Starke Bauchschmerzen haben viele Ursachen. Treten sie plötzlich und außerordentlich heftig auf, ist das stets ein Alarmsignal und sollte sofort den Betroffenen sofort zum Arzt führen. Wer von sehr starken Bauchschmerzen heimgesucht wird, kann sich oft kaum gerade halten. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn der Bauch nach einem reichhaltigen Essen schmerzt. Diese Beschwerden gehen bald vorüber und sind harmlos. Zwar können auch heftige Blähungen krampfartige Bauchschmerzen erzeugen, doch bei unerträglichen Bauchschmerzen ist die Wahrscheinlichkeit für eine ernste Erkrankung deutlich höher. Neben einer Blindarmentzündung können auch Lungenembolie, Herzinfarkt, eine Bauchfellentzündung oder Darmkrebs dahinter stecken.

Bei Bauchschmerzen ist es relativ schwierig, den Auslöser herauszufinden, denn im Bauch liegen viele Organe. Alle Organe im Bauchbereich können von einer Krankheit betroffen sein. Außerdem sind Schmerzen im Bauchraum oft ausstrahlende Schmerzen aus anderen Körperzonen. Zur Diagnose ist entscheidend, an welcher Stelle der Schmerz auftritt.

Heftige Bauchschmerzen und Herzinfarkt

Frauen reagieren auf einen Herzinfarkt anders als Männer. Bei ihnen können Schmerzen im Oberbauch auf einen Herzinfarkt hinweisen. Da sie unspezifisch sind, werden sie oft mit einer Magen-Darm-Infektion verwechselt. Treten schlimme Bauchschmerzen in Verbindung mit Erbrechen, Schwindel, Kurzatmigkeit und Schweißausbrüchen auf, sollte der Notarzt gerufen werden. Dann ist die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt groß. Bei stechenden Schmerzen im Bauch sollte man nicht auf seine eigene Diagnose vertrauen sondern immer einen Arzt aufsuchen. Je länger die Beschwerden andauern,  desto länger wird die Behandlung verzögert und die Heilungschancen verschlechtern sich.

Akute Entzündungen – Auslöser für extreme Bauchschmerzen

Die Bauchspeicheldrüse ist zwar nicht direkt an der Verdauung beteiligt, stellt aber Enzyme zur Verdauung her. Diese zerlegen die Nahrung in ihre Bestandteile, die aus dem Dünndarm ins Blut transportiert werden. Sie produziert auch unser wichtigstes Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt, und das Hormon Glukagon, das den Blutzucker ansteigen lässt. Entzündungen dieser Drüse können akut oder chronisch sein. Bei der chronischen Entzündung kommt es immer wieder zu Krankheitsschüben. Bei einer akuten Entzündung ist das Organ funktionell beeinträchtigt. Eine schwere Bauchspeicheldrüsenentzündung führt meist auch zu Erkrankungen von Herz, Lunge, Darm und Nieren und kann lebensgefährlich werden.

Kolikartige Bauchschmerzen

Krämpfe sind zwar sehr unangenehm, aber fast immer ungefährlich. Kolikartige Bauchschmerzen deuten auf akuten Brechdurchfall infolge einer Infektion oder aber ein Steinleiden hin. Gallensteine und Nierensteine können zu solchen Beschwerden führen. Auch eine Leberentzündung (Gelbsucht) kann derartige Symptome haben. Kolikartige Bauchkrämpfe sind meist Begleiterscheinung eines akuten Abdomen, können aber auch die Folge von Verstopfung sein. Ebenso häufig haben sie ihre Ursache in Gallenleiden. Eine ungesunde Lebensweise wie übermäßiger Kaffeekonsum, sehr fettreiche Speisen, hastiges Essen, Aufregung und Stress führen zu Bauchkoliken. Der Schmerz entsteht durch Verspannungen der Magen-Darm-Muskulatur. Die Behandlung zielt also auf das Entkrampfen hin. Bei leichten Bauchkrämpfen helfen bereits Ruhe und lokale Wärme.

Brennende Bauchschmerzen

Diese Schmerzen finden sich häufig bei Magenleiden. Bei falscher Ernährung und starker Übersäuerung des Magens, aber auch bei Alkoholmissbrauch, treten brennende Bauchschmerzen auf. Ebenso sind krampfartige und brennende Bauchschmerzen ein Hinweis auf eine Magenerkrankung. Wichtig sind die Ernährungsumstellung auf ballaststoffreiche, basische Kost und die Vermeidung von Stress.

Stechende Bauchschmerzen

Stechende Bauchschmerzen können rechts oder links auftreten. Fast immer sind sie auf Entzündungen zurückzuführen. Diese Symptome können jedoch in unterschiedlichen Organen lokalisiert sein, daher ist eine genaue Untersuchung seitens des Arztes notwendig. Man sollte den Ursachen für Bauchschmerzen, die stechend sind, immer genau nachgehen, denn es kann sich um eine ernste Erkrankung mit gravierenden Folgen handeln.

