Menschen nehmen mit der Nahrung Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße auf. Wer seine Nahrung umstellt oder generell bewusst isst, wird diese Zufuhr regulieren, sodass der Körper nicht mehr bekommt, als er tatsächlich benötigt. Nicht verbrauchte, zugeführte Energie wird in Fettzellen gespeichert, das Gewicht des Menschen steigt. Damit dies nicht passiert, ist es wichtig, die Zufuhr in einem gewissen Maß zu halten; je nach körperlicher Betätigung.

Vitamine und ihr Nutzen:

Vitamin A: Verdauung, Haut und Schleimhäute
Vitamin B1: Herz und Muskeln
Vitamin B2: Entgiftung, Sauerstoffversorgung
Vitamin B3: Ausdauer und Konzentration
Vitamin B5: Vitalität und Stimmung
Vitamin B6: geistige Leistungsfähigkeit und Immunabwehr
Vitamin B7: gesunde Haut und Haare
Vitamin B9: Regeneration
Vitamin B12: Herz, Kreislauf, Nervensystem
Vitamin C: Immunabwehr bei Stress und Belastung
Vitamin D: Knochen, Zähne, Darm und Prostata
Vitamin E: Schutz der Blutgefäße und des Gehirns
Vitamin K: Blutgerinnung, feste Knochen

(Quelle: www.vitamine.com)

Energie ist aber nicht alles, was dem Körper durch die Nahrung zugeführt wird. Spurenelemente sind beispielsweise ebenfalls wichtig, sowie auch Vitamine. Allgemein bekannt ist, dass diese in Obst und Gemüse enthalten sind. Aber auch Menschen, die sich eher selten davon ernähren, bekommen Vitamine; in Form von Milchprodukten, Fisch oder auch in verschiedenen Fleischprodukten sind diese notwendigen Stoffe enthalten.

Wer trotzdem glaubt, davon zu wenig zu sich zu nehmen, greift häufig auf Vitaminpräparate zurück. Dies sind Tabletten, die dem Körper synthetisch hergestellte Vitamine zuführen. Die Diskussion um den Nutzen dieser Präparate ist schon seit einigen Jahren im Gange und hat Wellen geschlagen. Während normalerweise nur sich einseitig ernährende Menschen von einem Mangel betroffen sind, machen sich mittlerweile auch Personen, die auf ihre Ernährung achten, Gedanken um ihren Vitaminhaushalt. Sportler beispielsweise, die oft nach einem strengen Ernährungsplan essen, sind durch die Diskussionen verunsichert, ob sie die Präparate benötigen.

In seiner Fragestunde klärt Bodycoach Holger Gugg (Peak-Blogzumindest für diesen Personenbereich die Frage: Es kann sein, dass eine Zufuhr außerhalb der Nahrung angebracht ist; dafür sei aber in jedem Fall eine differenzierte Betrachtung der jeweiligen Ernährungspläne nötig. In diesem Fall sollten die Sportler aber auf die natürlichste Variante achten; die synthetischen Vitamine seien für den Körper nicht so gut zu verwerten. Dies stimmt – es stellt sich aber in der Literatur die Frage, ob synthetisch hergestellte Vitamine überhaupt effektiv sind. Dieses Dossier betrachtet fünf Artikel zu diesem Thema und stellt in einem Fazit dar, wie effektiv oder wirkungslos laut der Aussagen der Artikel die Präparate tatsächlich sind. 

Abbildung 1: Vitamine sind wichtig für den Körper - Die Wirksamkeit von Präparaten ist allerdings umstritten. ( Bildquelle:  © DmitryRukhlenko - Depositphotos.com )

Abbildung 1: Vitamine sind wichtig für den Körper – Die Wirksamkeit von Präparaten ist allerdings umstritten. ( Bildquelle: © DmitryRukhlenko – Depositphotos.com )

1.Nahrungsergänzung als Gesundheitsrisiko – Überdosis Vitamine (Süddeutsche Zeitung)

Die Süddeutsche Zeitung griff die Problematik, um die synthetischen Vitamine bereits auf. Vor allem die Überdosis wird dabei thematisiert. Dies ist immerhin nicht von der Hand zu weisen; wer die Präparate regelmäßig zu sich nimmt, obwohl die Ernährung alleine für die Versorgung ausreichen würde, muss mit einer Überdosis rechnen. Laut der SZ diagnostizieren Ärzte mittlerweile sogar das als Hypervitaminosen bezeichnete Leiden der Übersättigung. In dem Artikel wird die Notwendigkeit der Vitamine dargestellt, damit der Drang, die synthetischen Produkte zu nehmen, besser zu erklären ist.

