Unter Erbrechen (lat. Emesis) versteht man ein gewaltsames Entleeren des Magen- oder Speiseröhrentraktes entgegengesetzt der natürlichen Richtung. Dabei handelt es sich um einen Schutzmechanismus des Körpers, um Toxine oder schädliche Stoffe aus dem Körper herauszubefördern. Der Brechakt kann gewollt oder ungewollt sein und ist meist mit einem brennenden Gefühl in der Speiseröhre verbunden. Dem Brechakt geht zumeist ein Gefühl von Übelkeit, Völle, Unbehagen oder Druck voraus. Je nach Zustand der Speiseröhre kann die Emesis mehr oder weniger Anstrengungen mit sich bringen. Babys übergeben sich in den ersten Lebensmonaten sehr häufig, da sie sich erst daran gewöhnen müssen, Nahrung über den Verdauungstrakt aufzunehmen.

Ursachen für Erbrechen

Ausgelöst wird die Emesis durch einen Reiz auf das Brechzentrum. Dieses sitzt im Hirnstamm, wo es die Brechsignale empfängt und den eigentlichen Brechakt koordiniert. Dabei kommen je nach Art der Emesis unterschiedliche Ursachen in Betracht. Das zentrale Erbrechen etwa kann unabhängig von der Nahrungsaufnahme plötzlich und ohne Vorboten auftreten. So etwa infolge eines Schädel-Hirn-Traumas, Gleichgewichtsstörungen oder Bestrahlung.

Der Brechreiz kann auch mechanisch bedingt direkt auf das Brechzentrum ausgeübt werden. So etwa durch einen Finger oder eine Zahnbürste. Stress, Ängste, Ekel und Aufregung können ebenso wie eine Schwangerschaft einen Brechreiz hervorrufen. Die Ursache kann jedoch auch in einer Unverträglichkeit oder Vergiftung liegen.

Krankheiten mit Erbrechen

Infolge bestimmter Erkrankungen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Am häufigsten tritt ein verstärkter Brechreiz außer bei Lebensmittelvergiftungen und Migräne bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes wie einer Magen-Darm-Grippe auf. Wird keine Nahrung, sondern Kot erbrochen (Miserere), kann dies auf einen Darmverschluss hindeuten.

Befindet sich im Erbrochenen hingegen dunkles Blut (Hämatemesis), liegt dem Erbrechen oftmals ein Magengeschwür mit entsprechenden Blutungen im oberen Magen-Darm-Bereich vor. Dennoch sind auch andere Erkrankungen wie Magenkrebs oder ein Zwölffingerdarmgeschwür denkbar. Ebenso können psychische Erkrankungen, wie z.b. Ess-Brechstörungen, Annorexie oder Depressionen zur Emesis führen. Weitere Erkrankungen könnten sein: Gallenblasenentzündung, Cholera, Alkoholintoxikation, Pankreatitis und Enteritis.

Behandlung und Therapie bei Erbrechen

Dauert das Erbrechen mehr als drei Tage an, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Um Emesis zu behandeln, ist es zunächst wichtig, den Auslöser des Brechreizes zu finden. Dabei kann die Konsistenz und Farbe des Erbrochenen bei der Diagnose helfen. Je nach Ursache können anschließend Medikamente in Form von Tabletten, Tropfen, Zäpfchen oder Infusionen verabreicht werden.

Bei einem habituellen Erbrechen, wie im Fall von Bulimie, können gezielte Verhaltenstherapien die Behandlung unterstützen. Um den Magen zu entlasten, sollte man nur leichte Kost wie Zwieback oder Suppe zu sich nehmen und auf Fettiges oder Kohlensäurehaltiges verzichten.

Vorbeugung gegen Erbrechen

Um ein mögliches Erbrechen zu verhindern, sollten bei der Wahl der Speisen bestehende Lebensmittelunverträglichkeiten (wie beispielsweise Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit) bedacht werden. Verdorbene Nahrungsprodukte sollten entsorgt und Obst stets gründlich gesäubert werden. Damit Bakterien im Magen und Darm keine Chance haben, ist ebenso eine regelmäßige Hygiene notwendig.

Nach dem Toilettengang sollten die Hände am besten mit einer desinfizierenden Seife gereinigt werden. Mit dem natürlichen Arzneimittel Perenterol aus der Apotheke kann man den Aufbau der natürlichen Darmbakterien fördern und damit die Abwehr gegen Keime und Bakterien stärken. Ebenso eignen sich dafür auch probiotische Joghurts.

Medikamente bei Erbrechen

Das gebräuchlichste Medikament gegen akutes Erbrechen sind Metoclopramid-Tropfen (MCP). Doch auch andere Medikamente können helfen:

  • Vomex
  • Domperidon
  • Emesan
  • Buscopan
  • Doxam
  • Falithrom
  • Gastrosil

Hausmittel bei Erbrechen

Viele Menschen schwören darauf, Übelkeit und Brechreiz mit natürlichen Produkten anstelle von Medikamenten selbst zu behandeln. Bereits zu Großmutters Zeiten wusste man sich bei Brechreiz mit dem zu helfen, was die Küche so alles her gab. Eine Linderung bei Emesis versprechen vor allem folgende Produkte:

  • Schüßler-Salze
  • Ingwertee
  • Kamillentee
  • Bachblüten
  • Baldriantee
  • Melissentee
  • Salzstangen