Bei einer Prellung (Kontusion) wird weiches Gewebe (weiche Gewebsstrukturen oder Organe) durch direkte äußere Gewalteinwirkung verletzt. Die äußere Haut ist von dieser Verletzung zumeist nicht betroffen. Die Gewebsverletzung zerreißt Bindegewebsstrukturen und / oder Muskelfasern, betrifft aber auch die kleineren Blutgefäße sowie das lymphatische System.

Dies hat zur Folge, dass Blut und Lymphe aus den verletzten Gefäßen austreten und sich im umliegenden Gewebe sammeln. Die Konsequenzen sind, abhängig vom Grad der Verletzung, ein mehr oder weniger ausgeprägter Bluterguss (Hämatom) und eine Schwellung des Gewebes. Je nach Lokalisation der Prellung, geht dies mit den Symptomen Schmerzen und Einschränkung der Bewegung (bei Muskel- und Gelenkprellungen) einher.

Im Fall einer Rippenprellung kann die, durch den Schmerz verursachte Bewegungseinschränkung des Brustkorbes, sogar eine eingeschränkte Atmung zur Folge haben.

Wie kann sie entstehen?

Der "blaue Fleck" ist eine Prellung © Harald Biebel - Fotolia

Der „blaue Fleck“ ist eine Prellung © Harald Biebel – Fotolia

Eine Prellung ist neben der Zerrung mit die häufigste Art der Sportverletzung. Durch direkte stumpfe Gewaltweinwirkung auf den Körper (stumpfes Trauma, z.B. einen Stoß, Sturz, Tritt oder Schlag) kommt es zu einer Quetschung des weichen Gewebes gegen harte Körperstrukturen (z.B. Knochen) und infolge dessen zu der beschriebenen Verletzung des Gewebes.

Doch auch Unfälle sind als wichtige Ursache von Prellungen zu nennen. Kleinere Unfälle im Alltag führen zu ähnlichen Verletzungsmustern wie bei Sportverletzung. Schwere Unfälle, z.B. Verkehrsunfälle, können dagegen mit stumpfen Traumata in deutlich größerem Umfang einhergehen. Hierbei werden dann unter Umständen auch innere Organe geprellt. Die Folgen dieser massiven Schädigungen sind dementsprechend größer, da die Funktion der betroffenen Organe mehr oder weniger eingeschränkt sein kann.

Wo kann man eine Prellung bekommen?

Eine Prellung kann man sich an verschiedenen Organen und Körperteilen zuziehen. Haut- und Muskelprellungen kommen wohl am häufigsten vor. Bei Hautprellungen spricht man auch von sog. „blauen Fleck“. Daneben gibt es aber auch Prellungen der Gelenke, v.a. von Schulter-, Knie- und Sprunggelenk.

Knochenprellungen spielen an den Knochen bzw. Knochenteilen eine Rolle, die nicht von einer Muskelschicht bedeckt sind, beispielsweise am vorderen Schienbein oder im Fall der Rippenprellung an den Rippen. Geprellt wird hier nicht direkt der Knochen, sondern die empfindliche Knochenhaut. Auch eine Prellung der Nerven und von inneren Organen ist möglich. Eine besondere Form der Organprellung ist die Gehirnerschütterung, die nichts anderes als eine Gehirnprellung darstellt.

Die Rippenprellung

Die Rippenprellung (med. Rippenkontusion) entsteht durch dumpfe Gewalteinwirkung von außen auf den Brustkorbbereich, was häufig bei Sportunfällen diagnostiziert wird. Hauptsächlich bei Kampfsportarten, wo Tritte oder Schläge nicht oder falsch abgewehrt werden.

Aber auch bei Radsportlern und Läufern, die ausrutschen und stürzen, kommen Rippenprellung häufig vor. Neben einer meist sichtbaren Schwellung durch die schmerzhaften Prellungen, treten zusätzliche Blutergüsse (Hämatome) auf.

Ursachen

Sobald ein heftiger Stoß, Tritt oder Sturz ein dumpfes Trauma im Brustkorbbereich auslöst, sorgt der elastische Bereich der Rippen dafür, das es nur zu einer Zerrung oder Rippenprellung, aber nicht zum Knochenbruch kommt.