  1. Warum sind Vitamine wichtig?
    Dass diese Stoffe wichtig sind zum Funktionieren des Körpers, ist kein Märchen. Sie stärken die Sehkraft und härten die Knochen. Auch für die Blutgerinnung sind sie zuständig. Die obenstehende Infobox zeigt, welches Vitamin welche Auswirkungen im Körper hat. Dadurch wird klar, wie wichtig diese Stoffe sind. Es ist allerdings ebenfalls bewiesen, dass der Körper einige Vitamine zwar einlagern, aber nicht selbst herstellen kann. Deswegen ist es essentiell, über Obst, Gemüse, Getreide und verschiedene tierische Produkte die Stoffe aufzunehmen. Ob allerdings wirklich Präparate notwendig sind, um den Tagesbedarf zu erhalten, ist fraglich.
  2. Sind Vitaminpräparate nötig
    Viele Menschen nehmen die Tabletten, um ihr Gewissen zu beruhigen; nach einer sogenannten Diätsünde beispielsweise, wie einem Stück Sahnetorte. Mehr als ein Drittel aller Erwachsenen in den wohlhabenden Ländern schluckt daher synthetische Vitamine – nötig haben sie dies aber nicht. Da die Ernährung generell in den westlichen Regionen ausgeglichen ist, bekommt der Mensch im Normalfall genug Vitamine zugeführt. Sogar im sogenannten Fast-Food-Essen wie Burger oder in süßen Limonaden sind Vitamine mittlerweile beigemischt – zu erkennen beispielsweise an den Inhaltsstoffen E 307 (Vitamin E) und E 300 (L-Ascorbinsäure oder Vitamin C).

    Vitaminpräparate sind nicht von Nöten ( Bildquelle: © Dan Race - Fotolia.com )

    Abbildung 2: Vitaminpräparate sind nicht von Nöten ( Bildquelle: © Dan Race – Fotolia.com )

  3. Was für Auswirkungen können die synthetischen Vitamine haben?
    Die Wissenschaft zeigt, dass die Ernährungsergänzung durch synthetische Vitamine im besten Fall, keine Auswirkung hat. Allerdings können sie auch schaden; bei Männern, die synthetische Vitamine nehmen, sei Prostatakrebs beispielsweise um 17 Prozent häufiger, wie das Journal of the American Medical berichtet. Warum die synthetischen Mittel schaden können, ist den Forschern nicht ganz klar; sie gehen aber davon aus, dass es beispielsweise zwischen den tausend Substanzen in einem Apfel, von denen noch nicht alle bekannt sind, einige gibt, deren Wechselwirkung für die Ungefährlichkeit des Vitamin C sorgt. Wer ein synthetisch hergestelltes Präparat schluckt, hat diese Wechselwirkung allerdings nicht.

2. Die Wahrheit über Vitamine (Focus)

Die Debatte zum Thema synthetische Vitamine schaffte es auch in den Focus. In einem Artikel klärt dieser auf, was es mit Antioxidantien auf sich hat und woher die Annahme stammt, dass diese vor Krebs schützen. Die synthetischen Vitamine werden auch in diesem Artikel als keine gute Möglichkeit der Nahrungsergänzung beschrieben – die bisherigen Ergebnisse der Wissenschaft seien sehr ernüchternd. Trotzdem werde in diesem Feld aber weiter geforscht, um die noch offenen Fragen zu klären.

