Das Wort Hypertrophie kommt aus dem Griechischen und bedeutet grob übersetzt so etwas wie Überernährung. Man versteht darunter das Wachstum eines Gewebes oder eines Organs im Körper, wenn es stark belastet wird. Hypertrophie kommt nur zu Stande, wenn die sich vermehrenden Zellen überernährt werden. Kraftsportler machen sich diesen Effekt gezielt zu Nutz und folgen genau definierten Ernährungsplänen. Nicht als hypertroph bezeichnen kann man das Anschwellen von Zellen durch die Einlagerung von Wasser.

Bei der Hypertrophie bleibt die Zahl der Zellen in dem Gewebe und die Struktur gleich, die Zellen vergrößern sich nur. Bei der Hyperplasie hingegen vergrößert sich das Gewebe durch mehr Zellteilungen. Die Zahl der Zellen nimmt damit genau so schnell zu, wie das Gewebe wächst. Bis heute konnte man Hyperplasie bei den Menschen nicht nachweisen, jedoch bei Ratten unter Laborbedingungen.

Was ist Hypertrophie?

Das hypertrophe Anwachsen eines Gewebes oder Organs kann sich zum größten Teil wieder zurückbilden, wenn man den Faktor entfernt, der die Zellen zur Vergrößerung angeregt hat. In manchen Fällen bedeutet das, nur mit dem Krafttraining aufzuhören. Schwieriger wird es, wenn es um eine hypertrophe Entwicklung der Geschlechtsteile geht.

Wie hängt Hypertrophie mit Muskelwachstum zusammen?

Muskeln wachsen nur dann, wenn sie bis über die Grenzen ihrer eigentlichen Leistungsfähigkeit hinaus beansprucht werden. Das regelmäßige Krafttraining löst einen Wachstumsreiz in den Muskelzellen aus. Dadurch wird vermehrt Protein in den Muskelzellen angelagert.

Arten der Hypertrophie:

Durch gezieltes Krafttraining kann eine muskuläre Hypertrophie hervorgerufen werden.

Durch gezieltes Krafttraining kann eine muskuläre Hypertrophie hervorgerufen werden.

Eine der beiden Arten der Hypertrophie, die wohl am häufigsten vorkommen und am deutlichsten zu sehen sind, ist die muskuläre Hypertrophie. Sie tritt in der Skelettmuskulatur auf und wird durch gezieltes Krafttraining hervorgerufen.
Kraftsportler nutzen dabei die unterschiedlichsten Übungen und eine nährstoffhaltige Ernährung, damit ihre Muskeln wachsen.

Eine andere Form der Hypertrophie ist die Ventrikuläre Hypertrophie. Darunter versteht man ein Wachstum der Herzkammern. Das kann gesund sein, wenn das Wachstum als Ergebnis von aerobem oder anaerobem Training auftritt. Doch meistens wird die ventrikuläre Hypertrophie mit einem zu Hohen Blutdruck, oder Krankheiten in Verbindung gebracht. In den meisten Fällen ist ein Wachstum der Herzkammern ungesund.

Eine weitere Form ist das Wachstum der Brüste. Man spricht hierbei von einer hypertrophen Entwicklung, wenn es pro Brust zum Beispiel zu einem Wachstum von 5 Kilogramm oder mehr kommt. Dieses Phänomen kann in seltenen Fällen während oder kurz nach der Schwangerschaft auftreten. Jedoch kommt es wesentlich häufiger während der Pubertät dazu. In extremen Fällen, können die Brüste der Frau dabei auf ein Gewicht von bis zu sieben bis neun Kilogramm anwachsen.

Eine weitere Form, welche Frauen betrifft, ist das Anwachsen der Klitoris. In den meisten Bekannten Fällen zu diesem Phänomen spricht man dabei von Intersexualität. Die weibliche Klitoris wächst dabei zu solchen Ausmaßen an, dass sie dem männlichen Penis ähnelt. Neben der Hypertrophie gibt es noch die Hypoplasie, die Atrophie und die Hyperplasie.

Der Muskelaufbau

Beim Muskelaufbau (Hypertrophie) wird Muskelmasse aufgebaut. Dabei kann dieser Aufbau sowohl aus ästhetischen wie auch gesundheitlich, therapeutischen Zwecken gewünscht sein. So sehen aufgebaute Muskeln nicht nur schön aus, sondern helfen beispielsweise bei chronischen Wirbelsäulenbeschwerden. Da der menschliche Körper besonders anpassungsfähig ist, lassen sich einzelne Muskelgruppen gezielt aufbauen.

