Chronische Bauchschmerzen können sehr viele Ursachen haben, daher ist die Diagnose häufig schwierig. Verdauungsprobleme, ein aufgeblähter Bauch, immer wiederkehrende Bauchschmerzen und Krämpfe können die Folge von Stress sein. Doch genauso gut können ernste Erkrankungen dahinter stecken.

Was sind chronische Bauchschmerzen?

Wenn Bauchschmerzen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten in unterschiedlicher Stärke auftreten, spricht man von andauernden, chronischen Bauchschmerzen. Wenn ein Mensch tagelang Bauchschmerzen hat, können auch psychische Probleme die Ursache sein. Hat man ständig Bauchschmerzen, belastet das nicht nur den Körper, sondern auch die Seele. Der Betreffende fühlt sich unwohl und kann aufgrund der Schmerzen nicht so aktiv am Leben teilnehmen, wie er möchte. Um die Ursache abzuklären, reicht eine Tastuntersuchung selten aus. Auch der Stuhl muss untersucht werden, insbesondere, wenn anhaltende Bauchschmerzen mit ungewollten Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Nachtschweiß und Fieber einhergehen. Das sind Alarmsignale für schwere Erkrankungen. Akute Bauchschmerzen dagegen treten spontan, in der Regel nach einer Infektion oder bei verdorbenem Magen auf. Sie halten selten länger als eine Woche an. Wer immer wieder Bauchschmerzen hat, sollte sich stets gründlich untersuchen lassen.

Bei folgenden Symptomen sollten Betroffene unbedingt den Arzt aufsuchen:

  • Atemnot
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Schlaflosigkeit wegen Schmerzen oder Durchfall
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Atemnot
  • Blut im Stuhl
  • schwarzer Stuhl

Chronische entzündliche Darmerkrankungen

Nicht selten sind chronische entzündliche Darmerkrankungen der Auslöser dafür, dass Menschen jeden Tag Bauchschmerzen haben. Funktionelle Darmbeschwerden können ebenfalls Gründe für Durchfall, Verstopfung und dauerhafte Bauchschmerzen sein. Dann zeigen sich am Organ oft gar keine Veränderungen, trotzdem stellen sich häufige Bauchschmerzen ein.

Die bekannteste chronische entzündliche Darmerkrankung ist Morbus Crohn. Die Krankheit ist nicht heilbar, kann aber gut behandelt werden. Typisch für Morbus Crohn sind Durchfall, Erschöpfung, Bauchschmerzen und immer wieder Bauchkrämpfe. Nicht jeder Patient spricht auf Medikamente an. Dennoch zeigt die Behandlung mit pflanzlichen Heilmittel oft Erfolg und die die chronischen Bauchschmerzen werden gelindert. Bei der Krankheit kann der gesamte Magen-Darm-Trakt von Mundhöhle bis After befallen sein. Üblicherweise ist jedoch der letzte Dünndarmabschnitt betroffen.

Auch die Colitis ulcerosa zählt zur Gruppe der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Wie Morbus Crohn ist sie von einer Entzündung der Darmschleimhaut gekennzeichnet. Die Betroffenen leiden unter wiederkehrenden, akuten Krankheitsschüben, zwischen denen unterschiedlich lange beschwerdefreie Intervalle liegen. Jedes Jahr erkranken etwa sechs von 100.000 Menschen neu daran. In der Regel sind sie unter 30 Jahre alt, an Colitis ulcerosa Erkrankte sogar jünger als 20 Jahre. Wer bereits in jungen Jahren oft Bauchschmerzen hat und sich unwohl fühlt, sollte unbedingt eine internistische Untersuchung vornehmen lassen.

Ursachen für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Warum diese Krankheiten bei manchen Menschen auftreten und bei anderen nicht, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Die Mediziner sind sich jedoch einig, dass eine erheblich vergrößerte Menge von Darmbakterien bei der Ausbildung der Krankheit eine Rolle spielt. Einerseits helfen diese Bakterien bei der Nahrungszersetzung, andererseits können sich aber in die Darmwand eindringen und Schaden anrichten. Ein gesunder Darm kann sich gegen die Vielzahl der Bakterien durch körpereigene Antibiotika wären. Er bildet eine Barriere, die verhindert, dass Bakterien dem Organismus schaden können. Patienten mit Morbus Chron können diese Barriere nicht in ausreichender Menge herstellen.

Stress ist auch ein erwiesener Auslöser für Morbus Crohn. So haben viele Menschen Entzündungsschübe vor Prüfungen oder bei großen Familientreffen, wenn drohende Konflikte im Raum stehen. Auch Raucher verdoppeln ihr Risiko für chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Darmbeschwerden nach dem Urlaub

Zu scharfes Essen kann Bauchschmerzen verursachen (Bildquelle: Fotolia_36413688 © kab-vision)

Zu scharfes Essen kann Bauchschmerzen verursachen (Bildquelle: Fotolia_36413688 © kab-vision)

Anders sieht es bei Reisen in südliche Länder aus. Oft kommen Urlauber mit Infektionen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten in die Heimat zurück. Etwa jeder 100. ist von solchen Symptomen betroffen. Scharfe Gewürze und ungewohnte Lebensmittel können hier für ein Magenproblem verantwortlich gemacht werden. Stellt man die Ernährung wieder auf die gewohnte Kost oben, verschwinden die Beschwerden meist relativ schnell.