Oxidativer Stress:
Eine Stoffwechsellage, in der die reakti-ven Sauerstoffverbindungen in einem Übermaß vorhanden sind oder gebildet werden. Dies kann unter Umständen zu schweren Krankheiten wie Krebs oder Arteriosklerose führen.
(Quelle: www.apotheken-umschau.de)
  1. Wie sinnvoll sind Antioxidantien?
    Antioxidantien, oder synthetischen Vitaminen, wurde eine hohe Kraft in der Krankheitsprävention nachgesagt. Sogar vor Krebs sollten sie schützen. Allerdings ist die Frage, wie sinnvoll sie wirklich sind, mittlerweile nicht mehr so einfach zu beantworten. Forscher gehen davon aus, dass der Körper zu einem gewissen Teil „oxidativen Stress“ benötigt, damit er richtig funktioniert. Die Einnahme von Antioxidantien würde dem entgegenwirken. In Studien konnte allerdings keine generelle Wirkung des Mittels nachgewiesen werden, in vielen Fällen wäre den Menschen mit einem zu hohen oxidativen Stress daher durch solche Nahrungsergänzungen nicht geholfen.
  2.  Warum sollen synthetische Vitamine vor Krebs schützen?
    In den 90er Jahren wurde eine Studie zu synthetischen Vitaminen durchgeführt. Diese kam zu dem Ergebnis, dass die Präparate vor Krebs schützen. Allerdings fanden Wissenschaftler in den vergangenen Jahren heraus, dass die Studie nicht repräsentativ ist. Es wurden beispielsweise Rahmenbedingungen wie Gewicht der Probanden und deren sportliche Betätigung nicht in die Ergebnisse einbezogen. Außerdem war der Zeitrahmen der Studie zu begrenzt, da Krebszellen viele Jahre brauchen, um sich zu entwickeln. Weitere Studien wiederlegten die in den 90er Jahren durchgeführte ebenso. Zwei mussten sogar frühzeitig abgebrochen werden, da die Probanden der Vitamingruppe Teilnehmer an Krebs erkrankten; in den Kontrollgruppen allerdings nicht. Alle Teilnehmer dieser beiden Studien kamen aus Industrieländern, in denen Mangelernährung kein Thema ist.
  3.  Welche Krankheiten werden durch welche Vitaminpräparate begünstigt?
    Die Studien fanden heraus, dass verschiedene Krankheiten von synthetischen Vitaminen begünstigt werden können. Die Einnahme von Vitamin A und E führt beispielsweise zu einer erhöhten Sterblichkeitsrate. Bei Männern kann das Präparat Vitamin E außerdem zur Entstehung von Prostatakrebs beitragen. Bei Rauchern ist das Beta-Carotin schädlich. Dies ist eine Vorstufe des Vitamins A und kann ebenfalls künstlich zugeführt werden. Eine hohe Dosis dieses Stoffes über einen längeren Zeitraum kann Lungenkrebs bei Nikotinsüchtigen begünstigen.

3. Überdosis Vitamine (Süddeutsche Zeitung)

Vitaminpräparate werden in Drogerien, aber auch in Apotheken angeboten. Viele der Apotheker wissen allerdings nicht über die Risiken Bescheid, wie die SZ zusammen mit dem NDR herausfand. Durch die fehlende Aufklärung fehlt den Käufern die Gewissheit, dass es keine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten gibt; denn synthetische Vitamine sind nicht so ungefährlich wie die natürlichen, die der Mensch jeden Tag mit der Nahrung aufnimmt.

  1. Sind mehr Vitamine immer besser?
    Es hält sich beharrlich der Grundsatz: Mehr hilft mehr. Vor allem bei den Vitaminen stimmt dies aber nur bedingt. Zu viele der Präparate können Menschen sogar krank machen. Es ist daher wichtig, dass diese mit Maß und Ziel eingenommen werden. Teilweise sind sie aber sinnvoll; Schwangere oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen benötigen beispielsweise manchmal eine höhere Vitaminzufuhr. In diesen Fällen sollte die Einnahme aber mit einem Arzt abgesprochen und regelmäßig von diesem kontrolliert werden. Die Mediziner haben außerdem eine sehr gute Kenntnis der unterschiedlichen Risiken der beiden Geschlechter.

