, soll die so genannte spezifische Absorptionsrate (SAR) eines jeden Handys höchstens 2 Watt pro Kilogramm betragen.

Das jedenfalls ist der Wert, der von der ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) empfohlen wird. Wenn man den Angaben von Herstellern glaubt, wird dieser Wert regelmäßig von allen handelsüblichen Handys unterschritten. Besonders strahlungsarme Handys werden mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat eine Liste mit den gängigsten Handys zusammengestellt und als PDF-Datei herausgegeben. Das Amt erhebt die relevanten Daten in regelmäßigen Abständen.

Besteht trotzdem ein Risiko?

Die hochfrequenten elektromagnetischen Felder, die bei der Nutzung von Handys auftreten, stehen im Verdacht, negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Es bestehen vereinzelt Hinweise darauf, dass biologische Auswirkungen auch bei einer Handystrahlung vorliegt, die die zugelassenen Grenzwerte unterschreitet. Es hat jedoch die Technische Universität Darmstadt in einer im Jahre 2013 veröffentlichten Studie über 6 Jahre hinweg herausgefunden, dass die menschliche Erbsubstanz durch den Gebrauch von Handys keinen statistisch signifikanten Einflüssen unterliege.

Was sagen Ärzte über die Gefährlichkeit der Handystrahlung?

Bei Umfragen unter Ärzten zum Thema elektromagnetische Felder wurde deutlich, dass das Wissen dazu nicht allzu hoch ist. Nur wenige Mediziner nutzen die Fortbildungsangebote des Bundesamtes für Strahlenschutz. Doch zwei Drittel der befragten Ärzte gaben an, dass elektromagnetische Felder als Ursache gesundheitlicher Beschwerden im Rahmen von Patientengesprächen im Laufe eines Jahres mindestens einmal zur Sprache komme. Im Durchschnitt würden drei Patienten pro Jahr und Arzt wegen Beschwerden in die Praxis kommen, die im Zusammenhang mit Handystrahlung gesehen würden. In den meisten Fällen sollen die Patienten selbst diesen Verdacht geäußert haben. Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist also relativ groß, ob Handystrahlung nicht gefährlicher sein könnte als allgemein angenommen.

Kann man Maßnahmen ergreifen, um die Handystrahlung zu verringern?

Nach dem derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse reichen die angegebenen Richtwerte also aus, um einer nachgewiesenen Gesundheitsgefahr zu entgehen. Es bleibt jedoch ein Restrisiko, daher kann die Forschung keine endgültige Entwarnung geben. Denn restlos geklärt ist nicht, ob es nicht zu längerfristigen Schäden durch die Handystrahlung kommen kann, etwa bei einer intensiven Nutzung über 10 Jahre hinweg und länger. Auch unklar ist, ob die Nutzung von Handys durch Kinder bei diesen gesundheitliche Schäden hervorrufen könnte.

Die Handystrahlung, die beim Telefonieren auftritt, während sich das Handy in Körpernähe befindet, ist wesentlich stärker als die Felder, die von Mobilfunkbasisstationen in der Nachbarschaft ausgehen. Der einzelne Nutzer kann also einiges tun, um die Stärke der elektromagnetischen Felder selbst zu beeinflussen und die Dauer der Belastung durch Handystrahlung zu verkürzen.

  • Es sollte so selten und so kurz wie möglich mit dem Handy telefoniert werden. Wenn möglich, sollte auf das Festnetztelefon zurückgegriffen werden
  • Vermeiden Sie es, bei schlechtem Empfang das Handy zu nutzen, etwa im Auto. Je schlechter nämlich der Datenverkehr mit der Basisstation ist, umso höher muss die Sendeleistung des Handys sein. Eine starke Sendeleistung bedeutet ein intensives hochfrequentes elektromagnietisches Feld. Die Autokarosserie z.B. verschlechtert eine Verbindung zwischen Handy und Basisstation ungemein – ein Grund mehr, nicht im Auto zu telefonieren
  • Nutzen Sie möglichst nur Handys mit einem geringen SAR-Wert. Diese erzeugen weniger starke elektromagnetische Felder. In der Gebrauchsanweisung des Handys ist der SAR-Wert aufgeführt
  • Nutzen Sie ein Headset. Die Strahlenintensität nimmt dadurch ab bzw. der Kopf ist beim Telefonieren einer geringeren Strahlung ausgesetzt
  • Telefonate mit Kindern sollten möglichst vermieden werden, wenn das Kind hierzu ein Handy nutzen muss.

Weitere wichtige Hinweise zum Themna Handystrahlung

Da elektronische Geräte noch sensibler auf Handystrahlung reagieren als der menschliche Körper, sollten Träger von Herzschrittmachern einen Abstand zu ihren Geräten von mindestens 20 cm halten, am besten jedoch auf das Handy ganz verzichten. Ein Schrittmacher kann ansonsten durch Mobiltelefone negativ beeinflusst werden. Darum sollte das Mobiltelefon keinesfalls in der Jackett-Tasche getragen werden. Bei Trägern von Hörgeräten können Störgeräusche auftreten, wenn sich ein Handy in der Nähe befindet. Träger von Hörgeräten sollten daher Abstand von Handys halten oder das Hörgerät abschalten. Medizinische Geräte in Arztpraxen und Krankenhäusern können auch bei Abständen von weniger als 2 Metern in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Es ist daher auf einen ausreichenden Abstand zu medizinischer Elektronik zu achten. Besonders gilt das natürlich auf Intensivstationen oder in OP-Säälen. Handyverbote in Krankenhäusern sind unbedingt einzuhalten. Auch während eines Fluges ist es wegen der empfindlichen Steuerungselektronik an Bord nicht gestattet, ein Handy einzuschalten. Das schreibt § 27 des Luftverkehrsgesetzes vor. Das Nutzungsverbot für Handys im Auto hingegen dient „nur“ der Vermeidung von Ablenkungen des Fahrers.

Selbstverpflichtung von Mobilfunkbetreibern

Die Mobilfunknetzbetreiber haben sich seit dem Jahre 2001 selbst dazu verpflichtet, „Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsschutz, Information und vertrauensbildende Maßnahmen beim Ausbau der Mobilfunknetze“ zu ergreifen. Hierzu gehört unter anderem, die Belastung durch elektromagnetische Felder zu kontrollieren. Entsprechende Maßnahmen werden durch die Mobilfunkbetreiber mitfinanziert. Ebenfalls beteiligen sie sich am DMF (Deutsches Mobilfunk Forschungsprogramm). Mit Hilfe des Programms soll das Wissen, der Verbraucherschutz und das Risikomanagement im Bereich des Mobilfunks weiterhin verbessert werden. Vier Forschungsvorhaben sind bislang gestartet worden, für die das Bundesumweltministerium verantwortlich ist.

Quelle: http://www.emf-forschungsprogramm.de

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