Nachdem aufgrund von langfristiger gedachter Karriereplanungen immer mehr Frauen eher spät schwanger werden, häufen sich in den Krankenhäusern die sogenannten „Risikoschwangerschaften“ aufgrund des „höheren“ Alters der Schwangeren. Aus diesem Grund wird bereits gemunkelt, dass demnächst der Begriff „Risikoschwangerschaft“ für diese Gebärenden überdacht wird.

Ganz falsch ist das mit dem höheren Risiko jedoch nicht. Je älter die Frau, desto höher ist das Risiko für Trisomien. Das Risiko steigt ab ca. 35 Jahren sogar exponentiell an. Die bekannteste Trisomie ist Trisomie 21 oder das „Down-Syndrom“. Weitere überlebensfähige Trisomien sind die Trisomie 18 und die Trisomie 13, wobei beide mit starken körperlichen und geistigen Behinderungen sowie einer deutlich reduzierten Lebenserwartung einhergehen. Mittlerweile gibt es jedoch sehr gute Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung solcher Trisomien.

Nur bei Verdacht auf schwerwiegende Krankheiten wird untersucht

Grundsätzlich sind Untersuchung zur Früherkennung von Erbkrankheiten nur dann erlaubt, wenn es sich um schwerwiegende Krankheiten handelt, die sich innerhalb der ersten Lebensjahre entwickeln. Krankheiten, die später auftreten (wie z.B. Chorea Huntington), dürfen nicht pränatal diagnostiziert werden.

Die Dicke der Nackenfalte sagt viel aus

Die wichtigste dieser Untersuchungen zur Früherkennung ist die Nackenfaltenmessung mittels Ultraschall. Ist die Nackenfalte des Fetus mehr oder weniger verdickt, so ist dies ein Hinweis auf das Vorliegen einer Trisomie. Jedoch ist dieser Test nicht 100% sensitiv, was bedeutet, dass auch bei normalem Untersuchungsergebnis eine Trisomie vorliegen kann.

Die Untersuchungen sind nicht ohne Risiko

Weitere mögliche Untersuchungen des ungeborenen Kindes sind die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) sowie die Chorionzottenbiopsie (Gewebeentnahme aus der Plazenta). Jedoch sind diese Untersuchungen deutlich höher risikobehaftet – schließlich muss mit einer Nadel in den Bauch der Schwangeren gestochen werden. Das Risiko, den Fötus zu verletzen, ist dabei sehr gering; jedoch können andere Reaktionen ausgelöst werden, die zu Blutungen oder sogar zum Abort führen können. Diese beiden Untersuchungen zur Früherkennung können außer Trisomien auch andere Krankheiten des Fetus vorhersagen.

Jegliche Untersuchung zur Früherkennung darf nur nach ausführlicher Aufklärung durch den durchführenden Arzt / die durchführende Ärztin angewandt werden. Die Schwangere sollte sich darüber im Klaren sein, dass besonders die invasiven Untersuchungen (Amniozentese und Chorionzottenbiopsie) zwar Früherkennung bieten, jedoch auch risikobehaftet sind. Außerdem muss der Patientin klar sein, dass die Früherkennung nur durchgeführt werden sollte, wenn klar ist, was bei welchem Ergebnis anschließend passiert. Eine Früherkennung ohne Konsequenz, quasi „nur um es zu wissen“, sollte in keinem Fall durchgeführt werden.

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