Ziehende Bauchschmerzen

Ziehende Bauchschmerzen sind nicht selten Symptome von Frauenleiden. Häufig treten sie als Begleiterscheinung der Menstruation auf. Ziehende Bauchschmerzen können aber auch auf Entzündungen von Eierstöcken und Eileitern hinweisen. Nehmen die Schmerzen konstant zu, sollte unbedingt der Gynäkologe aufgesucht werden. Ziehende Bauchschmerzen in der Schwangerschaft sind ein Alarmsignal und sollten unverzüglich in die Klinik führen. Es könnte sich um frühzeitige Wehen oder andere, für Mutter und Kind gefährliche Erkrankungen handeln.
Ziehende Bauchschmerzen, die sich mehr auf der Seite zeigen, sind mitunter Hinweis auf Erkrankungen der ableitenden Harnwege. Ist die Niere entzündet, breitet sich Schmerz direkt in der Nierengegend, aber auch ein ziehender, dumpfer Bauchschmerz aus.

Drückende Bauchschmerzen

Häufig ist es das Reizdarmsyndrom, das drückende Bauchschmerzen hervorruft und dem Patienten das Gefühl vermittelt, er habe einen Stein im Bauch. Sensible, ängstliche und für Stress empfängliche Menschen leiden häufiger unter den Reizdarmsyndrom.

Bauchkrämpfe

Damit die Nahrung vom Magen durch den Darm transportiert werden kann, ist der Darm permanent in Bewegung. Bei einer gestörten Verdauung sind diese normalen Darmbewegungen beeinträchtigt und es kommt zu Bauchschmerzen und Bauchkrämpfen. Krampfhafte Bauchschmerzen hängen mit Blähungen, Verstopfung oder Magen-Darm-Infektionen zusammen. Krämpfe entstehen, wenn sich die Muskulatur im Verdauungstrakt in regelmäßigen Abständen zusammenzieht. Auch die Bauchdecke ist dabei angespannt. In der Regel sind Bauchkrämpfe durch Magen-Darm-Erkrankungen harmlos. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Stress können Ursachen sein. Während der Periode sind Bauchkrämpfe bei Frauen sehr häufig. Hilfe bei Bauchkrämpfen verspricht die symptomatische Therapie. Es ist wichtig, die Ursache für Bauchkrämpfe herauszufinden. Auch wenn diese nicht unbedingt beseitigt werden kann, lassen sich die Symptome lindern. Hilfe bringen krampflösende Schmerzmittel und Medikamente, welche die Darmmuskulatur entspannen. Auch Hausmittel wie beruhigende Tees, die altbewährte Wärmflasche und Kirschkernkissen können sofort lindern.

Was kann man selbst zur Linderung von Bauchkrämpfen und starken Bauchschmerzen tun?

  • Wärme (Wärmflasche)
  • sanfte Bewegung
  • Bauchmassagen
  • Entspannungsübungen wie Meditation
  • Ernährungsumstellung
  • Vermeidung von Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten)
  • Beschwerdetagebuch führen

Wann zum Notarzt?

Wenn Schmerzen rasch zunehmen und nach zwei Tagen nicht abgeklungen sind, sollte man umgehend den Arzt aufsuchen. Zum Notarzt sollte den Weg bei wiederholt starkem Erbrechen, Erbrechen mit Blut oder schwarz gefärbtem Stuhl führen. Auch plötzliche Blutungen aus der Scheide, hohes Fieber und Atemnot, kalter Schweiß und Bewusstseinsstörungen bei starken Bauchschmerzen sind Symptome für den Notarzt. Zwar sind Lungenfellentzündungen und Rippenfellentzündungen Erkrankungen im Brustkorb, können aber auch zu stechenden Bauchschmerzen führen. Die sind vor allem im Oberbauch zu spüren. Bei einer Lungenembolie, der Verschluss einer Lungenarterie, sind die Schmerzen oft extrem. Eine Lungenembolie ist lebensgefährlich. Das auslösende Blutgerinnsel kann aus unterschiedlichen Körperregionen kommen, stammt aber meist aus Beinvenen oder dem Becken, also aus den Blutgefäßen, die Blut zum Herzen transportieren. Ist von der er Embolie ein kleines Blutgefäß in der Lunge betroffen, sind die Beschwerden eher leicht. Schmerzen beim Atmen, Herzrasen und Atemnot sind typische Symptome. Der Erkrankte muss sofort ins Krankenhaus gebracht werden.

Baucherkrankungen vorbeugen

Mit einer abwechslungsreichen und ballaststoffreichen Ernährung kann man vielen Baucherkrankungen vorbeugen. Alkohol sollte man nur in Maßen trinken und regelmäßig Sport treiben. So können sich keine schädlichen Darmbakterien ausbreiten. Damit aber die Darmflora ihr Gleichgewicht behält, muss die Immunabwehr gestärkt werden. Das geschieht bereits, wenn man Stressfaktoren beseitigt.
Dauerstress, zu wenig Schlaf und Ängste sind häufige Auslöser für Darmerkrankungen und Bauchkrämpfe. Selbst bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen dürfen psychische Auslöser nicht unterschätzt werden. Ein flaues Gefühl im Magen kennt wohl jeder. Das ist, wenn es ab und zu auftritt, auch keineswegs bedenklich. Werden seelisch bedingte Magen-Darm-Beschwerden jedoch zum Dauerzustand, muss man etwas gegen die Ursache tun. Werden keine organischen Veränderungen gefunden, ist die Ursache für die Beschwerden wahrscheinlich eine psychische Überforderung. Auch bei Kindern kann das schon der Fall sein. Mit einer psychosomatisch ausgerichteten Therapie kann den Betroffenen geholfen werden.

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