    Abbildung 3: Schwangere müssen teilweise Vitamine einnehmen, wenn ihr Arzt ihnen dies verordnet. ( Bildquelle: © evgenyataman - Depositphotos.com )

    Abbildung 3: Schwangere müssen teilweise Vitamine einnehmen, wenn ihr Arzt ihnen dies verordnet. ( Bildquelle: © evgenyataman – Depositphotos.com )

  2. Männer und Frauen – Sind die Auswirkungen der Überdosis unterschiedlich?
    Wer zu viele synthetische Vitamine zu sich nimmt, kann durch Auswirkungen der Überdosis krank werden. Diese unterscheiden sich von Männern zu Frauen. Während das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, bei Männern durch eine Überdosis von Vitamin E steigt, hat dies auf Frauen beinahe keine Auswirkungen. Diese sollten dafür aber Vitamin D mit Vorsicht genießen: Vor allem ältere Frauen haben dadurch eine erhöhte Chance, dass ihr Körper Nierensteine bildet. Zu viel von Vitamin A ist aber für beide Geschlechter gleich schädlich: Diese Präparate können Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen bewirken.
  3. Welchen Bedarf decken die in der Nahrung enthaltenen Vitamine?
    Normalerweise deckt die tägliche Nahrung den Vitaminbedarf des Körpers. Vor allem in den Industrieländern, in denen Mangelernährung kein Thema ist. Ein Beispiel: Schon eine halbe Paprika deckt den Vitamin-C-Bedarf für einen Tag. Die Faustregel lautet, dass jeder, der sich gesund und ausgewogen ernährt, keine Nahrungsergänzungsmittel in Tablettenform benötigt. Nur in den schon erwähnten, besonderen Fällen kann die Ergänzung durch Präparate sinnvoll sein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht dies ebenfalls so. Nach diesem herrscht in Deutschland kein Bedarf an Vitaminpillen, da es kein Mangelland ist.

4. Wissenschaftler raten von Vitaminpillen ab (Spiegel Online)

Es gibt mittlerweile eine Reihe von Studien, die zeigen, dass bestimmte Risikogruppen keine Vitaminpräparate zu sich nehmen sollten. Raucher zählen beispielsweise dazu. Aufgrund der Ergebnisse der Studie, empfehlen Wissenschaftler allerdings generell, die synthetischen Vitamine nicht zu verwenden. Immerhin ist die Annahme, wegen der die Einnahme so beliebt wurde, mittlerweile nicht mehr haltbar: Die antioxidative Wirkung der Vitamine schütze nicht vor Krebs. Dies bedeutet, dass Vitamine in gesundem Maß und natürlich wichtig sind für den Körper, die künstlichen Präparate allerdings besser nicht als Nahrungsergänzung genutzt werden sollten. Immerhin hat in Deutschland beinahe keiner eine Mangelerscheinung durch zu wenige Vitamine, daher sind die Präparate in den meisten Fällen überflüssig.

  1. Vitaminpräparate im Vergleich zu Placebos
    Die Studien, die die Wirksamkeit der synthetischen Vitamine und deren eventuelle Risiken untersucht haben, waren auf zwei Gruppen aufgebaut: Eine nahm die Präparate, die andere Placebos. Eine der Studien mit Rauchern zwischen 50 und 69 Jahren zeigte, dass die Einnahme von Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A wird, Lungenkrebs begünstigt. Die Wahrscheinlichkeit für diese Krankheit war durch die Einnahme um 18% erhöht. Generell haben Studien herausgefunden, dass die Sterblichkeit der Probanden bei Einnahme von Vitamin A und Vitamin E signifikant angestiegen ist. Bei Vitamin C wurde allerdings kein signifikanter Effekt im Vergleich zur Kontrollgruppe festgestellt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die synthetischen Präparate mit Vorsicht einzunehmen sind.

