In Deutschland gehören Kopfschmerzen neben Rückenschmerzen zu den am häufigsten auftretenden gesundheitlichen Beschwerden. Derzeit leiden etwa vier bis fünf Prozent aller Deutschen unter täglichen und sogar 70 Prozent an chronischen und immer wiederkehrenden Schmerzen in Kopfbereich. Statistische Erhebungen ergaben, dass überwiegend Frauen und Einwohner von Städten mit mehr 50.000 Einwohnern darunter sind.

Was sind Kopfschmerzen

Wenn der Kopf schmerzt: Kopfschmerzen

Wenn der Kopf schmerzt: Kopfschmerzen
(© Jacek Chabraszewski – Fotolia.com)

Als solche werden Schmerzempfindungen in der Gegend des Kopfes bezeichnet, welche durch Reizung der schmerzempfindlichen Kopforgane wie dem Schädel, der Hirnhaut, den Hirnnerven oder den obersten Spinalnerven zurückzuführen sind. Was der breiten Bevölkerung meist nicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass die eigentliche Gehirnsubstanz an sich keinerlei Schmerzempfindlichkeit besitzt.

Ursachen von Kopfschmerzen

Grundsätzlich hängt die genaue Ursache der Schmerzen vom vorliegenden Typ ab. Unter die primären Schmerzerkrankungen fallen die bekanntesten Formen wie die Migräne, der Spannungsschmerz im Kopfbereich und die trigeminoautonomen Schmerzerscheinungen wie der Clusterkopfschmerz. Ursachen dieser primären Schmerzen sind nicht eindeutig bekannt. Allen Erklärungsmodellen ist gemeinsam, dass man den Entstehungsmechanismus im Gehirn selbst vermutet, wobei die Verdacht Nahe liegt, dass die Veranlagung dieser Art der Schmerzen genetisch bedingt ist.

Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen umfassen eine Vielzahl von verschiedenen Symptomen. Definitionsgemäß liegt die Ursache der Schmerzen hier im Bereich des Gehirns oder Kopf- und Halsbereiches und ist nach gründlicher Diagnostik feststellbar. In der Regel handelt es sich um unfallbedingte Verletzungen des Kopf- oder Halswirbelsäulenbereiches, um Gefäßstörungen oder pathologischen Zuständen innerhalb des Gehirns wie ein Schlaganfall oder ein Tumor.

Die dritte Kategorie bilden verschiedene Erscheinungsformen, die durch spezielle und individuelle Mechanismen ausgelöst werden. Hierzu werden blitzartig einschießende Schmerzen der Hirn- und Kopfnerven, die sogenannten Neuralgien gezählt, aber auch zentrale Schmerzen, welche Jahre nach Verletzungen der Nervenbahnen auftreten können.

Krankheiten mit Kopfschmerzen

Vor allem die sekundären Kopfschmerzen liegen in pathologischen Zuständen innerhalb des menschlichen Körpers begründet. Die häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Schmerzen im Kopfbereich sind Erkrankungen der Augen, Ohren, Nase, Zähne und des Kiefers. Daneben entstehen diese Schmerzen häufig auch durch eine nicht korrigierte Fehlsichtigkeit, dem grünen oder grauen Star sowie Entzündungen im Bereich der Nasennebenhöhlen oder des Mittelohrs. Des Weiteren führen auch internistische Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Fehlfunktionen der Schilddrüse zu Kopfweh. Zudem werden die Schmerzen auch durch verschiedenste Infektionen ausgelöst, vor allem einer Hirnhautentzündung.

Weitere Faktoren können auch Suchterkrankungen wie die Einnahme von Drogen und schmerzlindernden Medikamenten sein, sofern beim Konsum eine gewisse Regelmäßigkeit gegeben ist.

Behandlung und Therapie von Kopfschmerzen

Für die meisten primären und sekundären Schmerzen im Kopfbereich gibt es heute verschiedene Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten. Dabei liegt das Augenmerk bei der Behandlung der primären Schmerzerkrankungen nicht auf der Heilung, sondern vielmehr auf der Reduzierung der Schmerzepisoden bzw. der sofortigen Beendigung der akuten Schmerzen.

Hierbei kann der Großteil der Schmerzen ambulant behandelt werden, was vor allem in der ersten Phase einer langfristigen Behandlung in sehr engmaschiger Weise erfolgt. Eine große Bedeutung kommt hierbei der Dokumentation der Schmerzen durch Patienten zu, denn durch Beobachtung der Schmerzepisoden und der Ermittlung der patientenabhängigen Charakteristika kann der behandelnde Arzt spezifische Therapiemaßnahmen ergreifen.

Bei sekundären Schmerzen ist eine Behandlung nur durch einen stationären Aufenthalt in einer neurologischen Klinik möglich, denn entscheidende Bedeutung hat hier die schnelle Diagnose der Ursachen und ein rascher Beginn der Therapie. Grundlegende Bedeutung hat hier der Behandlungsplan, der für jeden Patienten individuell erstellt wird und alle Lebensumstände und Aspekte aus dem Umfeld des Patienten mit einbezieht wie z. B. das Alter, Begleiterkrankungen, Erwartungen oder Gegenanzeigen des Patienten.

Vorbeugung von Kopfschmerzen

Durch eine Reihe von Tipps lassen sich Kopfschmerzen in gewissen Maßen vorbeugen. Vor allem spielt bei der Prophylaxe die regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten mit Wasser, eine Rolle.

Darüber hinaus sollte auch auf die regelmäßige Einnahme der Mahlzeiten geachtet werden, vor allem tun Lebensmittel mit reichlich Magnesium den Betroffenen meist sehr gut. Dies liegt an der Entspannung der Nerven durch das Magnesium. Die Regelmäßigkeit der Nahrungseinnahme spielt auch eine wichtige Rolle, denn das plötzliche Ansteigen des Blutzuckerspiegels kann ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.

Auch der Lebensstil sollte nicht außer Acht gelassen werden, denn regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivität im Freien beugen Kopfschmerzen vor. Bereits 30 Minuten Sport pro Woche schützen merklich vor Attacken und mildern die Schmerzen.

Medikamente gegen Kopfschmerzen

Auf dem Markt ist eine Vielzahl von Medikamenten zur Behandlung von Kopfschmerzen erhältlich, darunter sind die vier gebräuchlichsten Präparate: Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen und Propyphenazon.

Hausmittel gegen Kopfschmerzen

Des Weiteren gibt es auch eine Reihe von Hausmitteln, welche die Einnahme von Medikamenten überflüssig machen können und so die körperliche Belastung reduzieren:

  • Bei leichten Kopfschmerzen den Nacken abwechselnd warm und kalt duschen.
  • Einen Tee aus zerkleinerten Wacholderbeeren zehn Minuten ziehen lassen und trinken.
  • Die Schläfen mit Eukalyptusöl einreiben oder ein bis zwei Tropfen auf einen Zuckerwürfel tröpfeln und einnehmen.
  • Ein Tuch mit Quark, Zwiebeln oder Meerrettich bestreichen und in den Nacken legen.