Der erste „Marathon“ wurde einer Überlieferung zufolge vom griechischen Boten Pheidippides gelaufen, als er 490 v. Chr. in zwei Tagen von Athen nach Sparta gelaufen war, um Hilfe im Krieg gegen die Perser zu suchen.

Marathon

Eine Marathon laufen
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Daraus formten Plutarch und Lukian von Samosata 500 Jahre später eine Legende, dass besagter Bote nach dem Sieg der Athener in der Schlacht von Marathon knapp 42 Kilometer nach Athen gerannt sei, um die Botschaft „Wir haben gesiegt“ zu verkünden, woraufhin er tot zusammenbrach.

Die ersten Läufe der Neuzeit – erstmals in den USA und England seit dem 18. Jahrhundert – hatten mit dieser Überlieferung nichts zu tun. Sie wurden lediglich zum Vergnügen der Zuschauer und zur Befriedigung ihrer Wettleidenschaft ausgetragen. Dabei liefen die Sportler 20 – 30 Meilen (32 – 48 Kilometer) und nicht – wie heutzutage – gegeneinander, sondern gegen die Zeit. Erstmals 1896 gab es bei den Olympischen Sommerspielen von Athen einen organisierten Marathon, bei dem die Streckenlänge 40 Kilometer betrug.

Die Streckenlänge schwankte zwischen 40 Kilometern und 42,75 Kilometern, bis die 1924 offiziell auf 42,195 Kilometer – die exakte Entfernung von Marathon bis Athen – festgelegt wurde. Erst seit 1984 ist Marathon auch eine olympische Disziplin für Frauen.

Training und Wettkampf

Beim Training für den Marathon kommt es besonders auf die Ausdauer der Athleten an. Diese wird von Trainern gerne durch ein Intervalltraining oder durch das langsame Laufen von langen Strecken geschult. Freizeitläufer beispielsweise versuchen während des Trainings nicht über 30 Kilometer zu laufen und wöchentlich mindestens 60 Kilometer.

Erfahrene Marathonläufer laufen weitaus längere Strecken und pro Woche auch mehr Kilometer, sodass sich die Besten nicht selten im Bereich von 200 Kilometern pro Woche bewegen. Es wird dazu geraten, dass Läufer vorerst mindestens 1, wenn nicht sogar 2 Jahre vorher regelmäßig gelaufen sind. Auch Wettkampferfahrungen in niedrigeren Distanzbereichen sind von Vorteil.

Das Training mit einem Trainingsplan beginnt üblicherweise etwa ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Marathon. Dabei erhöht sich alle zwei Wochen die zu absolvierende Strecke bis kurz vor den Marathon. In den letzten zwei Wochen werden die wöchentlich absolvierten Strecken drastisch reduziert, sodass der Körper sich noch ein letztes Mal vor der großen Belastung erholen kann. Nicht nur das Training ist vielen Sportlern wichtig, auch die Ernährung wird kurz vor dem Marathon umgestellt. Sehr häufig nehmen Läufer die Woche vor dem Marathon hauptsächlich kohlenhydratreiche Kost zu sich („Carboloading“), damit die Glykogenspeicher im Körper mehr Kohlenhydrate speichern können, die zur Energiezufuhr dienen.

Während des Marathons wird es zum einen empfohlen, das Tempo gleichmäßig zu halten. Zum anderen gibt es Empfehlungen, den Marathon in Phasen oder Streckenabschnitte zu unterteilen. Dabei bleibt man im ersten Streckendrittel unter seiner Durchschnittsgeschwindigkeit und erhöht im zweiten Drittel seine Geschwindigkeit auf die Durchschnittsgeschwindigkeit. In der Endphase erhöht man nochmals das Tempo.

Entlang der Strecke gibt es immer wieder Gelegenheiten, Wasser zu sich zu führen – was auch oft als „Abkühlung“ über den Kopf geschüttet wird. Dabei ist es wichtig, dass das Wasser isotonisch ist (oft mit Kochsalz versetzt), da zu viel herkömmliches Wasser zu Salzverlust führen und gesundheitsbedrohend sein kann.

Weltrekorde und Bestzeiten

Beim Marathon von Berlin wurden einige der Weltbestzeiten gelaufen. Der momentane Weltrekordhalter Patrick Makau Musyoki aus Kenia lief beim Berlin-Marathon am 25. September 2011 seine Bestzeit von 2:03:38 nur knappe 4 Sekunden vor seinem Landsmann Wilson Kipsang Kiprotich, der einen Monat später in Frankfurt am Main beim Marathon seine Bestzeit von 2:03:42 aufstellte und somit den zweiten Platz der Weltrekorde belegt.

Die erste offiziell anerkannte Weltbestzeit lief der Amerikaner Khalid Khannouchi am 14.04.2002 beim Marathon in London mit 2:05:38.

Der offizielle Weltrekord der Frauen wurde am 13.04.2003 von der Britin Paula Radcliffe ebenfalls beim London-Marathon aufgestellt mit 2:15:25.