Bauchschmerzen, Schwindel und Erbrechen können viele Ursachen und unterschiedliche Ausprägungen haben. Während Übelkeit, Schwindel und Bauchschmerzen häufig nach Infektionskrankheiten auftreten, können Symptome wie Bauchschmerzen und Schwindel auch Anzeichen einer Vergiftung sein. Erbrechen und Durchfall mit Bauchschmerzen sind sehr unangenehm. Diese Symptome können sogar zu organischen Schäden führen, wenn man nicht frühzeitig etwas unternimmt. Wie auch immer Bauchschmerzen geartet sind, eine genaue Untersuchung zur Klärung der Ursache ist notwendig.

Bauchschmerzen – ein Symptom, viele Ursachen

Wohl jeder kennt die unangenehmen Gefühle, die den Körper bei Übelkeit befallen. Häufig tritt Übelkeit in Verbindung mit Erbrechen auf. Immer reagiert der Körper dabei auf eine Erkrankung. Das kann Reisedurchfall sein, eine akute Blinddarmentzündung, morgendliche Übelkeit in der Schwangerschaft, Erkrankungen im Verdauungstrakt, ein grippaler Infekt oder eine Lebensmittelvergiftung sein. Selbst emotionale Störungen können sich mit Erbrechen und Bauchschmerzen zeigen. Bei Darminfektionen gesellt sich zu Übelkeit und Erbrechen meist noch Durchfall. Typische Anzeichen für Arzneimittelvergiftungen sind Müdigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Auch bei allergischen Reaktionen können ähnliche Symptome auftreten.

Wie kommt es zu Bauchschmerzen mit Erbrechen?

Bauchschmerzen mit Erbrechen kündigen sich häufig an. Der Körper hat diesen Schutzmechanismus von Natur aus eingerichtet. Er möchte schädliche Substanzen entsorgen, indem er den Reflex zur Magenentleerung in Gang setzt. Den Zeitpunkt, wann Bauchschmerzen und Erbrechen einsetzen, steuert das Brechzentrum des Gehirns. Hier werden die Signale zum Erbrechen empfangen und der gesamte Prozess koordiniert. Die Signale werden oft im Verdauungstrakt ausgelöst. Ist im Darm höherer Druck durch Alkoholeinwirkung oder Entzündungen entstanden, wird „Alarm“ gegeben. Das kann auch geschehen, wenn der Gleichgewichtssinn durcheinandergeraten ist. Sogar vom Gehirn selbst kommen solche Signale.

Verstand, Emotionen, Bewusstsein und Unterbewusstsein beeinflussen den Reiz, der Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen auslöst. Serotonin-Rezeptoren im Hirnstamm wirken wie Fühler, die auf Reize reagieren. Das können Gifte und Medikamente, Bakterien oder Störungen in körpereigenen Prozessen sein. Das Brechzentrum wird alarmiert und reagiert zusammen mit dem parasympathischen Nervensystem. Das steuert die dem Erbrechen vorausgehenden Symptome wie Schwindel, Blässe und Übelkeit. Zur Behandlung von Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen setzt man daher Serotonin-Gegenspieler ein.

Was beim Erbrechen im Körper passiert

Die intensiven Bewegungen im Zwerchfell, in Bauch- und Atemmuskulatur treiben das Erbrechen vorhanden. Die Druckwelle beginnt im Dünndarm, trifft auf den Magen und sorgt dafür, dass der Inhalt nach außen befördert wird. Die Atmung hält inne und die Speiseröhre ist am Prozess beteiligt. Damit hochgewürgte Speisereste nicht in die Atemwege gelangen, müssen sich Luftröhre sowie Nasen-Rachen-Raum rechtzeitig verschließen. Aufgrund der heftigen Reaktionen im Magen-Darm-Trakt entstehen wiederum Schmerzen nach Erbrechen. Nun muss sich der Magen erst wieder beruhigen.

Begleitsymptome bei Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen

Wurden Magen-Darm-Beschwerden durch einen grippalen Infekt verursacht, tritt meist Fieber auf. Sind die Schmerzen überwiegend im Oberbauch, kann sich dahinter eine Magenschleimhautentzündung verbergen. Sind massive Bauchschmerzen vorhandenen, weist das auf eine akute Infektion hin. Auch eine Lebererkrankung wie Gelbsucht kann dahinterstecken. Wer zusätzlich unter Koliken, starker Übelkeit und Leistenschmerzen leidet, hat womöglich eine Gallenwegerkrankung. Rückenschmerzen und Schmerzen im oberen Brustraum können auf Krankheiten der Bauchspeicheldrüse oder des Herzens hinweisen. Selbst Depressionen können zu Symptomen wie Durchfall, Erbrechen mit Bauchschmerzen führen.

Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwindel, die nach einem schweren Essen auftreten, sind meist harmlos und gehen wieder vorbei. Doch es können auch ernste Krankheiten dahinterstecken. Als mögliche Ursachen kommen Bauchfellentzündung, Lungenembolie und Herzinfarkt infrage. Manchmal kann der Grund Darmkrebs sein. Wenn keine akute Infektion wie ein grippaler Infekt dahinter steckt, sollte man einen Internisten aussuchen, der die Ursachen abklärt.

Herzinfarkt – mögliche Ursache für Schwindel, Bauchschmerzen und Übelkeit

Speziell bei Frauen tritt der Herzinfarkt mit begleitenden Bauchschmerzen auf. Sie werden nicht selten falsch gedeutet, sodass die Einlieferung ins Krankenhaus zu spät erfolgt. Frauen zeigen bei Herzinfarkt unspezifische Symptome und halten Erbrechen und Bauchschmerzen für Verdauungsstörungen oder eine Infektion. Wenn Kurzatmigkeit, übermäßiges Schwitzen und Angstsymptome hinzukommen, ist die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkt sehr groß. Da für die Rettung jede Minute zählt, sollte Zeitverlust vermieden und grundsätzlich der Notarzt gerufen werden. Bei Männern tritt der Herzinfarkt fast immer mit starken Schmerzen im Oberbauch, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auf. Hier ist die Diagnose leichter zu stellen.

Schwindel und Bauchschmerzen – eine unheilvolle Allianz

Schwindel kann von Krankheiten ausgelöst werden (Bildquelle: BigStock-41855395-aliced)

Schwindel kann von Krankheiten ausgelöst werden (Bildquelle: BigStock-41855395-aliced)

Treten plötzlich akute Schmerzen im Bauchraum auf, sollte der Arzt aufgesucht werden. Es kann sich um lebensbedrohliche Baucherkrankungen handeln. Bei einem Abdomen beispielsweise summieren sich unterschiedliche Baucherkrankungen und führen zu vielfältigen, heftigen Symptomen. Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Blähungen und eine harte Bauchdecke sind alarmierend. Kommen Fieber, Blässe, Herzrasen, niedriger Blutdruck und Schwindel hinzu, sollte der Notarzt aufgesucht werden.

Bei Bauchschmerzen und Erbrechen, die mit einer Gewichtsabnahme einhergehen, kann es sich um Leberzirrhose handeln. Dann sind jedoch weitere Symptome auffällig: Die Haut ist gelblich verfärbt, der Erkrankte spürt Völlegefühl im Bauch und seine Haut zeigt netzartige Gefäßerweiterungen. Auch ein einfacher Magen-Darm-Infekt kann sich mit Bauchkrämpfen, Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Übelkeit zeigen. Der Stuhl ist dabei stets wässrig und kann sogar Blutbeimengungen haben. Diese Erkrankung lässt sich mit Medikamenten gut behandeln. Wichtig ist es, den Elektrolytverlust auszugleichen. Treten hingegen Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Schmerzen, Blähungen und Aufstoßen plötzlich auf und nimmt die Symptomatik zu, kann ein Darmverschluss die Ursache sein. Eine solche Erkrankung ist ein Notfall. Der Patient muss unverzüglich in ein Krankenhaus gebracht werden.

Genaue Schmerzlokalisierung – wichtig zur Diagnose

Bei der Diagnose spielt die Lokalisierung der Bauchschmerzen mit Erbrechen und Durchfall eine große Rolle. Daraus kann der Arzt konkrete Schlüsse auf die Ursache ziehen. Es ist immer möglich, dass Beschwerden aus anderen Körperzonen in den Bauch ausstrahlen. Je genauer man bestimmen kann, woher der Schmerz kommt, desto einfacher ist die Diagnose. Auch die Art des Schmerzes sollte der Patient beschreiben können. Ist er stechend, ziehend, krampfartig oder dumpf? Stechende Schmerzen im Oberbauch weisen auf Gallenblasen-Erkrankungen hin. Dickdarmentzündungen zeigen sich durch Schmerzen im linken Unterbauch. Bei ausstrahlenden Schmerzen in den Rücken kann es sich um eine Bauchspeicheldrüsenentzündung handeln. Trotzdem ist dringend von Ferndiagnosen abzuraten. Ergibt die Tastuntersuchung keinen eindeutigen Befund, helfen Ultraschall oder eventuell eine Magenspiegelung, dem Grund für die Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall herauszufinden.

Leichte Bauchschmerzen – harmlos oder nicht?

Nicht immer sind leichte Schmerzen harmlos. Bei Geschwüren des Zwölffingerdarms treten zwar nur schwache Schmerzen auf, die Erkrankung ist jedoch behandlungsbedürftig und kann Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Wenn über längere Zeit leichte Schmerzen auftreten, kann es sich auch um den Reizdarm oder Reizmagen handeln. Dann kommt es darauf an, das übersensible Nervensystem zu beruhigen. Diese Erkrankung ist ungefährlich, aber störend. Sie kann gut mit Naturheilmitteln, Massagen und Tees behandelt werden. Oft hilft es auch, die Stressfaktoren im Alltag zu minimieren.

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