Von Schlafstörungen spricht man, wenn der Schlaf subjektiv oder objektiv zu kurz oder zu lange dauert, Unterbrechungen zu häufig stattfinden oder er nicht als erholsam empfunden wird. Seine Zyklen und Stadien weichen vom normalen Schlaf ab, was sich negativ auf das Befinden der Betroffenen am Tag auswirkt. Bei den Formen werden Insomnie (Schlaflosigkeit), Hypersomnie (erhöhtes Schlafbedürfnis), Parasomnie (Verhaltensauffälligkeit im Schlaf), schlafbezogene Atmungsstörungen, schlafbezogene Bewegungsstörungen und zirkadiane Rhythmusstörungen unterschieden.

Ursachen für Schlafstörungen

Es gibt fast immer eine Ursache für eine Schlafstörung

Es gibt fast immer eine Ursache für eine Schlafstörung

Nur selten findet man keine Ursache für eine Schlafstörung. Hinsichtlich der Ursachen existieren zwei Arten von Schlafstörungen, die primären und die sekundären Schlafstörungen. Als primär werden die bezeichnet, die keine ersichtliche Ursache haben. Sekundäre Schlafstörungen werden durch nachvollziehbare Ursachen ausgelöst, die wiederum in extrinsische (äußere Einflüsse) und intrinsische (Ursachen, die dem Körper entspringen) unterteilt werden können. Zu den äußeren Ursachen gehören Lärm, Hitze, Kälte, Licht, Schlafumgebung, Lebensgewohnheiten, Koffein, Nikotin, Alkohol, Drogen, Diuretika, Jet lag, Schichtarbeit, ungünstige Schlafhygiene oder Stress und Ärger.

Krankheiten mit Schlafstörungen

Intrinsische Ursachen haben ihren Ursprung dagegen innerhalb des Körpers wie Krankheiten. Diese können psychischer oder organischer Natur sein. Das Schlafapnoe-Syndrom, bei dem Atemaussetzer auftreten, Asthma bronchiale, das Restless-Legs-Syndrom, bei dem die Beine besonders abends zu schmerzen und zu kribbeln beginnen, Sodbrennen, chronische Schmerzen, Migräne, hormonelle Störungen, neurologische Erkrankungen, Harndrang, Herz- und Kreislaufstörungen, Inkontinenz und Schwangerschaft gehören zu den organischen Ursachen für Schlafstörungen. Depressionen, Burn-Out-Syndrom, Manien, Angststörungen und Alpträume sind psychische Gründe. Grundsätzlich ist immer genau abzuklären, welche Ursache oder Ursachen für eine Schlafstörung vorliegen, da dies für eine erfolgreiche Behandlung wichtig ist.

Behandlung von Schlafstörungen

Sekundäre Schlafstörungen können durch die Behandlung der für sie ursächlichen Krankheiten behoben werden. Bei den primären Schlafstörungen sind einfache Maßnahmen wie Entspannungstechniken und Verhaltenstherapien hilfreich. Übergewichtige sollten ihr Gewicht verringern und auf der Seite schlafen. Auch Schlafhygiene ist wichtig. Dazu gehört, vor dem Schlafengehen nicht mehr schwer zu essen, kein Koffein, Nikotin oder Alkohol zu sich zu nehmen und keinen Sport zu treiben. Das Schlafzimmer sollte ruhig, kühl und dunkel sein. Eine gute Matratze, der Verzicht auf Mittagsschlaf und regelmäßige Schlafenszeiten sind ebenfalls wichtig und man sollte erst dann schlafen gehen, wenn man müde ist. Außerhalb der Schlafenszeit sollte der Aufenthalt im Bett vermieden werden. Bei Einschlafschwierigkeiten ist ein Liegenbleiben oft kontraproduktiv. Hier sollte man aufstehen und sich beschäftigen, bis einem die Augen zufallen.

Vorbeugung gegen Schlafstörungen

Es ist auch möglich, Schlafstörungen vorzubeugen. Dafür ist zuerst einmal das Einhalten der Regeln der Schlafhygiene sehr wichtig, doch auch seinen eigenen Schlaftyp sollte man kennen. Gehört man zu den sogenannten „Lerchen“ (Frühaufsteher), ist man abends früh müde und morgens früh munter. Hier sollte schwere Arbeit am Abend vermieden werden, um den Biorhythmus nicht durcheinander zu bringen. Bei den „Eulen“ (Spätaufsteher) ist es umgekehrt. Außerdem geht es um die Frage, wie viel Schlaf benötigt wird. Manch einer schläft sechs Stunden und ist am nächsten Morgen hellwach, dem anderen genügen keine acht. Zudem sollten tagsüber Pausen gemacht werden, denn wer verspannt ist, findet abends schwer in den Schlaf. Hilft alles nichts, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit die Schlafstörungen nicht chronisch werden.

Medikamente gegen Schlafstörungen

Als Medikamente gegen Schlafstörungen werden Hypnotika eingesetzt. Dazu zählen Barbiturate und Chloralhydrat, die nicht mehr oder kaum verschrieben werden, sowie Benzodiazepine, von denen folgende Medikamente gängig sind:

  • Diazepam (Valium®)
  • Flunitrazepam (Rohypnol®)
  • Nitrazepam (Mogadan®)
  • Lormetazepam (Noctamid®)
  • Triazolam (Halcion®)

Sie lindern jedoch nur die akuten Beschwerden der Schlafstörung und sollten nicht länger als einige Wochen eingenommen werden. Besser ist es, auf Hausmittel zurückzugreifen:

Hausmittel gegen Schlafstörungen

  • Ein Bad mit Melisse und Lavendel
  • Lavendeltee, Melissentee, Hopfenmilch, Zwiebelmilch, Wasser mit Honig und Apfelessig oder mit Baldrian und Johanniskraut, Bier mit Haferkraut,
  • Hopfenzapfen, Gänsefingerkraut und Silberweidenblättern
  • Ein Säckchen mit Kamille, Melisse, Lavendel, Minze, Anis und Thymian oder ein mit Rosenöl getränktes Taschentuch auf dem Kopfkissen
  • Baldrian-Dragees
  • Warme Füße
  • Serotoninhaltige Lebensmittel (Nüsse, Pellkartoffeln, Vollkorn-Teigwaren, Bananen)
  • Vor dem Schlafengehen zehn Minuten kaltes Wasser treten