Bei den meisten Menschen ist der Sommer die beliebteste Jahreszeit. Der verstärkte Lichteinfall kurbelt die Endorphin- und Serotoninproduktion an. Das Aufstehen am Morgen fällt weniger schwer, der Alltag lässt sich scheinbar einfacher bewältigen. Die warme Luft und der Sonnenschein laden am Abend zum Spazierengehen oder zum Feiern im Freien ein. Insbesondere Gartenbesitzer wissen, dass sich die Natur in der warmen Jahreszeit mit allen Sinnen genießen lässt.

Gesundheitliche Vorteile des Sommers

Um den Sommer richtig genießen zu können braucht es einige Vorkehrungen ( Bildquelle: nito– Bigstock® )

Um den Sommer richtig genießen zu können braucht es einige Vorkehrungen ( Bildquelle: nito– Bigstock® )

Die angenehmen Temperaturen und der Sonnenschein wirken sich in vielerlei Hinsicht positiv auf den menschlichen Organismus aus. Aufgrund der hormonellen Umstellung fühlen sich depressive Menschen weniger schwermütig und unausgeglichen. Während sie den Winter häufig dazu nutzen, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen und sich mit Selbstzweifeln herumzuplagen, kann der verstärkte Lichteinfall sie zu neuem Aktionismus anregen. Auch auf die Psyche von Gesunden wirkt sich die Sonne positiv aus. Weiterhin lockert die allgemeine Wärme die Muskulatur. Verspannungen und Gelenkbeschwerden treten seltener auf. Sportler benötigen kürzere Aufwärmphasen. Ältere und kranke Menschen fühlen sich insgesamt beweglicher. Der Kreislauf von Bewegungsarmut – daraus folgenden körperlichen Beschwerden – Schonhaltung, verbunden mit einem weiterem Bewegungsmangel – Verschlimmerung der vorhandenen Beschwerden wird durchbrochen. Letztlich regt die verstärkte Sonneneinstrahlung die Vitamin-D3-Produktion an. Dieses Vitamin ist für den Menschen lebenswichtig. Es sorgt in Verbindung mit Calcium und Phosphor für einen starken Knochenbau und wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus. Das Infektionsrisiko, der Knochenabbau und die Gefahr einer Rachitis werden gemindert.

Der Sommer bringt auch Gefahren mit sich

Wenngleich die warme Jahreszeit gegenüber den kalten und nassen Monaten viele Vorteile besitzt, birgt sie einige Risiken. Der Organismus ist diversen Umwelteinflüssen ausgesetzt, die gesundheitliche Schäden nach sich ziehen können.

Schneller Wechsel von Hitze und Kälte belastet den Kreislauf

Hitzeperioden im Sommer werden, häufig begleitet durch Gewitter, mehrfach von kühleren Phasen abgelöst. Der Körper muss sich auf die jeweiligen Wetterumschwünge mühsam einstellen. Wer den Organismus nach einem ausgiebigen Sonnenbad im kalten Gewässer abkühlt, mutet ihm ebenfalls einen starken Temperaturwechsel zu. Der ohnehin geforderte Kreislauf könnte schlappmachen. Ältere Menschen, chronisch Kranke und Säuglinge sind besonders anfällig für Kreislaufprobleme in der warmen Jahreszeit. Erste Anzeichen sind Blässe und Schwäche, ein flacher und schneller Puls sowie das Auftreten von kaltem Schweiß. Um derartigen Erschöpfungszuständen vorzubeugen, ist es wichtig, dem Körper ausreichend Flüssigkeit zuzuführen. Mindestens 2 Liter Flüssigkeit sollte ein gesunder Erwachsener täglich aufnehmen. Alkoholische und zuckerhaltige Getränke sind ungeeignet, empfehlenswerter sind Wasser sowie Tees und verdünnte Fruchtsäfte. In den Mittagsstunden ist der Aufenthalt im Freien möglichst zu vermeiden. Der frühe Morgen oder der späte Abend eignen sich besser für Spaziergänge und Aktivitäten im Freien. Starke körperliche Belastungen sollten bei Hitze vermieden werden. Insbesondere Sportler dürfen ihr Training nicht übertreiben. Im Gegensatz dazu tritt bei allzu starker Überwärmung des Körpers der Hitzschlag ein. Er ist an einem heißen und hochroten Kopf, an trockener Haut, Benommenheit sowie einer hohen Körpertemperatur erkennbar. Möglicherweise verliert der Betroffene das Bewusstsein. Ein derartiger Zustand kann lebensgefährlich sein. Daher muss der Notarzt gerufen werden. Bis zu dessen Eintreffen ist der Betroffene im Schatten zu lagern. Starke Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf kann einen Sonnenstich hervorrufen. Erste Anzeichen können Übelkeit, Bewusstseinsstörungen sowie Kopfschmerzen sein. Kleinkinder und alte Menschen sind wegen des fehlenden Sonnenschutzes durch einen starken Haarwuchs für den Sonnenstich besonders gefährdet. Zur Vorbeugung ist beim Aufenthalt im Freien eine Kopfbedeckung anzuraten, die gleichzeitig das Gesicht und den Nacken schützt. Besteht der Verdacht auf einen Sonnenstich, ist die betroffene Person in den Schatten zu bringen und mit nassen Tüchern zu kühlen. In schweren Fällen muss der Notarzt gerufen werden.

