Magen- oder Bauchschmerzen zu identifizieren, ist häufig sehr schwierig. Oft strahlen Bauchschmerzen aus und ein Betroffener kann schlecht beschreiben, wo der Schmerz genau sitzt. Selbst ein Arzt tut sich mit der Diagnose manchmal schwer. Die Ursachen für Magen- und Bauchschmerzen oder Bauchdrücken im Unterbauch können Ängste und Stress sein, sie können aber auch von einer Infektionskrankheit oder durch Lebensmittelunverträglichkeit ausgelöst werden. Man unterscheidet Bauchschmerzen im oberen Bauchbereich, auch als Bauchschmerzen in Oberbauch bezeichnet, von Bauchschmerzen im Unterbauch. In den jeweiligen Körperregionen wird noch einmal nach Bauchschmerzen im Oberbauch rechts, Bauchschmerzen im Oberbauch Mitte und oben links unterschieden. Analog verhält es sich im unteren Bauchbereich. Bauchschmerzen im linken Unterbauch haben häufig andere Ursachen als Bauchschmerzen rechts im Unterbauch.
Der Schmerz kann stechend, krampfartig, ohne Krämpfe, ausstrahlend, diffus oder wellenförmig auftreten. Bauchschmerzen im Magenbereich äußern sich anders als Bauchschmerzen, die durch eine Blinddarmentzündung hervorgerufenen wurden. Auch mittige Bauchschmerzen haben häufig, aber nicht immer andere Ursachen als Bauchschmerzen auf der Seite.

Die häufigsten Bauchschmerzen
Jedes Jahr werden in Deutschland 70 Millionen Magen-Darm-Erkrankungen dokumentiert. Kein Wunder also, dass es selbst Medizinern schwer fällt, die Ursachen herauszufinden. Oft rührt Bauchweh von Magen- und Darmbeschwerden her. Der Bauchraum ist sehr empfindlich und reagiert auch auf kleine Veränderungen sensibel. Bereits Reise bedingte Klimaveränderungen können bei Menschen Durchfall und andere Beschwerden im Bauchraum auslösen. Kleine Änderungen des Alltags haben oft erhebliche Auswirkungen und können Bauchschmerzen der Mitte und Bauchschmerzen mit hartem Bauch nach sich ziehen. Selbst wer unter harmlosen Bauchschmerzen leidet, fühlt sich in seiner Lebensqualität eingeschränkt.

Bauchschmerzen im Mittelbauch treten am häufigsten nach Infektionen als Magen-Darm-Bauchschmerzen oder bei Lebensmittelunverträglichkeiten auf. Sie können Menschen jeden Alters betreffen. Bauchschmerzen in der Mitte des Bauches können sehr schmerzhaft werden und sind vielfach Symptome für einen empfindlichen Magen. Viele Menschen vertragen weder Milch noch Äpfel oder anderes Obst. Sie reagieren mit Blähungen, einer harten Bauchdecke, Schmerzen am Bauch und Durchfällen. Bauchschmerzen im Magen-Darm-Trakt gehen häufig mit Durchfällen einher. Meist klingen sie nach 3-5 Tagen wieder ab, ohne dass man Medikamente verabreichen muss.

Wenn der Magen rebelliert
Magen Bauchschmerzen unterscheiden sich jedoch von Bauchschmerzen bei Magen-Darm-Erkrankungen. Stechende Schmerzen im Oberbauch können von einer Übersäuerung des Magens und durch saures Aufstoßen verursacht werden. Falls ein Zwölffingerdarmgeschwür die Ursache ist, bessern sich die Beschwerden bei Nahrungsaufnahme. Hat man einen harten Bauch und Schmerzen, die gelegentlich krampfartig sind, kann es sich um einen Reizmagen handeln. Ein harter Bauch tritt oft ohne Schmerzen auf, was die Ursachenklärung noch schwieriger macht und kann ebenfalls als Begleiterscheinung der Menstruation auftreten.

Regelschmerzen
Viele Frauen leiden unter Bauchschmerzen während, vor oder nach der Menstruation. Diese Schmerzen sind meist rechts und links im Unterbauch lokalisiert und unterscheiden sich von Bauchschmerzen am Bauchnabel. Oft sind sie krampfartig und können bis in den Rücken ausstrahlen. Es gibt sogar Frauen, die mit kolikartigen Bauchschmerzen im rechten bzw. linken Unterbauch zu kämpfen haben. Ergänzt werden die Bauchschmerzen im Unterbauch meistens von einem unangenehmen Gefühl des aufgebläht Seins, Heißhungerattacken und Schlafstörungen. Leichte Regelschmerzen sind während der Periode nichts Ungewöhnliches. Dann legen sich die Betroffenen ganz intuitiv eine Wärmflasche auf dem Bauch. Doch wenn Schmerzen sehr stark sind und Krämpfe auslösen, sollte man ein leichtes Schmerzmittel einnehmen.

