Wenn unser Darm krank ist, kann er uns schwer zu schaffen machen. Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen sind nur einige Hinweise auf Probleme mit dem Darm. Magen und Darm Beschwerden gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern, wegen denen Patienten einen Arzt aufsuchen. Bauchschmerzen durch Darm Beschwerden und Magen Darm Krämpfe sind oft quälende Symptome einer tiefer liegenden Krankheit.

Welche Magen Darm Erkrankungen gibt es?

Der Verdauungstrakt erstreckt sich von der Mundhöhle bis zum Rektum. Er ist vollkommen mit Schleimhaut ausgekleidet, die eine wichtige Rolle bei der Erfüllung der Aufgaben in den verschiedenen Abschnitten des Verdauungstraktes erfüllt. Oft ist die Ursache für Darm Erkrankungen eine Entzündung der Darmschleimhaut, die die Beschwerden im Darm verursacht. Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze sorgen für ReizungEntzündung, andere Darm Krankheiten und Bauchschmerzen.

Reizdarm: Darm Beschwerden äußern sich oft im Rahmen des Reizdarmsyndroms. Sie gehört zu den häufigsten Funktionsstörungen des Darms mit Bauchschmerzen. Trotz gründlicher Diagnostik kann für die beklagten Darm und Magen Beschwerden keine körperliche Ursache gefunden werden. Zu den Symptomen dieser Erkrankung, unter der doppelt so häufig Frauen wie Männer leiden, bestehen die Magen und Darm Beschwerden aus Blähungen, Bauchschmerzen und im Wechsel aus Durchfall und Verstopfung. Der Arzt stellt die Diagnose „Reizdarm“ nur, wenn er alle anderen möglichen Erkrankungen des Darmes ausschließen kann. Eine Reizdarm Behandlung gibt es als ursächliche Therapie noch nicht, da die Auslöser der so häufig auftretenden Reizdarm Bauchschmerzen nicht bekannt sind. Der behandelnde Arzt wird einige Ratschläge geben, die die Beschwerden in Magen und Darm lindern sollen. Dazu gehören eine Umstellung der Ernährung, die Einnahme von regelmäßigen Mahlzeiten und die Vermeidung von Stress. Zur symptomatischen Behandlung erhält der Patient Medikamente, die schmerzstillend und krampflösend wirken. Auch mit psychotherapeutischen Maßnahmen wird versucht, Magen Darm Störungen ohne nachweisbaren körperlichen Befund in den Griff zu bekommen.

Blinddarmentzündung: Bauchschmerzen im Darmbereich kann auch der Blinddarm verursachen. Bei einer Blinddarmreizung oder einer manifesten Entzündung des Wurmfortsatzes kann es zu heftigen, stechenden Schmerzen im rechten Unterbauch kommen. Der Patient entwickelt dabei oft Fieber. Die Blinddarmentzündung wird mitunter von starker Übelkeit und Erbrechen begleitet. Der Arzt wird beim Verdacht auf eine Blinddarmentzündung seinen Patienten ins Krankenhaus einweisen. Um die Beschwerden zu beseitigen und um schwerwiegende Komplikationen wie einen Blinddarmdurchbruch zu vermeiden, wird der Wurmfortsatz operativ entfernt. Heute ist die Blinddarmoperation im Rahmen eines minimalinvasiven Eingriffs möglich, wenn es nicht bereits zu einem Durchbruch gekommen ist. In diesem Fall muss ein offenes Operationsverfahren gewählt werden, um die Gefahr einer nachfolgenden Bauchfellentzündung zu senken.

Colitis ulcerosa: Eine Entzündung im Dickdarm betrifft in den meisten Fällen die Schleimhaut, die den Darm auskleidet. Bei Colitis ulcerosa ist die Dickdarmschleimhaut entzündet. Die Krankheit verläuft in Schüben, die mit starken Durchfällen verbunden sind. Die Entzündungen am Dickdarm führen zu einer allmählichen Vernarbung des Darmgewebes. Es können sich im fortgeschrittenen Stadium von Colitis ulcerosa Fisteln und Abszesse bilden. Der Patient leidet neben den Durchfällen an zunehmenden akuten und chronischen Blutungen des Dickdarmes. Als schwere Komplikation kann es sogar zu einem Durchbruch der Darmwand kommen. Wer unter Colitis ulcerosa leidet, hat durch die chronischen Entzündungen am Dickdarm ein erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Zunächst wird von den Medizinern versucht, die Beschwerden mit entzündungshemmenden Medikamenten zu lindern. Wegen der erhöhten Gefahr der Tumorbildung im Darm wird bei einem fortgeschrittenen Krankheitsbild operiert. In manchen Fällen muss der gesamte Dickdarm entfernt werden.

