Die Abkürzung COPD steht für den englischen Namen der lebensgefährlichen Lungenkrankheit „chronic obstructive pulmonary disease“. Im Deutschen ist sie als „Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ bekannt. Diese Lungenstörung ist im Frühstadium gekennzeichnet durch vermehrten Husten, verstärkt morgens, in der Folge oft im Zusammenhang mit einem Lungenemphysem. Mit weiterem Verlauf tritt immer stärkere Kurzatmigkeit auf, die die Lebensqualität schließlich immens beeinflusst. Vor allem das Ausatmen ist beeinträchtigt. Die volkstümliche Bezeichnung dieser massiven Schädigung des Atmungssystems lautet „Raucherlunge“ oder „Raucherhusten“. Diese beiden Namen deuten aber nur auf eine der möglichen Ursachen hin.

COPD kann vererbt werden

Weitere Auslöser sind oftmaliges Einatmen von Staub etwa bei der Arbeit und Vererbung. Mithilfe der genetischen Faktoren ist eine Früherkennung möglich. Ein AAT-Test, mit dessen Hilfe der Arzt die Menge eines bestimmten Proteins im Körper bestimmen kann, gibt Aufschluss über die Gefährdung eines Menschen, im Laufe des Lebens den „Raucherhusten“ zu entwickeln. Das Protein Alpha-1-Antitrypsin hat die Aufgabe, die Lungen zu schützen. Ist zu wenig davon vorhanden, nehmen die feinen Häute des Atmungssystems leichten Schaden. Ist das Gefahrenpotenzial jedoch erkannt, kann die heutige Medizin frühzeitig gegensteuern. Ein AAT-Test kann daher für Menschen aus der Risikogruppe das Leben verlängern und die Lebensqualität auf Dauer gewährleisten. Denn diese schwere Lungenkrankheit gehört zu den zehn Gesundheitsstörungen, die weltweit am öftesten zum Tod führen, ihre Häufigkeit nimmt zu.

Wie die Krankheit entsteht

Bis vor Kurzem war es legitim, COPD auch als „Raucherhusten“ zu bezeichnen, denn es waren vorwiegend Raucher, die an dieser Krankheit litten. Heute jedoch steigt die Zahl derer, die noch nie in ihrem Leben eine Zigarette in der Hand gehabt haben und dennoch Symptome dieser Lungenfunktionsstörung entwickeln. Vor allem in weniger entwickelten Ländern ist die starke Luftverschmutzung die Ursache dafür. Was beim Einatmen von Zigarettenrauch oder anderem Rauch in der Lunge passieren kann: Freie Radikale, die im Rauch enthalten sind, greifen das Lungengewebe an. Das kann auf der einen Seite dazu führen, dass die Schleimhaut der Bronchien nicht mehr ihrer Arbeit nachkommen kann. Sie sorgt bei der gesunden Lunge dafür, dass Schadpartikel mit Schleim umgeben und nach oben transportiert werden. Auf der anderen Seite beginnt die Lunge mit massiven Reparaturarbeiten. Sie überlastet sich selbst damit und bildet Lungenemphyseme. Doch nicht alle Menschen, die stark rauchen oder massiven Umweltbeeinträchtigungen ausgesetzt sind, entwickeln diese Atemwegsbeeinträchtigung. Manche sind anfälliger dafür als andere. Genetische Faktoren spielen dabei eine Rolle. Hat sich die Krankheit erst etabliert, ist eine Heilung nicht mehr möglich. Es gibt dann nur noch Linderung und eine Verzögerung des Krankheitsverlaufes. COPD ist eine tödliche Krankheit. Die Möglichkeit zur Früherkennung ist aus diesem Grund so bedeutsam.

Risiko durch das Arbeitsumfeld und die Ernährung

Arbeit in staubiger Luft erhöht das Risiko, im Laufe des Lebens eine Chronisch obstruktive Lungenerkrankung zu entwickeln. Der Volksmund spricht dann nicht von der „Raucherlunge“, sondern von der „Staublunge„. Symptome und Entwicklung sind jedoch gleich. Das Risiko ist gegeben, wenn eine Person im Arbeitsalltag häufig organische oder anorganische Stäube einatmet. Ein ausreichender Atemschutz kann lebensverlängernd sein. Auch die richtige Ernährung hilft, den Ausbruch der Krankheit selbst bei genetischer Vorbelastung hinauszuzögern. Kritisch sind Speisen, die hohe Nitrit- oder Nitritpökelsaltzkonzentrationen enthalten. Dies ist vor allem bei diversen Wurstwaren und Schinken der Fall. Vorbeugung ist jedoch nur dann möglich, wenn ein Mensch weiß, ob er zur Risikogruppe gehört oder nicht.

Genetische Faktoren

Nicht zu unterschätzen sind genetische Zusammenhänge bei der Entstehung der „Raucherlunge“. Forschungen an Zwillingen haben ergeben, dass die Krankheit deutlich von erblichen Faktoren abhängt. Ausschlaggebend ist das Alpha-1-Antitrypsin, das bei einem Teil der COPD-Patienten in zu geringer Menge im Körper vorkommt. Das ist vor allem bei den Menschen der Fall, die nicht rauchen und auch keinen schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt sind – etwa Staubbelastung am Arbeitsplatz – und dennoch Dauerhusten und Lungenemphyseme entwickeln. Um Verwandten von Menschen, die an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung leiden, Sicherheit zu geben, wurde der AAT-Test entwickelt. Mit ihm kann der Arzt feststellen, ob ein genetisches Risiko vorliegt.