Sportliches Training zum Aufbau der Muskulatur

Um Muskeln aufbauen zu können, sind neben der richtigen Ernährung auch sportliches Training erforderlich. Je nachdem welche Muskeln aufgebaut werden sollen, muss der entsprechende Bereich trainiert werden. Beim Aufbau eines kräftigen Bizepses hilft beispielsweise kein Radtraining. Ein gezielter Aufbau von Muskulatur wird nur über ein Muskelaufbautraining erreicht. Damit der Muskel sich vergrößern, also aufbauen kann, ist regelmäßiges und langfristiges Muskelaufbautraining erforderlich.

Wann findet der Muskelaufbau statt?

Wichtig für den Muskelaufbau ist eine Kombination aus regelmäßigem Training und einer guten Ernährung.

Wichtig für den Muskelaufbau ist eine Kombination aus regelmäßigem Training und einer guten Ernährung.

Der Muskelaufbau findet nur statt, wenn der Reiz dazu richtig gesetzt wurde. Bei einer Trainingseinheit werden vier verschiedene Trainingsreize unterschieden. Das sind die zu starken, die unterschwelligen, schwachen und die überschwelligen Reize. Beim Muskelaufbau sind nur die überschwellig starken Reize wichtig. Was viele nicht wissen, der Muskelaufbau findet nicht während der Trainingseinheit statt, sondern in der Ruhephase. Während des Trainingsphase wird nur der Reiz zum Aufbau der Muskulatur gegeben. Deshalb ist es nach dem Training wichtig, dass dem Körper genügend Zeit gegeben wird, um sich zu regenerieren.

Die Kontinuität

Für den Aufbau von Muskelmasse sind dauerhaftes und regelmäßiges Training besonders wichtig. Es ist sinnvoller dreimal die Woche eine Stunde lang zu trainieren als nur einmal in der Woche drei Stunden. Doch nur über das Muskelaufbautraining alleine ist kein Muskelaufbau möglich. Hierzu muss auch die Ernährung entsprechend angepasst werden. Gerade Kohlenhydrate spielen beim Krafttraining eine bedeutende Rolle. Sie sind ein wichtiger Energielieferant und machen gezieltes Training erst möglich. Vor dem Training sollte der Kohlehydratspeicher also entsprechend aufgefüllt sein.

Wichtige Bestandteile der Ernährung

Neben der bereits angesprochenen Kohlehydrate spielen auch Eiweiß/Protein, Fette und Kreatin eine wichtige Rolle. Ohne Eiweiß/Protein ist kein Muskelaufbau möglich. Denn dieser Nahrungsbestandteil ist für den Muskelaufbau verantwortlich. Im Rahmen des Muskelaufbaus beträgt der tägliche Bedarf etwa 2 bis 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dabei sollte dieser Bedarf neben tierischen Produkten auch über Eiweißshakes gedeckt werden, denn diese enthalten keine Nebenprodukte wie Ballaststoffe oder Fette. Die Eiweiß-Einnahme erfolgt dabei nach dem Training. Der tägliche Bedarf sollte jedoch nicht überschritten werden.

Was beim Krafttraining auf alle Fälle vermieden werden sollte, sind Fette. Während des Krafttrainings verbrennt der Körper nämlich kein Fett. Wieder äußerst wichtig für den Muskelaufbau ist Kreatin. Kreatin ist ein Zwischenprodukt des Energiestoffwechsels. Kreatin, auch unter Creatin, Creatine, Kreatinmonohydrat bekannt, steigert die Aufnahme des Zuckers im Muskel. Die Ernährung kann auch Einfluss auf den Ausbruch einer Hyperplasie, einer Hypertrophie, einer Atrophie oder einer Hypoplasie.

Die Hyperplasie

Die Hyperplasie besteht, wenn ein Gewebe oder ein Organ stark vergrößert ist, weil sich die Zellen vergrößern. Nicht zu verwechseln darf man die Hyperplasie mit der Hypertrophie. Dabei ist zwar auch ein Organ stark vergrößert, allerdings nur durch die selbe Zellstruktur. Mit der Hypertrophie gleicht der Körper meistens Schwachstellen und die Hypertrohie hat jeder Mensch.

Beispiel einer Hypertrophie:

  • Gebärmuttervergrößerung bei Schwangerschaft
  • Brustgewebe vergrößert sich hormonell bedingt in der Schwangerschaft
  • Muskelaufbau bei sportlicher und muskulärer Anstrengung
  • Herzvergrößerung bei fehlender Herzklappe ( Das Organ gleicht somit andere Schwächen aus)
  • bei Nierentransplantationen versucht die übrige Niere den Verlust auszugleichen
  • Bei Lebertransplantatione wächst die Leber nach

Bei einer Hyperplasie verändert das vergrößerte Gewebe oder Organ die eigentliche Zellstruktur.
Im Gegensatz dazu kann der gezielte Muskelaufbau durch Kraftraining auch zu einer Hypertrohpie führen.

