Die Appetitlosigkeit ist ein Zustand, in dem man keinen Hunger bzw. keine Lust auf jegliche Form von Nahrung verspürt. Oft ist dieser Zustand harmlos und legt sich von allein, aber bei längerem Andauern kann die Appetitlosigkeit Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Ursachen für Appetitlosigkeit

Psychische Faktoren als Ursache für Appetitlosigkeit

Psychische Faktoren als Ursache für Appetitlosigkeit

In den meisten Fällen wird die Appetitlosigkeit durch psychische Faktoren ausgelöst. Starker Stress, Depressionen oder starke Emotionen, wie sie durch Liebeskummer oder Trauer bedingt sind, wirken sich nicht selten auf die Lust zu Essen aus. Aber auch eine Unzufriedenheit mit dem eigenen Körperbau oder das Gefühl zu dick zu sein können zu einer Anorexie, wie die Appetitlosigkeit medizinisch bezeichnet wird, führen. Darüber hinaus ist das Ausbleiben von Hunger oft ein Symptom für beginnende oder bereits akute Infekte, zu denen ein beginnender Diabetes Melitus, eine Niereninsuffiziens oder eine Darmerkrankung wie Morbus Chrohn zählen. Des weiteren kann eine Appetitlosigkeit durch Bildung von Tumoren, Darmpolypen oder auch eine Lebensmittelvergiftung verursacht werden. In wenigen Fällen lässt sich von der verringerten Nahrungseinnahme auch auf eine beginnende Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten oder Drogen schließen.

Folgeerkrankungen

Eine kurz andauernde Appetitlosigkeit ist eher harmlos und verschwindet meist wieder von alleine. Hält der Zustand allerdings länger an, kann das zu einer Schwächung des Immunsystems und zu einem körperlichen Abbau führen, weil aufgrund der fehlenden Nahrungszufuhr Nährstoffe aus den Körperzellen gezogen werden müssen. Dadurch kann es beispielsweise zu einem Muskelschwund, Katabolismus genannt, mentalem Abbau und später auch zu Schädigungen wichtiger Organe führen. Eine „willentliche“ Appetitlosigkeit wie zum Beispiel bei Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen führt außerdem über kurz oder lang zu psychischen Erkrankungen wie Magersucht (Anorexia nervosa) oder Bulimie (Bulimia nervosa) führen. Außerdem können sich unter anderem im Blut Ödeme bilden, die lebensbedrohlich sein können. Man spricht hierbei oft von „Hungerödemen“, die vornehmlich in Ländern wie Afrika auftreten und bei denen den Hungernden die Körper buchstäblich anschwellen.

Behandlungsmöglichkeiten

Wenn die Appetitlosigkeit länger als zwei oder drei Tage andauert, ist eine ärztliche Diagnose notwendig, um die Ursache des Zustandes zu erkennen und eine passende Behandlung zu finden. Liegen dem Nahrungsverzicht psychische Ursachen wie Stress, starke Emotionen oder allgemeines Unwohlsein zu Grunde, wird eine Psychotherapie angesetzt, in der die Patienten mit einem Psychologen Geschehnisse aufschlüsseln, welche zu der Appetitlosigkeit führten. In den Sitzungen lernen die Patienten, die psychologischen Ursachen zu überwinden und wieder Nahrung zu sich zu nehmen, damit sich der Kreislauf wieder normalisieren kann. In schwierigen Fällen werden auch Medikamente wie Bittermittel, Prokinetika oder auch Antidepressiva verschrieben, welche den Appetit wieder anregen sollen.

Werden bei einer ärztlichen Untersuchung dagegen körperliche Ursachen wie eine beginnende Diabetes-Erkrankung oder ein Herzleiden festgestellt, bekommen die Patienten eine entsprechende Therapie zur Bekämpfung der Krankheit in Verbindung mit einer Ernährungsumstellung verschrieben. Dadurch wird nicht nur der fehlende Hunger, sondern auch seine Ursache behoben. Körperliche Ursachen wie Tumore, Krebsgewebe oder Polypen lassen sich allerdings oft nur noch operativ und in Verbindung mit einer Chemo- oder Radio-Therapie behandeln. Da diese Behandlungen wiederum die Appetitlosigkeit begünstigen können, bekommen Patienten auch in solchen Fällen Präparate wie Bittermittel verschrieben, um halbwegs normal essen zu können.

Maßnahmen gegen Appetitlosigkeit

Nicht allen Ursachen wie zum Beispiel Liebeskummer oder Trauer kann man vorbeugen, um eine Appetitlosigkeit zu vermeiden. Allerdings hilft eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, aber auch mit Kohlenhydraten und wenig Fett, das körperliche Gleichgewicht zu bewahren. Außerdem sorgt körperliche Ertüchtigung durch regelmäßigen Sport nicht nur dafür, dass der Körper in Form bleibt (womit einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen entgegen gewirkt wird), sondern regt auch den Appetit auf natürliche Weise an. Zusätzlich empfiehlt es sich, Stress und den übermäßigen Konsum von Genussmitteln wie Alkohol zu vermeiden. Stellt sich eine Appetitlosigkeit dennoch ein, kann man auf kleine Hausmittelchen zurückgreifen, um den Hunger wieder anzuregen. Unter anderem hilft es, einen Würfelzucker mit einem Tropfen Teebaumöl im Mund zergehen zu lassen. Auch eine kleine Sellerie-Stange, eine Handvoll Wacholderbeeren oder eine Tasse Kräutertee können diese Wirkung erzielen. Wenn das nicht hilft, gilt Lakritze besonders bei Kindern als probates Mittel, um den Hunger wieder anzuregen.