Krämpfe und Schmerzen im Bauchbereich kennen die meisten Menschen von körperlichen Erkrankungen. Allerdings können Bauchschmerzen nicht nur körperliche Ursachen haben, auch Stress, Depressionen und Nervosität können Schmerzen verursachen. Der Unterschied zu „gewöhnlichen“ Schmerzen ist allerdings der, dass keine körperliche Erkrankung die Ursache der Beschwerden ist. Stressbedingte Bauchschmerzen können Männer und Frauen der verschiedensten Altersklassen treffen, aber auch Kinder. Besonders Letztere sind häufig von stressbedingten Bauchschmerzen betroffen.In diesem Fall spricht man in der Medizin psychosomatischen Bauchschmerzen – Bauchschmerzen, die sozusagen von der Psyche ausgelöst werden. Jedoch betreffen psychosomatische Schmerzen immer, wie sich vielleicht bereits erahnen lässt, sowohl den Körper als auch die Psyche. Doch was kann man gegen Stress Bauchschmerzen tun?

Bauchschmerzen bei Stress: die Hintergründe

In den meisten Fällen haben Schmerzen eine körperliche Ursache, die sich bei genaueren Untersuchungen konkret eingrenzen lässt. Liegt eine Ursache wie eine Krankheit, etwa ein bakterieller oder viraler Infekt im Bauchbereich vor, werden die Schmerzen meist dahingehend behandelt, dass man der Ursache zu Leibe rückt. Bei psychosomatischen Bauchschmerzen ist das allerdings nicht möglich, da die Gründe für die Beschwerden oft nicht konkret lokalisierbar sind. Schon die kleinsten Stresssituationen können zahlreiche Beschwerden auslösen. Unter Umständen können somatische Bauchschmerzen also auch nur ein Symptom von vielen sein. Von somatischen Schmerzen spricht man in der Medizin übrigens, wenn die Beschwerden durch die Nerven der Bauchwände ausgelöst werden. Im angenehmen Fall kennt man eine somatische Reaktion des Körpers, die ausschließlich durch Emotionen und somit durch die Psyche ausgelöst wird, von den sagenumwobenen „Schmetterlingen im Bauch“. Allerdings kann man auch das sprichwörtliche Bauchgefühl, welches uns durch unser Leben leitet, unter den somatischen Reaktionen des Körpers einordnen. Körperlich und somit durch Erkrankungen oder Verletzungen verursachte Schmerzen werden hingehen als viszerale Schmerzen betitelt.

Somatische Schmerzen können jedoch auch so heftig ausfallen, dass sie der Betroffene nur schwer von viszeralen Schmerzen unterscheiden kann. Sie können ihn sogar so sehr quälen, dass selbst erfahrene Ärzte lange Zeit vergeblich nach einer körperlichen Ursache suchen, da die Schmerzen auf eine solche schließen lassen. Anders als körperlich verursachte Bauchschmerzen lassen sich psychosomatische Bauchschmerzen jedoch oft nicht einfach so, etwa durch die Gabe von Medikamenten, behandeln. Der Grund ist meist der, dass die Ursache für somatische Schmerzen tief verborgen liegt – und selbst wenn man dieser auf den Grund geht, lässt sie sich nicht immer mittels weniger Behandlungsschritte aus der Welt schaffen.

Bauchschmerzen psychisch oder psychosomatisch, was nun?

Die meisten Menschen quälen sich lange mit Bauchschmerzen herum, die psychosomatisch oder psychisch verursacht werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Manche Betroffene sind sich den möglichen Ursachen nicht bewusst und suchen vergeblich nach diesen, oftmals auch durch verschiedenste Arztgänge. Andere Betroffene nehmen die ersten Anzeichen meist nicht wahr oder wollen sich mit diesen nicht auseinandersetzen und suchen erst dann nach ärztlicher Hilfe, wenn die Schmerzen stärker werden. An dieser Stelle kommt oft das Problem hinzu, dass zahlreiche Patienten sich den Belastungen, denen ihre Psyche ausgesetzt ist, gar nicht bewusst sind. Auf die Frage, ob sie unter Stress stehen oder andere psychische Belastungen vorliegen, die jeder Arzt heute bei der Diagnose stellen sollte, antwortet ein großer Teil der Betroffenen erst einmal mit einem Nein.