Reizdarm – Stressabbau macht den Darm gesunder

Wenn ständige Bauchschmerzen oder Fieber auftreten, ist das meistens ein Indiz dafür, dass mit dem Darm etwas nicht in Ordnung ist. Da viele Menschen zusätzlich Hautveränderungen, Augenentzündungen und Rückenschmerzen haben, ist die Ursachenklärung relativ schwierig. All diese Symptome können auf verschiedene Krankheiten hinweisen. Zwar kann eine ernste Erkrankung dahinter stecken, es kann sich auch lediglich um einen reizbaren Darm handeln. Auch dann muss der Betroffene sein Leben danach ausrichten. Ein gutes Stressmanagement kann das Wiederaufflackern von Darmentzündungen verhindern. In dem Zusammenhang sprechen Ärzte häufig von chronisch rezidivierenden Bauchschmerzen. Damit ist gemeint, dass es über einen längeren Zeitraum immer wieder zu Bauchschmerzen kommt. Oft sind dabei Bauchkrämpfe zu beobachten. Konkret bedeutet das: Es müssen in einem Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Monaten wenigstens drei Phasen von dauernden Bauchschmerzen auftreten, die so heftig sind, dass man seinem normalen Alltag einschränken muss.

Ständige Bauchschmerzen mit unklarer Ursache

Bei vielen Menschen, insbesondere bei Kindern, können die Gründe für Bauchschmerzen gar nicht ermittelt werden. Dann spricht man von funktionellen periumbilikalen Bauchschmerzen. Fast immer lassen die Beschwerden etwa zwei Wochen nach der Diagnose nach. Diese typischen „Bauchwehkinder“ leiden meist auch im Erwachsenenalter immer wieder unter dauernden Bauchschmerzen.

Therapie bei chronischen Bauchschmerzen

Bei Menschen, die mit ständig leichten Bauchschmerzen zu kämpfen haben, richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Wann man zum Arzt gehen sollte, hängt vom Schweregrad und der Art der Schmerzen ab. Das individuelle Schmerzempfinden ist bei jedem unterschiedlich. Wer leichtes Bauchweh mit Übelkeit und Durchfall hat, kann durchaus einen Tag abwarten. Halten die Schmerzen jedoch einige Tage an oder verschlimmern sie sich, sollte der Betreffende den Hausarzt aufsuchen. Wer unter chronischen Bauchschmerzen leidet, sollte sich regelmäßig, mindestens zweimal jährlich, kontrollieren lassen.

Der Notarzt ist immer dann zu verständigen, wenn besonders auffällige und schmerzhafte Symptome dazukommen:

  • hohes Fieber
  • heftige Schmerzen in der Brust
  • Blut im Urin
  • gelblich verfärbter Haut
  • Wasserlassen ist kaum möglich
  • der Stuhlgang bleibt mehrere Tage aus

Menschen mit Morbus Crohn müssen entzündungshemmende Medikamente einnehmen. Vielfach bekommen sie Kortison und andere Antikörper. Die Therapie dauert häufig mehrere Wochen. Bei Magen-Darm-Geschwüre und sieht die Behandlung ganz anders aus. Die meisten chronischen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich lassen sich auf konservative Weise, mit einer Diät und/oder Medikamenten behandeln. Manche Erkrankungen bedürfen einer langfristigen Therapie. In eher seltenen Fällen muss man die Grunderkrankung mit einer Operation therapieren.

Handelt es sich um funktionelle Beschwerden, sollte der Erkrankte, auch wenn er immer wieder Bauchkrämpfe hat, seinen Alltag so normal wie möglich gestalten. Viele Symptome verschwinden durch den Einsatz einer Wärmflasche oder durch das Trinken von beruhigenden Tees. Auch Kinder müssen eine bessere Strategie im Umgang mit nahezu täglichen Bauchschmerzen entwickeln. Jeder, der seit Tagen Bauchschmerzen hat, muss der zugrunde liegenden Krankheit auf die Spur kommen. Tägliche Bauchschmerzen durch eine simple Verstopfung bekommt man durch eine ballaststoffreiche Ernährung und mehr Bewegung meistens in den Griff. Wer jedoch infolge einer Infektion immer Bauchschmerzen hat, benötigt wahrscheinlich Antibiotika. Die Übersäuerung des Magens hat ihre Ursache meistens in falscher Ernährung und kann ebenfalls durch Medikamente wie Protonenpumpen-Hemmer behandelt werden. Wurde ein Darmtumor diagnostiziert, ist fast immer eine Operation nötig. Bei Frauen können regelmäßige Bauchschmerzen auch mit der Menstruation zusammenhängen. Solange die Frau nicht jeden Tag Bauchschmerzen hat, helfen auch hier natürliche Mittel wie Ruhe, Wärmflasche und Tee.

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