Bauchschmerzen im Nabelbereich
Bauchschmerzen am Bauchnabel oder in der Nähe des Bauchnabels können durch Darmausstülpungen verursacht werden. Bei Kindern sind sie aber oft genug Symptom einer akuten Blinddarmentzündung. Manchmal kündigt sich auch ein Magen-Darm-Infekt durch heftige Bauchschmerzen einige Tage vorher an. Bei Verdacht auf Blinddarmentzündung sollte sofort das Krankenhaus bzw. der Notarzt aufgesucht werden. Das auffälligste Merkmal einer Blinddarmentzündung sind Bauchschmerzen bei Berührung. Der Kranke leidet außerdem unter Husten, Übelkeit, Appetitlosigkeit, muss sich erbrechen, hat oft begleitendes Fieber und Verstopfung.

Krampfartige Bauchschmerzen im Unterbauch bei harter Bauchdecke
Verursacht ein fester Bauch Schmerzen, rühren die mitunter von Blähungen oder Verstopfung her. Eine Bauchfellzündung dagegen zeigt sich mit außerordentlich hartem Bauch, aber zusätzlich wesentlich stärkeren Symptomen. Dann treten die Schmerzen hauptsächlich im linken Unterbauch auf. Das Allgemeinbefinden des Erkrankten ist schlecht. Er leidet an Übelkeit, Fieber, Erbrechen und starken Bauchschmerzen. Es kommt weder zu Stuhlabgang noch zu Darmwinden. Eine Bauchfellentzündung kann bereits entstehen, wenn Bakterien eines entzündeten Darmabschnittes die Darmwand durchwandern und sich in der Bauchhöhle festsetzen. Diese Erkrankung ist immer ein Fall für den sofortigen Arztbesuch. Hinter der Bauchfellentzündung liegt meist eine andere Grunderkrankung, beispielsweise ein aufgeplatztes Fingerdarmgeschwür oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft. Bei beiden Möglichkeiten ist eine Operation erforderlich.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft
Schwangere sollten Schmerzen im Bauch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es kann das Reizdarmsyndrom sein, aber genauso gut eine diabetische Gastroparese, eine Diabetes-Komplikation, verursacht durch eine Neuropathie des Magennervs. Andere mögliche Ursachen sind Komplikationen mit dem ungeborenen Kind. Bei Bauchweh während der Schwangerschaft, insbesondere bei Bauchschmerzen im rechten Oberbauch, sollte immer der Gynäkologe aufgesucht werden.

Bauchschmerzen bei Kindern
Bei Kindern kann man besonders schwer abschätzen, wie harmlos deren Bauchschmerzen sind. Der Bauch ist für die kindliche Psyche ein zentrales Organ, in dem sich viel abspielt und auf das nahezu alles projiziert wird. Hat es keine ernste Erkrankung, können Ängste, Aufregung und Kummer dahinter stecken. Sehr kleine Kinder reagieren auch bei Mittelohr- oder Halsentzündung mit Bauchschmerzen rechts im Oberbauch oder Bauchschmerzen oberhalb des Bauchnabels. Genauso gut können die Schmerzen auch erste Anzeichen eines Infektes sein.

Um zu beurteilen, wie ernst die Beschwerden tatsächlich sind, sollten Eltern ihr Kind bitten, genau zu zeigen, wo es weh tut. Eine einfache Faustregel kann hilfreich sein: Je weiter die Bauchschmerzen von Nabelbereich entfernt sind, desto wahrscheinlicher ist eine körperliche Erkrankung als Ursache für Bauchschmerzen um den Nabel herum. Häufig ist Bauchweh am Nabel seelisch bedingt, doch das trifft nicht immer zu. Mit der Frage, ob das Kind Lust auf seine Lieblingsspeise hat, kann man die Ursachen ebenfalls eingrenzen. Bei ernsten Bauchschmerzen besteht garantiert kein Appetit, auch nicht auf das Lieblingsessen.
Sind die Bauchschmerzen sehr heftig und treten plötzlich auch, ist eine ernste Ursache mehr als wahrscheinlich. Hat das Kind ein blasses, schmerzverzerrtes Gesicht und trockene, spröde Lippen und zeigt es Symptome von Angst, sollte umgehend der Arzt verständigt werden.

Harmlose Bauchschmerzen vergehen manchmal bereits, wenn man mit dem Kind schmust und kuschelt oder ihm vorliest. Dann ist eine organische Ursache kaum der Grund dafür, dass das Kind unter Bauchschmerzen leidet.

Wann man bei kindlichen Bauchschmerzen im Oberbauch den Arzt rufen sollte:

  • wenn ein Säugling anhaltend schreit oder wiederholt aufschreit
  • wenn ein Kind schmerzbedingt nachts aufwacht oder das Spiel unterbricht
  • wenn die Bauchschmerzen länger als 24 h konstant anhalten
  • bei plötzlichen und heftigen Bauchschmerzen
  • wenn Wärme die Schmerzen verstärkt
  • wenn das Kind apathisch ist

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten Eltern ergreifen?

  • Nichts zu essen und trinken geben
  • keine Wärmflasche auf den Bauch legen
  • keine Schmerzmittel geben
  • das Kind hinlegen und Beine aufstellen
  • den Arzt kommen lassen

Die Aussage ihres Kindes: “Ich habe Bauchschmerzen!“ sollten Eltern immer ernst nehmen und sich die betreffende Stelle zeigen lassen. Dann lässt sich die Ursache besser eingrenzen.

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