Zum einen liegt das noch immer daran, dass psychosomatische Beschwerden und deren Ursachen als Tabuthema gelten. Zum anderen liegt das häufig aber auch daran, dass sich zahlreiche Menschen psychische Belastungen und deren eigentliche Auswirkungen auf den Körper nicht wirklich vorstellen können. Sie würden Stress auf der Arbeit, Streitigkeiten mit der Ehefrau, Geldsorgen oder Zukunftsängste nicht unbedingt mit den Bauchschmerzen in Verbindung bringen, die sie plagen – vor allem dann nicht, wenn diese in wirklich starker Form auftreten. Demnach wird die Frage nach möglichen psychischen Belastungen oft aus Unwissen verneint, was dem Arzt die Suche nach den Ursachen erschwert. Daher gilt, dass man jede mögliche psychische Belastung, egal wie gering sie dem Betroffenen auch erscheinen mag, stets ernst nehmen sollte.

Die Behandlung von psychosomatischen Bauchschmerzen

Psychisch bedingte Bauchschmerzen werden unter anderem durch Depressionen, Angst, Stress, Überforderung, Trauer und Nervosität ausgelöst – um nur einige wenige aber häufige Ursachen zu nennen. Deshalb werden somatische Bauchschmerzen oft auch als Stress Bauchschmerzen, Angst Bauchschmerzen, nervöse Bauchschmerzen oder Depression Bauchschmerzen bezeichnet. Hierbei kommt es jedoch oft darauf an, was die Bauchschmerzen in erster Linie ausgelöst oder begünstigt hat. Bauchschmerzen, die psychisch bedingt sind, treten zudem nur selten allein auf. Sie werden oft von weiteren Beschwerden wie Übelkeit, Schlafstörungen, Schwindel, Ohrgeräuschen, Konzentrationsstörungen und Herzrasen begleitet. Die häufigste Ursache für psychische Bauchschmerzen ist übrigens Stress im Beruf, im Alltag oder im Privatleben – und hiervon sind Erwachsene, Kinder und Jugendliche betroffen.

Um eine Behandlung der Beschwerden einleiten zu können, muss der Arzt erst einmal herausfinden, um welche Art von Ursache es sich handelt. Weiß man genau, was die Schmerzen und die Beschwerden ausgelöst hat, kann eine Therapie eingeleitet werden. Allerdings richtet sich diese stets nach dem Auslöser der Schmerzen. Stress, Depressionen, Nervosität oder ein Burn-out-Syndrom werden grundlegend anders behandelt. Oft wird eine spezielle Therapie eingeleitet, die zum einen Medikamente, aber zum anderen auch eine psychotherapeutische Behandlung umfassen kann. Der medikamentöse Teil der Therapie soll dabei die Symptome wie die Bauchschmerzen und der psychotherapeutische Teil die Ursache behandeln. Dennoch kann eine solche Therapie lange andauern und die Schmerzen können, zum Beispiel in erneuten Stresssituationen, immer wieder mehr oder weniger stark auftreten. Denn meist wird beobachtet, dass die Schmerzen in starken Belastungssituationen ebenfalls verstärkt auftreten.

Angst und Stress Bauchschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Die Zeiten, in denen überwiegend Erwachsene unter Stress, Angst, Depressionen und Co. gelitten haben, sind schon lange vorbei. Heute sind es verschiedenen medizinischen Studien nach vor allem Kinder und Jugendliche, die unter psychischen Belastungen und unter somatischen Beschwerden leiden – psychosomatische Bauchschmerzen sind dabei am häufigsten vertreten. In den meisten nachgewiesenen Fällen werden diese Schmerzen bei Kindern durch Angststörungen verursacht. Was genau diese Angststörung auslöst, kann viele Gründe haben. Oft wird aber Angst vor schlechten Noten, Angst vor den Lehrern und Angst vor den Mitschülern genannt. In Verbindung zur Familie kommen hier häufig ein zu hoher Leistungsdruck oder auch Trennungsängste im Bezug auf die Eltern, etwa wenn diese viel streiten, hinzu. Psychosomatische Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen müssen unbedingt behandelt werden. Denn geschieht dies nicht rechtzeitig, kann es zu schwerwiegenden Depressionen oder sogar zu sozialen Phobien kommen – und diese können die betroffenen Kinder und Jugendliche im schlimmsten Fall, je nachdem wann diese in ihrer Entwicklung eingesetzt haben und wie lange diese unbehandelt blieben, ihr Leben lang einschränken.

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