Belastungen der Atemwege während des Sommers

 

Achtung Allergiker: Der Sommer bringt eine Menge Pollenstaub mit sich ( Bildquelle: Kzenon– Bigstock®)

Achtung Allergiker: Der Sommer bringt eine Menge Pollenstaub mit sich ( Bildquelle: Kzenon– Bigstock®)

Vom Frühjahr bis zum Herbst trägt der Wind die unterschiedlichsten Pollen durch die Luft. Allergiker reagieren auf sie mit Hautirritationen, Heuschnupfen oder asthmatischen Beschwerden. Bereits vorhandene Atemwegsprobleme verstärken sich bei vielen Betroffenen, wenn sie mit den jeweiligen Allergenen in Kontakt kommen. Unbehandelt kann sich aus einem allergischen Schnupfen im Laufe der Jahre ein Asthma entwickeln. Daher ist es empfehlenswert, bei den ersten Anzeichen einen Facharzt aufzusuchen, der entsprechende Gegenmaßnahmen einleitet. Neben der Hyposensibilisierung, die über Jahre dauern kann, werden verschiedene Mittel verabreicht. Viel kann der Betroffene selbst dazu beitragen, dass sich die Beschwerden in Grenzen halten. Es lohnt sich beispielsweise, vor dem Zubettgehen die Haare gründlich zu waschen, nachts die Fenster geschlossen zu halten und den Aufenthalt im Freien in der Pollen-Hauptflugzeit möglichst kurz zu halten. Auf dem Land fliegen die Pollen übrigens verstärkt am frühen Morgen, in der Stadt hingegen am Abend. In Großstädten kommt es häufig zum Sommersmog. Hierfür ursächlich sind die Abgase der Verkehrsmittel in der Kombination mit der verstärkten Sonneneinstrahlung. Die dabei entstehenden Luftbeeinträchtigungen können zu Atemwegsproblemen führen. Der Aufenthalt im Freien sowie stärkere körperliche Belastungen sind während dieser Zeit zu meiden.

Starke Sonnenstrahlung ist gefährlich für die Haut

Die größte Gefahr im Sommer jedoch stellt die Sonneneinstrahlung für die Haut dar. Wenngleich ein Sonnenbrand in den meisten Fällen bereits nach einigen Tagen abgeklungen ist, vervielfacht er doch das Risiko zur Entstehung eines Hautkrebses. Selbst die generelle Anwendung von Sonnenschutzmitteln kann diese Gefahr nicht gänzlich ausschalten. Je nach Hauttyp unterscheidet sich die Eigenschutzzeit der Haut, während der der Aufenthalt in der Sonne unschädlich ist. Der Hauttyp 1 besitzt eine helle Haut, die niemals bräunt. Hier fehlt der Pigmentschutz. Die Haut verbrennt bereits nach 5 bis 10 Minuten direkter Sonneneinstrahlung. Menschen mit dem Hauttyp 2 dürfen sich bis zu 20 Minuten in der Sonne aufhalten. Sie werden mäßig braun. Der Hauttyp 3 ist bis zu einer halben Stunde vor dem Sonnenbrand geschützt. Menschen mit dem Hauttyp 4 bräunen sehr schnell und können bis zu 40 Minuten in der direkten Sonne verweilen. Der Hauttyp 5 ist kaum vom Sonnenbrand betroffen. Entsprechend des Hauttyps ist ein Sonnenschutzmittel zu verwenden. Als Sonnenschutzmittel bietet der Handel

  • Sonnencremes
  • Sonnenöle
  • Gels
  • oder Sprays

an. Welches Mittel besonders geeignet ist, hängt von der sorgfältigen Anwendung sowie von seinen Inhaltsstoffen ab. Sprays lassen sich grundsätzlich leicht auf die Haut auftragen, Gels kommen ohne Fette aus und kühlen die Haut. Sonnencremes ziehen aufgrund ihres hohen Fettgehalts schlechter in die Haut ein, wirken aber gleichzeitig pflegend. Allergiker sollten jedoch stets einen Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe werfen, bevor sie sich für ein Mittel entscheiden. Einen vollständigen UV-A-Schutz bieten die Mittel allerdings nicht, daher empfiehlt es sich, zumindest über die Mittagszeit den Aufenthalt im Schatten vorzuziehen. Schattige Bereiche sollten auch Menschen mit Gefäßerkrankungen vorziehen. Besenreiser und Krampfadern verschlimmern sich, wenn sie hohen Temperaturen ausgesetzt werden. Empfehlenswert sind kühlende Fußbäder sowie das Wassertreten in der See. Rosskastanien- und Rotes-Weinlaub-Produkte wirken lindernd und fördern die Venentätigkeit. Zusätzlich optimiert die ausreichende Flüssigkeitszufuhr den Blutfluss und verhindert den Blutstau in den Gefäßen. Um den Magen zu schonen, sollten zimmerwarme Getränke den eisgekühlten vorgezogen werden. Dies vermeidet Magen- und Darmbeschwerden sowie Durchfall und Übelkeit. Wer sich an die gegebenen Ratschläge hält, wird den Sommer ausgiebig genießen können. Beim gemäßigten Aufenthalt an der Sonne kann der Körper dann ausschließlich von den positiven Effekten der Wärme und der Lichtintensität profitieren.

Sommer,Sonne,Sonnenschein

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