Beispiele einer Hyperplasie:

Bei einer Hyperplasie kann es zu der Vergrößerung von Organen und Gewebe kommen.

Bei einer Hyperplasie kann es zu der Vergrößerung von Organen und Gewebe kommen.

  • gut- und bösartige Tumore in Gewebe oder Organen
  • Warzen, Zysten, Myom
  • Vergrößerung der Prostata oder Schilddrüse
  • Wachstum des Bindegewebes bei der Wundheilung

Viele Hyperplasiefälle sind eher harmlos, wie zum Beispiel eine Warze oder ein Myom, die sich auch von selbst wieder zurückbilden können. Es gibt aber auch die Hyperplasie Form in der Organ oder Gewebe mit einem gut- oder bösartigem Tumor befallen ist. Hierbei braucht es eine spezielle und ausführliche Untersuchung. Eine Hyperplasie kann durch eine schon bestehende Krankheit kommen. Bei Diabetes kann es oftmals zu einer Vergrößerung der Niere kommen.

Auch durch Medikamente, Alkoholmissbrauch oder Fettsucht können Hyperplasien auftreten wie die Vergrößerung des Magens oder der Leber. Meistens wird ein Stück Gewebeprobe entnommen und im Labor getestet. Aber auch eine Mammografie, wie zum Beispiel beim Ertasten der weiblichen Brust ist sinnvoll und üblich. Bei frühzeitigem Erkennen einer Hyperplasie kann auch schnell behandelt werden , um der Krankheit entgegen zu wirken.

Durch einen gesunden Lebenstil, bewusster Ernährung können manche Formen von Hyperplasie vermieden werden. Doch ist man genetisch anfällig (wie zum Beispiel bei Brustkrebs), gibt es keine Möglickeit der Krankheit vorzubeugen. Weitere Formen sind die Atrophie und die Hypoplasie.

Die Atrophie

Das Wort „Atrophie“ leitet sich aus dem Griechischen und Lateinischen ab und bedeutet wörtlich „Mangel an Nahrung, Auszehrung“. In den medizinischen Wissenschaften bezeichnet „Atrophie“ eine Gewebs- bzw. Organverkleinerung, die sich im Mikroskop darstellt als volumetrische Verkleinerung einzelner Zellen. Auch verwendet die medizinische Literatur diesen Begriff für Organverkleinerungen, die infolge numerischer Zellreduktion entsteht (numerische Atrophie). Somit bildet die Atrophie den Gegensatz zu einer „Hyperplasie“ oder auch „Hypertrophie“, die eine Vermehrung der Zellanzahl oder die Volumensteigerung der einzelnen Zelle als Ergebnis einer Anpassung durch Umwelteinflüsse definiert. Oft findet man anstatt des Wortes „Atrophie“ auch den Begriff der „Hypoplasie“, die sich aber nur durch eine Reduktion der Zellzahl definiert.

Entstehung und Ursachen

Eine Atrophie läßt sich so gut wie in jedem Organ des Körpers beobachten, doch ein deutlicher Schwerpunkt liegt in ihrem Vorkommen in Skelett- und Herzmuskulatur, im zentralen Nervensystem als auch in den Geschlechtsorganen.
Die Ursachen der Organatrophie sind zahlreich: ein Organ reagiert damit auf dauerhafte Verminderung der Aktivität, Belastungen durch Arbeit, Veränderung der Blutversorgung und damit der Versorgung mit Nährstoffen. Auch eine verminderte neurale oder hormongesteuerte Stimulation kann Atrophie zur Folge haben.

Im schlimmsten Falle kann eine Atrophie zum Versagen des gesamten Organismus führen.

Im schlimmsten Falle kann eine Atrophie zum Versagen des gesamten Organismus führen.

Diese Anpassungsreaktion läßt sich in einzelne Phasen gliedern: sie startet regulär damit, daß die Zelle einen Teil ihrer funktionellen Substanz verliert, was in einer allgemeinen Verminderung ihres Volumens resultiert. Erst später kommt zu diesem Volumenverlust noch ein numerischer Zellverlust ( Hypoplasie ) hinzu. Die intrazellulären Vorgänge bei diesem Szenario beruhen auf einem Überwiegen des abbauenden Stoffwechsels bei gleichzeitiger Drosselung des Aufbaustoffwechsels. Das von der Zelle abgesonderte entbehrliche Material wird im Zellzwischenraum bereits von den Phagozyten ( Fresszellen) erwartet, die es umgehend abbauen und aus dem betroffenen Gewebe transportieren.

Oftmals findet der Mediziner in den betroffenen Zellverbänden auch braune Farbpigmente, die darauf zurückzuführen sind, dass unverdautes Restmaterial im Cytoplasma eingelagert wird.