Die auf das Gewebe wirkenden, stumpfen Kräfte führen zu einer massiven Quetschung, die neben der besagten Schwellung und den Blutergüssen, auch zu starken Schmerzen auf der Knochenhaut führen.

Bei älteren Menschen, bei denen die Elastizität des Gewebes eingeschränkt ist, führen deshalb Stürze weitaus häufiger zu Frakturen als zu Rippenprellungen. Da aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome nur ein Arzt durch gründliches Abtasten der Rippenbögen eine Fraktur von einer Prellung unterscheiden kann, sollte man die Diagnose auf jeden Fall absichern.

Symptomatik

Eine Rippenprellung entsteht meistens durch Unfälle © Dan Race - Fotolia

Eine Rippenprellung entsteht meistens durch Unfälle © Dan Race – Fotolia

Nicht immer ist eine Rippenprellung deutlich sichtbar. Da Wirbelsäule und Brustbein mit den Rippen verbunden sind, heben sich die Rippen beim Einatmen, um den Brustkorbbereich zu weiten, die Lunge zu dehnen und deren Volumen zu erhöhen. Ebenso senken sich beim Ausatmen die Rippen.

Da bei einer Rippenprellung diese Beweglichkeit stark eingeschränkt ist, haben Betroffene oft starke Schmerzen beim Atmen und Husten, sowie beim Heben und Senken der Arme. Oftmals nehmen die Betroffenen Schonhaltungen ein, was zu weiteren, schmerzhaften Verspannungen am Brustbein und zwischen den Schulterblättern führt.

Krankheitsverlauf

Rippenprellungen heilen sehr unterschiedlich ab, abhängig von der persönlichen Konstitution des Betroffen, von der Schwere der Gewalteinwirkung und dem Einsatz der Therapiemöglichkeiten. Ein Verlauf von vier Wochen und mehr ist jedoch nicht selten.

Therapiemöglichkeiten

Eine direkte Kühlung nach dem Trauma lindert Schmerzen und hilft, die Schwellung zu mildern. Die oft nicht unerheblichen Schmerzen werden in der Regel medikamentös behandelt und in manchen Fällen kann ein Stützverband von Nutzen sein. Wärmeanwendungen und Massagen fördern ebenso die Heilung, sowie ausreichend Ruhe und der Verzicht auf Sport für mehrere Wochen.

Der Bluterguss

Bei einem Bluterguss werden, in der Regel durch äußerliche Gewalteinwirkung, Blutgefäße verletzt, wodurch Blut aus diesen austritt und sich im umliegenden Körpergewebe ansammelt. In der medizinischen Fachsprache wird der Bluterguss als Hämatom bezeichnet, umgangssprachlich nennt man ihn „blauer Fleck“.

Ursachen für einen Bluterguss

Ein Hämatom entsteht meistens durch äußerliche Gewalteinwirkung. Durch einen Stoß, Schlag, Tritt oder Sturz kommt es zu einer Prellung, d. h. weiches Gewebe wie z. B. Muskeln werden gegen hartes Gewebe wie z. B. Knochen gedrückt und dabei gequetscht.

Blut- und Lymphgefäße werden dabei verletzt, Blut und Lymphe tritt aus und sammelt sich im umliegenden Gewebe an. Bluterguss und Schwellung sind die Folge. Vor allem im Sport gehören Prellung und Zerrung zu den häufigsten Verletzungen.

Bei den Prellungen in Folge von Sportverletzungen unterscheidet man drei Typen: Bei einer Muskelprellung entsteht der Bluterguss zwischen einzelnen Muskelfasern, eine Gelenkprellung verursacht einen Bluterguss z. B. im Knie-, Schulter-, oder Sprunggelenk und eine Knochenprellung hat ein Hämatom zwischen Knochen und Knochenhaut zur Folge. Treten Blutergüsse ohne erkennbaren Grund auf, kann dies ein Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung wie z. B. Krebs sein.

Symptome bei einem Bluterguss

Ein Bluterguss entsteht meistens durch äußerliche Gewalteinwirkung © PeJo - Fotolia

Ein Bluterguss entsteht meistens durch äußerliche Gewalteinwirkung © PeJo – Fotolia

Liegt das Hämatom direkt unter der Haut, wird es als blauer Fleck innerhalb kürzester Zeit nach der Verletzung sichtbar. In der Regel ist die Stelle auch angeschwollen und sehr schmerzempfindlich. Dehnt sich ein Bluterguss auf ein Gelenk aus, liegt also eine Gelenkprellung vor, kann das Gelenk heftig schmerzen und in seiner Funktion stark eingeschränkt sein.

