Von Verstopfung spricht man, wenn die Zahl der Stuhlgänge weniger als drei pro Woche beträgt und der Stuhlgang starkes Pressen erfordert. Der Betroffene hat nur unter Anwendung von Abführmittel weichen Stuhl. Verstopfung zeigt sich mit unangenehmen Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen. Dass es zu Bauchschmerzen bei Verstopfung kommt, ist naheliegend, denn im Bauch nimmt der Darm erheblichen Platz ein. Bei Verstopfung sind Bauchschmerzen quasi vorprogrammiert, schließlich wird die natürliche Darmentleerung behindert.

Verstopfung (Obstipation) ist keine Erkrankung, sondern das Symptom einer Störung im Verdauungsprozess. In den Industrieländern ist Verstopfung eine der häufigsten Zivilisationskrankheiten behauptet. Fast ein Drittel der Bevölkerung leidet darunter. Bauchschmerzen bei Verstopfung werden meist von Blähungen begleitet. Fast immer hängen diese Beschwerden mit einer ungesunden Ernährungsweise zusammen. Verstopfung tritt entweder plötzlich auf, kann aber auch als chronisches Symptom bereits längere Zeit existieren. Man spricht dann von chronisch funktioneller Obstipation. Eine akute Verstopfung kann sich innerhalb von wenigen Stunden ausbilden. Fast immer ist sie harmlos. Wenn jedoch zusätzliche Symptome wie angeschwollener Bauch, starke Bauchschmerzen und Verstopfung, Fieber und Erbrechen vorhanden sind, sollte man das Krankenhaus aufsuchen. Es kann ein lebensbedrohlicher Darmverschluss vorliegen.

Änderungen in der Lebenssituation können Darmbeschwerden mit unterschiedlichen Symptomen erzeugen. Dann treten oft genug Verstopfung, Blähungen und Bauchschmerzen gemeinsam auf. Ernährungsumstellungen, aber auch Reisen, Stress und Bewegungsmangel, beispielsweise weil man durch Krankheit ans Bett gebunden war, können Magen und Darm durcheinanderbringen. Auch in der Schwangerschaft kann die Darmentleerung durch das wachsende Baby erschwert sein. Nicht zuletzt kann die Hormonumstellung leichte Bauchschmerzen mit Blähungen und Verstopfung mit sich bringen.

Verstopfung – was tun?

Die Behandlung von Verstopfung richtet sich nach dem Auslöser. Neben Bewegungsmangel und falscher Ernährung kann auch die Einnahme von Medikamenten zu Verstopfung führen. Eisenpräparate sind dafür bekannt, dass sie den Stuhl verhärten. Auch Antidepressiva und Kalzium-Antagonisten, die man bei Herzerkrankungen verschreibt, können zu dieser Symptomatik führen. Auch der übermäßige Gebrauch von Abführmitteln kann ins Gegenteil umschlagen und statt zur leichteren Verdauung zu Verstopfung führen. Verstopfung tritt auch als Begleiterscheinung von Erkrankungen der inneren Organe auf. Ursächlich können Darmkarzinome sein, Narben- oder Leistenbrüche, Vergiftungen, multiple Sklerose, Parkinson, fortgeschrittene Diabetes und die Unterfunktion der Schilddrüse. Oft helfen bereits einfache Maßnahmen wie Ernährungsumstellung mit ballaststoffreicher Kost und viel Flüssigkeitszufuhr. Auch Bewegung ist hilfreich. Abführmittel sollten nur in Notfällen genommen werden. Auf den Speiseplan gehören viel Obst und Gemüse, nützlich sind Weizenkleie und Leinsamen, die man unter das Essen mischt. Schokolade sollte gestrichen und durch Trockenobst wie Datteln, Feigen und Pflaumen ersetzt werden. Selbst eine sanfte Massage des Dickdarms kann zur erfolgreichen Stuhlentleerung führen.

Bauchschmerzen und Durchfall

Ganz anders ist die Symptomatik bei Bauchschmerzen mit Durchfall. Ein häufiger Grund für Durchfall ist eine Magen-Darm-Infektion. Auch krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall sind in diesem Zusammenhang nichts Ungewöhnliches. Durch die heftigen Bewegungen im Darm kann es zu erheblichen Schmerzen im Bauchraum kommen. Bei starken Bauchschmerzen und Durchfall hat der Erkrankte auch noch Tage nach Ausbruch der Krankheit wenig Appetit. Trotzdem sollte der Elektrolyt-Haushalt unbedingt ausgeglichen werden. Hier reicht es nicht, lediglich Tee zu trinken, weil der Körper so viel Flüssigkeit verloren hat. Eine gezielte Therapie mit mineralstoffhaltigen Lösungen ist notwendig.