    Eine ausgewogene Ernährung braucht keine Vitaminpräparate ( Bildquelle: © Kzenon - Fotolia.com )

    Abbildung 4: Eine ausgewogene Ernährung braucht keine Vitaminpräparate ( Bildquelle: © Kzenon – Fotolia.com )

  2. Gesunde Menschen brauchen keine synthetischen Vitamine
    Deutschland gehört nicht zu den Ländern, die eine ausgewogene Ernährung nur mangelhaft garantieren können. Hier findet Jeder das, was ihm schmeckt. Dies hat den Vorteil, dass viele Menschen auf ihre Ernährung gar nicht so stark achten müssen, um ausgewogen zu essen. Durch die seit Jahren anhaltenden Fehlinformationen, greifen Menschen aber trotzdem zu den Pillen – sie erhoffen sich dadurch beispielsweise eine bessere Fitness. Dass dies ein Trugschluss ist, zeigen die Studienergebnisse. Außerdem haben gesunde Menschen in der Regel keinen erhöhten Vitaminbedarf, sodass die Einnahme im besten Fall keine Wirkung zeigt – im schlimmsten Fall können allerdings die Nebenwirkungen, die in den Studien entdeckt wurden, auftreten.
  3. Sind ausdrückliche Warnhinweise auf den Präparaten angebracht?
    Auf Zigarettenschachteln finden sich mittlerweile Warnhinweise für Raucher, damit sie wissen, wie sie ihrem Körper damit schaden. Einige der Forscher und auch Politiker fordern, solche Warnhinweise auch auf Vitaminpräparaten anzubringen. Damit sind die Kunden besser geschützt vor den eventuellen Nebenwirkungen. Zumindest die Präparate, die nachweislich für bestimmte Risikogruppen gefährlich sind, wie künstliches Beta-Carotin für Raucher, sollten daher mit diesen Hinweisen versehen werden. Außerdem wäre es, nach dem Artikel im Spiegel, ratsam, ein Zulassungsverfahren für diese Präparate einzusetzen. Bevor dies passiert, ist aber Aufgabe der Ärzte und Apotheker, ihre Patienten und Kunden über die möglichen Folgen aufzuklären. Dafür ist der Weg von der Wissenschaft in die Praxis aber zu beschleunigen – momentan dauert es meist einige Jahre, bis das neu gefundene Wissen aus Studien, beim Mediziner oder Apotheker ankommt.

5. Leere Versprechen (Zeit)

Vitaminpräparate sind laut Studien leere Versprechen: Sie schützen den Anwender nicht vor Krankheiten, sondern lösen diese im schlimmsten Fall sogar aus. Trotzdem nimmt aber jeder dritte etwa diese Pillen; Im Jahr 2010 gaben die Deutschen sogar mehr als 800 Millionen Euro für die synthetischen Vitamine aus. Es stellt sich daher die Frage, ob sie nicht doch eine heilsame Wirkung haben – oder woher der Glaube kommt, dass sie sich positiv auf den Körper auswirken. Immerhin sind mittlerweile sogar Kopfschmerztabletten mit Vitamin C angereichert, um gegen Schnupfen zu helfen.

  1. Haben synthetische Vitamine eine heilsame Wirkung?
    Mit den Vitaminen sollen Krankheiten vorgebeugt werden ( Bildquelle: © Subbotina - Depositphotos.com )

    Abbildung 5: Mit den Vitaminen sollen Krankheiten vorgebeugt werden ( Bildquelle: © Subbotina – Depositphotos.com )

    Das schon erwähnte Vitamin C in Kopfschmerztabletten soll vor Schnupfen schützen. In einer Studie fanden Wissenschaftler aber heraus, dass dies nicht stimmt. Nur bei Menschen, die sehr viel Sport treiben, wurde diese Wirkung festgestellt. Auch von anderen Vitaminen ist die Heilsamkeit zu reversieren. Künstliches Vitamin C zusammen mit A und E sollen sogar das Krebsrisiko erhöhen, statt es zu verringern. Die Logik, dass mehr Vitamine immer besser sind, geht deswegen nicht auf. Vor allem von synthetisch hergestellten Stoffen sollten Menschen Abstand nehmen. Die heilsame Wirkung scheint auf einem Irrglauben zu beruhen.