Auch eine Muskelprellung kann neben starken Schmerz zu einer Einschränkung der Beweglichkeit führen.

Behandlung bei einem Bluterguss

Eine einfache Knochenprellung heilt innerhalb von ca. zwei Wochen von selbst ab. Hierbei wechselt das Hämatom in Form des blauen Flecks seine Farbe über grün, gelb und braun. Natürlich kann man mit einer kühlenden Kompresse nichts falsch machen. Wichtiger ist eine unverzügliche Behandlung aber bei Gelenk- und Muskelverletzungen.

Wenn man die sogenannte PECH-Regel anwendet, kann man bei stumpfen Verletzungen, zu denen neben Zerrung und Verrenkung auch die Prellung gehört, den Krankheitsverlauf in der Regel verkürzen. Das P steht hierbei für „Pause“, d. h. man sollte nach der Verletzung unverzüglich mit dem Training aufhören und die verletzte Stelle schonen.

E steht für „Eis“ und bedeutet, dass man die betroffene Stelle sofort kühlen soll, optimaler Weise mit Eiswürfeln in einem Tuch oder einem Cold-Pack. Die Kühlung verengt die Blutgefäße, so dass weniger Flüssigkeit in das Gewebe austritt. Auch die Entzündung wird durch die Kühlung gehemmt. Die Kühlung sollte maximal zehn Minuten dauern. Dann zehn Minuten Pause einlegen, bevor wieder gekühlt wird.

Das C bedeutet „Compression“, also Druck von außen auf die Schwellung ausüben. Hierzu wird eine elastische Binde fest um die betroffene Stelle gewickelt, sodass sie wie ein Druckverband funktioniert. Sie darf aber nicht die Blutzirkulation unterbinden.

H wie „Hochlagern“ bedeutet, dass man Arm oder Bein über Herzhöhe lagert und dadurch sowohl die Blutung als auch die Schwellung verringert.

Zerrungen – erste Hilfe

Neben der Prellung zählt die Zerrung mit zu den häufigsten Sportverletzungen. In den meisten Fällen zieht man sich eine Zerrung zu Beginn einer sportlichen Betätigung zu, wenn die Muskeln nicht ausreichend aufgewärmt wurden. Hier bedarf es an professionellen Aufwärmprogrammen, dass vor lästigen Zerrungen bewahrt wird.

Ebenfalls entsteht eine Zerrung durch Überlastung oder zu starker Beanspruchung einzelner Muskelgruppen. Durch plötzliche oder ruckartige Bewegungen oder einem spontanem Bewegungswechsel, ist eine Zerrung schnell entstanden.

Nicht seltene Ursachen

Abruptes Abbremsen beim Laufen ist eine nicht seltene Ursache für eine Zerrung. Klassische Beispiele hierfür findet man in unterschiedlichen Ballsportarten. Eine Muskelzerrung ist eine schmerzhafte Überdehnung bestimmter Muskeln. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Wadenzerrung, einer Zerrung im Oberschenkelbereich oder auch im Sprunggelenk.

In der Medizin spricht man von einer Distension, welches nichts anderes bedeutet, als Muskelzerrung. Unterschieden wird hier zwischen einem Muskelfaserriss und einer Muskelzerrung. Her bedarf es einer präzisen Diagnose eines Fachmannes.

Die Diagnose

Richtiges Aufwärmen beugt einer Zerrung vor © Andres Rodriguez - Fotolia

Richtiges Aufwärmen beugt einer Zerrung vor © Andres Rodriguez – Fotolia

Der Laie kann hier nicht unterscheiden oder selbst diagnostizieren. Fachgerechte Versorgung ist bei einer Muskelzerrung unumgänglich. Gefährliches Halbwissen kann fatale Folgen aufweisen. Schlimmstenfalls kommt es zu einem komplettem Riss des Muskels. Bei einer klassischen Muskelzerrung ist die betroffende Muskelpartie auf jeden Fall sofort ruhig zu stellen. Kühlende Kompressionen helfen gegen die Schmerzen oder auch Schwellungen zu verhindern.