Bei bakteriellen Infektionen mit Übelkeit und Durchfall ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Auch Harnwegsinfektionen können zu Bauchschmerzen unterschiedlicher Stärke führen. Bei Kindern kommt häufig Fieber dazu, kleinere Kinder reagieren zudem mit Erbrechen. Bei einer Blinddarmentzündung nehmen die Bauchschmerzen über Stunden zu. Sie beginnen in der Nabelgegend und wandern dann zur rechten Seite, wo sie sich im Unterbauch manifestieren. Nach den Bauchschmerzen setzen Übelkeit und Erbrechen, manchmal auch leichtes Fieber ein. Bei Verdacht auf Blinddarmentzündung sollte das Kind nüchtern bleiben und möglichst umgehend in ein Krankenhaus gebracht werden.

Schutz vor Durchfall mit Bauchschmerzen

Wer seine Speisen sachgemäß lagert und nicht zu lange bei warmen Temperaturen aufbewahrt, kann sich gut vor Lebensmittelvergiftungen durch Bakteriengifte schützen. Salmonelleninfektionen beugt man vor, indem man nur gebratenes Fleisch verzehrt und Eier so frisch wie möglich zubereitet. Durchfallerkrankungen auf Reisen, die mangels Hygiene entstehen können, lassen sich abwehren, wären, indem man grundlegende Hygieneregeln anwendet. Häufiges Händewaschen ist ein unbedingtes Muss bei Reisen in kritische Länder. Vor manchen Infektionskrankheiten, die sich mit Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall zeigen, kann man sich auch mit einer Impfung schützen.

Salmonellenerkrankungen

Durchfallerkrankungen, die durch die Salmonellen-Erreger ausgelöst werden, zeigen zum Teil heftige Symptome. Es gibt über 2.000 verschiedene Salmonellen-Arten. Die Haupt-Übertragungsquelle sind Tiere, auch die Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Typisch für Salmonellenerkrankungen ist plötzlich auftretender Brechdurchfall. Der Durchfall kann ohne Bauchschmerzen auftreten, was aber selten ist. Salmonellen vermehren sich bereits ab einer Raumtemperatur von 7 °C. Feuchtigkeit und eine Umgebungstemperatur von 37° C sind ideale Bedingungen für die rasante Vermehrung der Erreger. Damit man sich infiziert, muss jedoch eine hohe Zahl an Erregern vorhanden sein.

Nahrungsmittel, die von Salmonellen besonders betroffen sind:

  • Geflügel
  • Eier
  • rohes oder kaum gegartes Fleisch
  • Mayonnaisen
  • Speiseeis

Beim Verzehr und der Zubereitung dieser Lebensmittel ist vor allem im Hochsommer Vorsicht geboten.

Magen-Darm-Grippe

Starke Bauchschmerzen mit Durchfall werden oft durch eine Magen-Darm-Infektion erzeugt. Die Symptome sind sehr unangenehm, aber in den seltensten Fällen lebensbedrohlich. Nach einigen Tagen klingen die Beschwerden von selbst ab und können auch mit einfachen Naturheilmitteln gelindert werden. Tee und Zwieback, Wärmflasche und Bettruhe sind ideal, damit der Erkrankte wieder genesen kann.

Wann muss man bei Durchfall sofort zum Arzt?

Durchfall mit Bauchschmerzen und Übelkeit sind immer dann kritisch, wenn der Betroffene bereits wegen einer Tumorerkrankung in Behandlung ist. Auch wenn Verstopfung und plötzlichen Durchfall miteinander abwechseln und Erbrechen ein weiteres Symptom ist, sollte man zum Arzt gehen. Bei Blut und Eiter im Stuhl ist immer der Arzt aufzusuchen. Treten plötzlich sehr starke Bauchschmerzen auf, die man kaum aushält, ist dringend eine Untersuchung erforderlich. Ebenfalls gefährlich können diese Symptome bei Schwangeren oder nach einem Sturz sein. Treten nach einer Auslandsreise Übelkeit, starker Durchfall und Bauchschmerzen auf, muss man sich schnellstens untersuchen lassen. Es kann eine schwere und extrem ansteckende Virusinfektion vorliegen.

Bauchschmerzen ohne Durchfall

Es gibt vielerlei Gründe für Bauchschmerzen ohne Durchfall. Sie können im gesamten Bauchraum auftreten. Im Oberbauch werden sie häufig durch Blähungen oder Verstopfung verursacht. Das Reizdarm-Syndrom ist ein weiterer Grund für Bauchschmerzen, die ohne sonstige Symptome auftreten. Da die meisten Bauchschmerzen schlecht zu lokalisieren sind, sollten sie spätestens nach zwei Tagen genau gesucht werden. Bei krampfartigen Schmerzen ist meistens der Darm der Auslöser. Kommt Fieber hinzu, ist vermutlich eine Entzündung die Ursache.