Die Symptome der Lungenerkrankung

Häufiges Husten mit Auswurf gemeinsam mit Atemnot sind typisch. Die Symptome treten normalerweise am Morgen verstärkt auf. Sie sind im Frühjahr und Sommer schwächer ausgeprägt als in den Erkältungsmonaten im Herbst und Winter. Es handelt sich bei dieser Lungenfunktionsstörung nicht um eine Erkältung im klassischen Sinn. Neue Studien zeigen allerdings, dass möglicherweise viral und bakteriell bedingte Gesundheitsstörungen das Entstehen der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung fördern. Bestehen die Symptome relativ unabhängig von äußeren Faktoren – ausgenommen den genannten – über viele Monate oder gar Jahre hinweg, liegt der Verdacht nahe, dass ein „Raucherhusten“ vorliegt. Eine Heilung ist nicht möglich, jedoch kann die moderne Medizin eine Linderung und Verzögerung des Verlaufes erreichen. Es ist daher sinnvoll, in einem möglichst frühen Stadium ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der AAT-Test ist ein Werkzeug der modernen Medizin, das es ermöglicht, Risiken noch vor dem Ausbrechen der eigentlichen Krankheit zu erkennen. Eine Behandlung ist dadurch bereits im Vorfeld möglich und kann dazu beitragen, das Leben wesentlich zu verlängern.

Der Verlauf der Krankheit

Je nach Schwere der Symptome gliedert die Medizin die „Raucherlunge“ in mehrere Stadien.

  • Im ersten Schweregrad gibt es noch keine Krankheitszeichen, dennoch sind diese Menschen aufgrund von genetischen oder Umweltbedingungen zur Risikogruppe zu zählen. Eine vorbeugende Behandlung ist in diesem Stadium bereits möglich
  • Das zweite Stadium, die leichte Form, ist schon von Atem-Beeinträchtigungen gekennzeichnet
  • Im dritten Stadium, der mittleren Form, hat der Erkrankte bereits mit Husten und Auswurf zu kämpfen
  • Das vierte, schwere Stadium schränkt bereits in großem Maße die Lebensqualität ein
  • Im vierten, sehr schweren, Stadium leidet der Patient unter steter und massiver Atemnot. Hier kann es auch zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen und ohne Behandlung führt dieses Stadium unweigerlich zum Tod. Medizinische Hilfe kann den Verlauf jedoch auch nur lindern und stark hinauszögern

Faktor Alpha-1-Antitrypsin

In Europa ist ein Mangel des lungenschützenden Proteins Alpha-1-Antitrypsin keine Seltenheit. Es hängt von genetischen Bedingungen ab und kann daher innerhalb von Familien gehäuft vorkommen. Liegt dieser Stoff in ungenügenden Mengen im Körper vor, kann der Betroffene eine Chronisch obstruktive Lungenerkrankung entwickeln, auch wenn er nie geraucht hat oder nie gefährlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt war. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mangel dieses Proteins in einer Familie vorliegt, steigt daher, wenn ein Familienmitglied diese gefährliche Lungenkrankheit entwickelt. Umso mehr, wenn es sich um einen Nichtraucher handelt.

Früherkennung mit dem AAT-Test

Eine der Ursachen für die Entwicklung einer Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist also eine zu geringe Menge Alpha-1-Antitrypsin im Körper. Dieser genetische Faktor erhöht die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine Raucherlunge mit Lungenemphysem zu entwickeln. Die medizinische Forschung hat es möglich gemacht, betroffene Genotypen zu erkennen. Eine frühe Diagnose – idealerweise noch bevor erste Symptome sich zeigen – ermöglicht es, sofort Maßnahmen zu ergreifen. Der Krankheitsausbruch kann sich wesentlich verzögern, im besten Fall kommt es gar nicht dazu. Selbst bei bereits bestehenden ersten Symptomen ist es der Medizin heute möglich, Begleiterscheinungen zu lindern und Verschlechterungen hinauszuschieben.

Besonders wichtig für Angehörige

Da es sich beim Alpha-1-Antitrypsin-Mangel um einen genetisch festgelegten Zustand handelt, kann er innerhalb einer Familie gehäuft vorkommen. Ist ein naher Verwandter vom Raucherhusten betroffen, ist ein AAT-Test besonders wichtig. Liegt ein Mangel an diesem körpereigenen Protein vor, so ist die Lunge weniger gut geschützt als beim gesunden Menschen. Die Behandlung kann durch zusätzliche Gabe des Alpha-1-Antitrypsin erfolgen. Der Schutz, den der Körper selbst für die Lunge bietet, wird gestärkt. Im Idealfall entstehen Symptome der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung gar nicht erst. Ein frühzeitiger AAT-Test kann Menschen vor dem Ausbruch dieser lebensgefährlichen Lungenstörung schützen, wenn er rechtzeitig durchgeführt wird.

Artikel, News und Blogbeiträge zu COPD und anderen Lungenkrankheiten