Auswirkungen

Eine Atrophie eines Organs und/oder eines Zellverbandes läßt sich beschreiben als Resultat eines Ungleichgewichtes zwischen Aufbau- und Abbaustoffwechsel, welches durch eine in der Relation zur Ernährungslage des jeweiligen Gewebes funktionelle Fehlbelastung bedingt ist. Man hat bei allen negativen Auswirkungen zu bedenken, daß das jeweilige Organ einer Anpassungsreaktion unterliegt. Wird die Ernährungslage des Gewebes wieder normalisiert, kann diese atrophische Reaktion durchaus umkehrbar sein (Regeneration).

Bei Überschreitung eines für jedes Organ bestimmten Grenzwertes jedoch hat die Atrophie einen dauerhaften Zellverlust zur Folge, der im Extremfall mit dem Tod des Gesamtorganismus enden kann. Somit stellen sich atrophische Vorgänge als Resultat einer Entwicklungsgeschichte dar, die den heute vorkommenden Organismen einen großen Vorteil gebracht haben. Sie trugen dazu bei, daß sie sich gegenüber ihren Konkurrenten in ihrem Lebensraum dauerhaft durchsetzen konnten. Neben der Atrophie gibt es auch noch die Hypertrophie durch Muskelaufbau und die Hyperplasie.

Die Hypoplasie

Unter einer Hypoplasie leidet heutzutage eine Vielzahl von Menschen. Dabei können von der Erkrankung die verschiedensten Organe befallen sein, wodurch die Symptome und auch die Behandlung dementsprechend voneinander abweichen.

Was ist eine Hypoplasie?

Unter einer Hypoplasie beziehungsweise einer numerischen Atrophie, wird eine angeborene oder auch anlagebedingte Unterentwicklung eines Organs, Organteils, Organsystems, des Gewebes oder auch des Organismus verstanden. Ausgelöst wird die Erkrankung aufgrund deiner Verminderung der Anzahl an Zellen von einer bestimmten Anlage im menschlichen Körper. Das können zum Beispiel Muskeln ebenso sein wie Gewebe. Ferner wird darunter ebenfalls der daraus folgende Funktionsausfall der betroffenen Systeme verstanden. Die numerische Atrophie, die Abnahme der Zellzahl, kann jedoch mit oder auch ohne einer synchron verlaufenden Veränderung der Zellstruktur in Erscheinung treten. Dabei sind die Gründe für eine solche oder auch eine sogenannte einfache Atrophie vielschichtig, wie etwa:

Bei einer Hypoplasie kann eine medikamentöse Behandlung helfen.

Bei einer Hypoplasie kann eine medikamentöse Behandlung helfen.

  • Mangelernährung
  • einer Störung der Blutversorgung
  • einer Stoffwechselstörung
  • starker Alkoholkonsums

Die Hypertrophie

Im Gegensatz dazu bezeichnet eine Hypertrophie die Vergrößerung eines Organs oder auch eines Gewebes. Im Gegensatz zur Hypoplasie ist hier entweder eine Zellvergrößerung oder auch eine Zunahme des vorhandenen Zellvolumens der Grund für die Erkrankung. Bei einer Hypertrophie ist die Anzahl der Zellen jedoch gleichbleibend. Eine Hypertrophie kann aufgrund stärkerer, funktioneller Belastungen entstehen, wie das zum Beispiel bei einer Muskelvergrößerung durch sich ständig wiederholende Muskelarbeit der Fall ist.

Diagnose und Behandlung einer Hypoplasie

Die Behandlungen einer Hypoplasie sowie einer Hypertrophie richten sich natürlich danach, welches System des menschlichen Körpers betroffen ist, wie zum Beispiel welches Organ, das Gewebe oder der Organismus. Dementsprechend vielschichtig sind die Behandlungsmethoden. Dazu kommt, dass die Patienten unterschiedlich auf verschiedene Medikamente ansprechen. So können die Therapien zum Beispiel eine medikamentöse Behandlung ebenso einschließen, wie einen Aufenthalt im Krankenhaus.

Dementsprechend differenziert fällt je nach Diagnose nicht nur die Therapie, sondern auch der Verlauf der Heilung aus. Für betroffene Patienten ist es ratsam, sich hier unbedingt ausgiebig bei dem behandelnden Arzt beraten zu lassen. Dieser wird nicht nur die genaue Erkrankung feststellen, sondern ebenfalls erkennen können, welche Systeme eigentlich von einer Hypoplasie betroffen sind. Danach richtet sich dann der weitere Verlauf der Behandlung. Patienten, die unter einer Hypoplasie leiden, können öfter als gemeinhin gedacht angetroffen werden, sodass zum Beispiel auch ein Austausch mit anderen Betroffenen eine gute Möglichkeit ist, um mehr über diese Erkrankung in Erfahrung zu bringen.