Muskelentspannung

Somit wird der Muskel reduziert entspannt. In vielen Fällen ergeben sich, entweder zeitgleich mit der Zerrung oder auch später, heftige Blutergüsse. Nach einigen Tagen kann mit leichten Bewegungen die beanspruchte Muskelpartie vorsichtig trainiert werden. Diese leichten Bewegungen bewirken hier eine bessere Gewebedurchblutung und eine schnellere Regeneration.

Fazit: Vorbeugen ist besser als Heilen – ein effizientes oder professionelles Aufwärmprogramm vor sportlichen Aktivitäten ist empfehlenswert und ratsam und dient somit zur Prävention.

Nicht nur beim Sport

Aber nicht nur beim Sport können Zerrungen entstehen, auch im Haushalt passieren ja gewöhnlich oder bekanntlich die meisten Unfälle. Diese Unfälle, welche durch einen Fehltritt auf einer Stufe oder Ausrutschen passieren, haben ebenfalls Prellungen, Zerrungen oder Rippenprellungen zur Folge. Auch hier gelten gleiche Sofortmaßnahmen um Schlimmeres zu verhindern.

Bestenfalls ist der Besuch bei einem Arzt erforderlich um den Heilungsprozess zu beschleunigen oder fachgerecht zu unterstützen.

Schmerzhafte Prellungen

Es ist passiert. Der Zusammenstoß beim Fußballspiel, der Sturz vom Fahrrad und schon ist ein Körperteil geprellt. Die Schädigung von Körperteilen, auch von Organen, werden als Prellungen bezeichnet. Die Schmerzen von Prellungen sind häufig schmerzhafter und langwieriger als ein direkter Knochenbruch. Durch den Austritt von Blut in das umliegende Gewebe kommt es zu der blauen Anschwellung bei Prellungen.

Durch Kälte oder diverse Gele können Prellungen behandelt werden. Mit der sogenannten PECH-Regel ist für die Erstversorgung alles Wichtige getan:

Schmerzen von Prellungen sind häufig schmerzhafter als ein Knochenbruch © cirquedesprit - Fotolia

Schmerzen von Prellungen sind häufig schmerzhafter als ein Knochenbruch © cirquedesprit – Fotolia

  • P- Pause einlegen
  • E- Eis auf die betreffende Stelle legen und kühlen
  • C- Compression
  • H- Hochlagern und still legen

Mit Prellungen von Organen durch teilweise bleibende Funktionsstörungen ist nicht zu spaßen und es wird empfohlen, umgehend ärztliche Hilfe zu Rate zu ziehen, um sicherzugehen, dass die Prellungen fachmännisch diagnostiziert werden.

Es gibt drei Aufteilungen von Prellungen:

  • Prellung des Muskels (Bluterguss zwischen den Muskelfasern)
  • Prellung der Knochen
  • Prellung der Gelenke (meist im Schulter-/Knie- oder Sprunggelenk)

Rippenprellungen

Besonders bei Prellungen der Rippen, die meist durch Stürze oder Stöße verursacht werden, vergehen oft viele Wochen bis der Schmerz endgültig vorüber ist. Durch die hohe Elastizität der Rippen kommt es vor dem Rippenbruch meist zu Prellungen der Rippen. Atmen und Husten führen zu großen Schmerzen. Ärztliche Hilfe ist in jedem Fall einzuholen.

Muskeldehnungen

Durch Muskeldehnungen kommt es zu einer sogenannten Muskelzerrung. Anders als beim Riss des Muskels ist kein Schaden des Gewebes vorhanden. Durch unzureichende Schonung kann die Dehnung jedoch zu einem Riss führen, daher ist, wie bei allen Krankheitsbildern, Schonung angesagt.

Bluterguss

Ein Bluterguss wird durch einen Stoß ausgelöst. Blut tritt in das Gewebe aus, dieses färbt sich blau, schwillt an und schmerzt. Bis zur Ausheilung wechselt der starke, jedoch meist harmlose Bluterguss, sein Farbbild des öfteren.

Trotz allem gibt es auch Blutergüsse, die in ärztliche Hände gehören. Bestimmte Krankheiten wie zum Beispiel Leberzirrhose oder Leukämie, Bluthochdruck oder Einnahme diverser Medikamente äußern sich durch die Entstehung blauer Flecken. Jedoch spielen die Zufuhr von Vitaminen und das Alter auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Blutergüssen.