  2. Woher stammt der Glaube um die Heilsamkeit?
    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellten Wissenschaftler fest, dass sich Krankheiten wie Skorbut durch verschiedene Nahrungsmittel heilen ließen. Der erste Anhaltspunkt der Vitamine in der Nahrung war daher gefunden. In den 1920er Jahren, als Skorbut schon lange kein Thema mehr war, gelang es ersten Forschern, die Vitamine zu isolieren und künstlich herzustellen. Es stellte sich aber die Frage, was nun mit diesem Wissen anzufangen war. Die Zeit berichtet, dass der Schweizer Wissenschaftshistoriker Beat Bächi auf der Suche war nach Dokumenten über den Beginn der Vitaminpräparate. Er fand sie im Pharmakonzern Hoffmann la Roche und entdeckte eine erfundene Krankheit: Um das künstlich hergestellte Vitamin C vertreiben zu können, wurde eine Krankheit in die Welt gesetzt, und zwar die sogenannte Vitamin-C-Hypovitaminose (Vitamin-C-Defizit). Die Ärzte verschrieben den daran Erkrankten daraufhin das künstlich hergestellte Präparat und der Pharmakonzern florierte. Diese Logik wurde auch bei den anderen künstlich hergestellten Stoffen angewandt. Es gab plötzlich den Trend, sich Vitaminpräparate zu kaufen, beispielsweise damit die Hornhaut des Auges nicht durch zu wenig Vitamin A verkümmert. Dieser Irrglaube hat sich zum Teil bis heute gehalten – dabei braucht der Mensch gar nicht so viele Vitamine.

    Abbildung 3: Mit der Entdeckung der chemischen Formel konnte Vitamin C künstlich hergestellt werden.( Bildquelle: © Zerbor - Depositphotos.com )

    Abbildung 6: Mit der Entdeckung der chemischen Formel konnte Vitamin C künstlich hergestellt werden.( Bildquelle: © Zerbor – Depositphotos.com )

  3. Wie viele Vitamine braucht der Mensch tatsächlich?
    Es ist noch nicht klar, wie viele Vitamine jeder Mensch tatsächlich täglich zu sich nehmen sollte. Die angegeben Mengen sind nur Schätzwerte. Allerdings untersuchte 2008 eine Verzehrstudie national eine Stichprobe an Menschen auf ihre Vitaminwerte. Das Ergebnis war, dass die Werte den Empfehlungen entsprachen – ganz ohne, dass die Probanden darauf geachtet hätten. Viele Menschen essen sogar weit weniger Obst und Gemüse als empfohlen und haben trotzdem keine Unterversorgung. Dies liegt zum Teil daran, dass auch in, als nicht gesund angesehen Lebensmitteln, Vitamine stecken: Kartoffeln enthalten beispielsweise das Vitamin C, in Pflanzenölen steckt Vitamin E. Anders als bisher angenommen, gehen diese Stoffe auch nicht größtenteils durch das Kochen verloren. Noch etwas ist außerdem wichtig: Während die synthetischen Vitamine Krankheiten begünstigen können, ist eine Überdosis aus natürlichen Quellen, wie einem Apfel, gänzlich unbedenklich. Die Forscher erklären sich dies durch die Wechselwirkung mit den anderen Stoffen in Lebensmitteln, welche bisher noch nicht erforscht sind.

Fazit

Die Anfangsfrage, wie effektiv synthetische Vitamine tatsächlich sind, lässt sich durch diese Betrachtung leicht beantworten. Nur Risikogruppen sind in manchen Fällen darauf angewiesen, die andern Menschen sollten lieber die natürlichen Stoffe zu sich nehmen. Dies deckt sich mit der Aussage von Holger Gugg, der seinen Sportlern empfiehlt, nach Möglichkeit auf natürliche Produkte zu setzen. Unter Punkt 5.1 zeigt sich außerdem, dass diese Gruppe zum Teil sehr gut auf Vitamin C Präparate zugreifen kann – diese stärken das Immunsystem, sodass Erkältungen seltener auftreten. Generell sollten Menschen aber, wie der Bodycoach schon sagte, eher auf die synthetischen Präparate verzichten und auf die Natürlichen setzen. Immerhin ist Deutschland kein Mangelland, sodass niemand eine Unterversorgung oder Mangelernährung befürchten muss.

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© Gina Sanders – Fotolia.com