Moderate Stimmungsschwankungen kennt wahrscheinlich jeder. Kein Mensch kann immer glücklich sein, aber das erwartet eigentlich auch niemand. Dieses Auf und Ab der Gefühle ist normal und meist eine Reaktion auf äußere Ereignisse oder auch auf hormonelle Schwankungen. Als Stimmung wird das längerdauernde Gefühl bezeichnet, also glücklich oder zumindest zufrieden, gegenüber traurig oder bedrückt. Zwischen diesen Extremen kann die Stimmung hin und her schwanken. Eine Persönlichkeit ist meist durch eine vorherrschende Stimmung geprägt. Wechselt die Stimmung zu schnell oder ohne Grund, oder zeigt der Betroffenen zu extreme Reaktionen auf nichtige Anlässe, ist das oftmals Anlass zur Besorgnis.

Ursachen für Stimmungsschwankungen

Bekannt sind extremere Stimmungsschwankungen in der Pubertät. Verursacht werden sie durch die Umstellungen des Körpers und dem neuen Einfluss der Hormone. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt, so schwankt der Pubertierende zwischen den Extremen. Hormonelle Umstellung ist wohl auch für die Stimmungsschwankungen in der Zeit der Wechseljahre verantwortlich. Die Hormone spielen also eine große Rolle bei den Stimmungen. Aber auch die unterschiedlich starke Erregbarkeit des zentralen Nervensystems ist eine der Ursachen für Stimmungsschwankungen. Oft ist den Betroffenen selbst nicht bewusst, dass ihre Stimmungen nicht der Norm entsprechen. Die Mitmenschen leiden aber darunter, besonders die Familie.

Krankheiten mit Stimmungsschwankungen

Die bipolare Störung, auch als manisch-depressive Erkrankung bekannt, ist durch extreme Stimmungsschwankungen gekennzeichnet. Auch bei der Schizophrenie zeigen sich extreme Schwankungen der Stimmung, sie können auch Symptome einer Demenz oder einer zerebralen Schädigung oder einer Psychose sein. Bekannt sind die Stimmungsschwankungen im Wochenbett, die bei vielen Müttern auftreten. Die extrem negativen Stimmungsumschwünge sind auch Bestandteil des prämenstruellen Syndroms oder der Wechseljahre. Manche Menschen haben eine gesteigerte Erregbarkeit, sie neigen zum Beispiel zu extremen Wutausbrüchen oft aus nichtigen Anlässen oder auch für den Beobachter ohne jeden Anlass. Bei manchen Menschen führen die kleinsten Anlässe zu extremen Depressionen.

Behandlung und Therapie von Stimmungsschwankungen

Die Psychotherapie ist eine Methode zur Verbesserung der Stimmung. Hierbei soll erreicht werden, dass die Stimmung besser wird, beziehungsweise nicht mehr so oft in den negativen Bereich abrutscht. Hierzu müssen grundsätzlich die Ursachen für die negativen Stimmungen angegangen werden. In der Verhaltenstherapie wird zum Beispiel erlernt, mit den negativen Gefühlen soweit umzugehen, dass sie die Handlungen nicht mehr so stark behindern. Durch die Vermittlung von Erfolgserlebnissen werden jeweils positive Stimmungen erzeugt. Die Stimmungen werden von der Wahrnehmung der jeweiligen Situation erzeugt und können somit durch deren Neubewertung positiv beeinflusst werden.

Verbeugung gegen Stimmungsschwankungen

Die Vermeidung von Stress und negativen Ereignissen soweit möglich führt zu einem positiveren Lebensgefühl. Man sollte ein ausgeglichenes Leben führen und für genügend schöne Dinge zum Ausgleich sorgen: also viel unternehmen, das Freude macht, die Beschäftigung mit einem Hobby, Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Gespräche helfen meist sehr gut, wenn man einen verständnisvollen und einfühlsamen Gesprächspartner hat. Ein gutes Mittel ist Sport, am besten im Verein, damit man auch unter Leute kommt, denn Einsamkeit verschlimmert die negativen Stimmungen. Schwimmen und generell Bewegung an Luft und Sonne sind ebenfalls stimmungsaufhellend. Manchen Menschen hilft auch ein Haustier. Dieses liefert die fehlenden Streicheleinheiten und und die Tatsache, dass man sich darum kümmern muss, vermittelt das Gefühl des Gebrauchtwerdens.

Medikamente gegen Stimmungsschwankungen

Gegen extreme Stimmungsschwankungen helfen Antidepressiva und Beruhigungsmittel. Es gibt spezielle Stimmungsstabilisatoren zum Beispiel Lithium, Valporat und ähnliche. Diese darf nur der Arzt verordnen. Man sollte sie auch nur vorübergehend einnehmen. Sie machen leider abhängig und verbessern nicht die Lage und die Ursachen der negativen Stimmung.

Hausmittel gegen Stimmungsschwankungen

Ein bewährtes Mittel gegen Stimmungsschwankungen ist das Johanniskraut. Es wirkt stimmungsaufhellend, allerdings muss man es über einen längeren Zeitraum einnehmen. Zur Beruhigung bewährt haben sich auch Naturheilmittel wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume und Lavendel. Insbesondere Männer, aber auch Frauen greifen gerne zu Alkohol, der eine momentane Stimmungsaufhellung bewirkt. Leider hat der Alkohol viele Nebenwirkungen und kann auch die Grundübel eher verschlimmern, wenn es zur Abhängigkeit mit den damit verbundenen Problemen kommt.