Morbus Crohn: Zu den Krankheiten von Magen und Darm, die Bauchschmerzen verursachen können, gehört ein weiteres chronisches Darmleiden: Morbus Crohn. Bei Morbus Crohn kommt es in erster Linie zu einer Entzündung im Dünndarm, in schweren Fällen kann sich die Erkrankung jedoch auf den gesamten Verdauungstrakt ausweiten. Von der Entzündung am Dünndarm ist besonders häufig das Ileum terminale, die letzte Schlinge des Dünndarms, betroffen. Auch bei Morbus Crohn leiden die Patienten an Bauchschmerzen, Darmgeräuschen und Durchfällen, die mit Blut und Schleim vermischt sind. Die wulstigen Vernarbungen in der Darmwand können so ausgeprägt sein, dass es zu einem Darmverschluss kommen kann. Warum die Entzündungen am Dünndarm auftreten, ist bisher noch nicht bekannt. Auch bei dieser Erkrankung wird zunächst versucht, mit entzündungshemmenden Medikamenten die Symptomatik zu bessern. Gelingt dies nicht, wird der Dünndarm, der entzündet ist, operativ entfernt.

Divertikulitis: Je fortgeschrittener das Lebensalter ist, desto mehr neigt der Darm dazu, Aussackungen in der Darmwand zu bilden. Mitunter kommt es sogar zu Ausstülpungen der Darmschleimhaut durch Schwachstellen im Gewebe des Darmrohres. Diese Gewebeschwächen im Bereich des Darmes werden als Divertikel, die Erkrankung als Divertikulose bezeichnet. In den meisten Fällen ist der Dickdarmabschnitt im Bereich des Sigma davon betroffen. Dies ist der Bereich des Dickdarms im linken Unterbauch, der eine leichte S-Kurve bildet. Anschließend an das Sigma geht der Dickdarm in den Mastdarm über. Die Ausstülpungen verursachen in vielen Fällen keine Beschwerden. Es kann jedoch passieren, dass sich in den Kammern der Divertikel Ablagerungen von Kot festsetzen, die schwere Entzündungen hervorrufen können. Der Patient hat in diesen Fällen schwere Bauchschmerzen, die vor allem im linken Unterbauch lokalisiert sind. Die Diagnose lautet dann Divertikulitis, also eine Entzündung der Darmdivertikel. Als Komplikation der Darmentzündung kann es zusätzlich zu einer Bauchfellentzündung bei einem Durchbruch der Darmwand kommen. Eine Divertikulitis wird zunächst mit Antibiotika behandelt, um die Entzündung einzudämmen. Außerdem muss der Patient entweder eine vollkommene Nahrungskarenz oder eine Schondiät einhalten, bis die Bauchschmerzen abgeklungen sind. Kommt es häufiger zu einer Divertikulitis, werden die Ausstülpungen der Darmwand operativ entfernt.

Bösartige Tumore im Darm: Zu den Darmerkrankungen, die starke Bauchschmerzen verursachen können, gehören auch bösartige Tumorerkrankungen im Bereich des Darmverlaufes. Darmkrebs wird oft erst spät bemerkt. Über lange Zeit treten keine Beschwerden auf. Mitunter entwickeln sich bösartige Tumore aus den häufig im Darm befindlichen gutartigen Polypen. Die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen geben die Chance, bösartige Veränderungen im Darm möglichst frühzeitig zu erkennen. Je früher der Darmkrebs gefunden und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf vollständige Heilung. Tumore treten im Dünndarm äußerst selten auf. Dagegen werden die bösartigen Veränderungen im Dickdarm und im Mastdarm relativ häufig bei einer Darmspiegelung gefunden. Die ersten Anzeichen für Darmkrebs erscheinen erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Blut im Stuhl, ein ständiger Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung und andere Veränderungen bei der Ausscheidung des Stuhls können erste Hinweise auf eine Erkrankung des Darms sein.

Fazit

Bei Beschwerden beim Stuhlgang und bei Bauchschmerzen muss es sich jedoch nicht zwingend um eine Tumorerkrankung handeln, wie die vorstehende Auflistung der häufigsten Darmkrankheiten zeigt. Dennoch sollte zur frühzeitigen Erkennung von bösartigen Veränderungen im Bereich des Darmes das Angebot der Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden.

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